ADVENTSKALENDER Eine Garage als Trainingszentrum für mieses Wetter

Sebrantke öffnet die „Folterkammer“

Auf der Rolle: Oliver Sebrantke trainiert in seiner Garage. Für Grill und Rasenmäher bleibt da nur ganz am Rand Platz.
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Auf der Rolle: Oliver Sebrantke trainiert in seiner Garage. Für Grill und Rasenmäher bleibt da nur ganz am Rand Platz.

Ein Alltagsrad, ein Partybike und natürliche Rennräder: Oliver Sebrantke, erfolgreicher Ausdauerathlet des LC Hansa Stuhr, ist bestens ausgerüstet. Für unsere Serie „Adventskalender“ öffnet er seine Garage; diese ist mehr als nur ein Abstellraum.

Bremen – Oliver Sebrantke hatte extra die „dicken Schlappen“ gewählt. Trotzdem wäre es an diesem eisig-kalten Dezembermorgen fast schiefgegangen. „Vor mir auf der Wilhelm-Kaisen-Brücke haben sich einige lang gemacht. Fast hätte es auch mich erwischt. Das Hinterrad ging ordentlich weg“, berichtet der 45-Jährige. Nur gut, dass Sebrantke auf den richtigen Untersatz gesetzt hatte.

Ein Mountainbike mit ordentlichem Profil. „Mein Alltagsfahrrad“, sagt der Ausdauerathlet des LC Hansa Stuhr. Er hat schließlich die Auswahl.

In seiner Garage, die er für uns öffnet, findet sich auch ein handelsübliches Damenrad. „Mein Partybike“. Deutlich mehr Platz nehmen jedoch die Rennmaschinen ein. Oliver Sebrantke schraubt hier an ihnen, hegt und pflegt sie. Er nimmt hier aber auch auf ihnen Platz. Und deshalb nennt Sebrantke diese auf den ersten Blick unauffällige, weiß gestrichene Garage mit schwarzem Tor auch „meine Pain Cave“. Also Folterkammer.

In der Radsportszene hat sich dieser Begriff in den vergangenen Jahren etabliert. Er steht für harte und schweißtreibende Einheiten in den eigenen vier Wänden. Sozusagen ein persönlichen Trainingszentrum.

Möglich macht dies der sogenannte Rollentrainer. Das Hinterrad wird im Gerät eingespannt – und schon kann es losgehen. „Gerade jetzt, zu dieser Jahreszeit, trainiere ich schon vermehrt auf der Rolle“, sagt Sebrantke und nimmt zum Foto Platz auf einem schwarz-weißen Rennrad.

Da ist das Ding! Mit der Ironman-Medaille gehört man zum Hochadel des Triathlon-Sports.

Davon, dass sich der IT-Experte tatsächlich die eine oder andere Stunde hier quält, zeugen die Handtücher mit deutlichen Schweißflecken in Griffweite zum Rollentrainer. Überhaupt ergeben die Indizien in dieser Garage ein klares Bild. In den Regalen steht Kettenöl neben anderen Fahrradpflegeprodukten und Werkzeugen, eine Sportbrille liegt neben einer Trinkflasche.

Für Grill und Rasenmäher bleibt nur ein Platz am äußersten Rand.

Ganz klar, diese Garage hat ein Sportenthusiast eingerichtet. Und zwar ein ziemlich erfolgreicher. Das beweisen Hunderte von Medaillen, die an der Rückwand an einem Stahlseil drapiert sind. Sebrantke, der siebenfache Bremer Marathon-Sieger, ist stolz auf seine Triumphe.

Pokale und Medaillen sind für ihn aber mehr persönliche Erinnerungs- denn effekthaschende Ausstellungsstücke. In der „Pain Cave“ sind die Medaillen gar nicht abnehmbar, und als er die „Ironman“-Plakette für ein Foto raussuchen soll, benötigt er erst mal Zeit, um sie überhaupt zu finden. In einem aussortierten Schuhkarton mit der Aufschrift „Werkzeugkiste“ verstecken sich bestimmt weitere 50 Medaillen.

Training statt Fast Food zum Super Bowl

Wenn die Garage zur „Pain Cave“ wird, sieht der 45-Jährige sein „Siegesgut“ auch gar nicht, er sitzt dann mit dem Gesicht zum Rolltor im Sattel. Auf der Stelle in die Pedalen treten, kann schnell eintönig werden. Sebrantke weiß sich zu helfen. Seine Garage ist direkt mit dem Wohnbereich seines Hauses am Rande Bremens verbunden, „sodass ich den Fernseher direkt hier reinrollen kann“, verrät der Triathlet: „Und wenn ich hier trainiere, schaue ich dabei gerne Sport. Beispielsweise zeichne ich mir den Super Bowl auf, der geht ja die ganze Nacht und lässt sich dann für zwei oder drei Trainingseinheiten nutzen.“ Und damit verliert der Begriff Folterkammer dann auch seinen letzten Schrecken.

Rechts hinten ist die „Pain Cave“: Für den schnuckeligen Sponsorenwagen ist dort kein Platz.

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