Startnummer 38

Seckenhausen „Socks“ (Darts)

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Das Seckenhauser Darts-Team „The Socks“ eilt von Aufstieg zu Aufstieg, stehend von links: Kapitän Andreas Fischer, Steffen Przemus, Florian Meyer, Gerd van de Wiel, Sven Lutterklas, Götz Lattusek sowie Markus Hahn (kniend von li.), Jasper Rademaker, Maurice Lutterklas, Martin Schniebs und Janis Blank.

Abermillionen Zuschauer saßen wieder vor ihren TV-Geräten, um das WM-Finale der Darts-Profis zu verfolgen. In Seckenhausen grassiert das Darts-Fieber hingegen das ganze Jahr über. „The Socks DC“ von der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst eilen von Aufstieg zu Aufstieg.

Andreas Fischer kann das Klischee von tätowierten, bierbäuchigen Männern, die in verrauchten Kneipen auf die Scheiben werfen, nicht mehr hören. „Bei uns gibt es keine Saufgelage“, betont der Seckenhauser Mannschaftskapitän: „Das ist für uns eine sportliche Angelegenheit.“

Mehr als 40 Darts-Spieler hat die boomende Sparte mittlerweile. Hinzu kommt extremer Ehrgeiz. Und dieser spiegelt sich in den Erfolgen. Erst seit Ende 2015 sind die Seckenhauser im Spielbetrieb unterwegs. Seitdem mischt die erste Mannschaft die Steeldarts-Szene im Hansestadt Bremen Dart Verband (HBDV) auf. Nach zwei Aufstiegen ist sie seit 2018 in der Verbandsliga unterwegs. Und auch hier läuft es. Nach etwas mehr als einer halben Saison liegen die Seckenhauser auf Rang zwei. „Dass wir momentan Zweiter sind, ist sicherlich etwas über dem erwarteten Verlauf“, sagt Fischer: „Jetzt nehmen wir mit, was geht.“

Im Winter 2015 hatte alles begonnen. Diego Wagner, Jörg Lübben, Goran Martinovic, Jörg Goedeke und Mark Böttjer hatten nach über zehn Jahren bei der TSG genug vom Fußball-Spielbetrieb. Sie setzten sich zusammen – und entschieden, Darts vereinsmäßig anzugehen. Da Wagner mit seinen orthopädischen Schuhen am Oche, der Abwurfstelle, nicht klarkam, versuchte er es ohne. Solidarisch zogen seine Mitspieler nach: Der Name „The Socks“ war geboren.

Wer heute den Saal des Restaurants Troja, der Spielstätte der Seckenhauser, betritt, trifft allerdings niemanden mehr barfuß an. Alles wirkt hochprofessionell. Die Scheiben an den beiden Kopfseiten des Raumes sind perfekt ausgeleuchtet, die Oches – farblich mit der Wandverkleidung abgestimmt – machen ein Übertreten unmöglich.

Weihnachtsfeierim „Ally Pally“

Diese Atmosphäre wird auch von den Gegnern geschätzt. „Man kann schon sagen, dass wir uns mittlerweile im Nordwesten einen kleinen Namen gemacht haben“, betont Fischer. Auch sportlich. Der Mannschaftskapitän sieht „nach oben keine Limits. Auf lange Sicht ist die Aufstiegsrunde zur Bundesliga durchaus ein Ziel.“ Schließlich spielen sie bereits in der zweithöchsten Klasse.

Einen anderen Wunsch erfüllten sich die Seckenhauser kurz vor Weihnachten. Eine 23-köpfige Delegation flog zur WM in den „Ally Pally“. Im Darts-Mekka sahen sie unter anderem das Duell zwischen Max Hopp, Deutschlands bestem Spieler, und Branchenführer Michael van Gerwen (Niederlande). Es sei ein wahnsinniges Erlebnis gewesen, sagt Fischer: „Wir waren danach drei Tage lang heiser.“ Kein Wunder: Während „Mighty Mike“ eine 180 nach der anderen (dem Maximum beim Darts) ins Board hämmerte, ließen die Seckenhauser mit Sprechchören von der Tribüne aus die Halle beben. Doch sie fielen nicht nur stimmgewaltig auf. Mit gelben Mützen und je zwei rot-schwarzen Socken auf den Köpfen waren sie auch beim TV-Sender Sky Sports UK gefragte Interviewpartner: von Seckenhausen auf die größte Darts-Bühne der Welt.

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