Mittelfeldspieler des TuS Sulingen in neuer Rolle / „Ich brauche die vielen Ballkontakte für mein Spiel“ / Zwei Kreuzbandrisse überstanden

Sebastian Elvers – auf der „Zehn“ fühlt er sich pudelwohl

Zentral – so gefällt es Sulingens Sebastian Elvers am liebsten. ·

Sulingen - Von Arne FlüggeEigentlich hätte sich der TuS Sulingen nach seinem großen Coup beim 4:2 in Münchehagen eine Sause verdient gehabt – doch es blieb am Sonntag nach der Rückkehr ruhig im Clubhaus.

„Zwei, drei Bierchen auf der Terrasse in der Sonne – das war’s“, berichtet Thorolf Meyer. Der spielende Co-Trainer war in Münchehagen wieder in die Spitze gerückt. Auf der „Zehn“ im zentralen Mittelfeld lief erstmals Sebastian Elvers auf – und überzeugte auf Anhieb. Nicht nur wegen seines Tores zum 4:2-Endstand. „Ich sehe mich da stärker, weil ich mehr Bälle bekomme“, erklärt der gerade erst 20 Jahre alt gewordene Mittelfeldspieler: „Auf der linken Seite habe ich mich verloren gefühlt. Ich brauche diese vielen Ballkontakte für mein Spiel.“

Nach einem Gespräch mit seinem Trainer Walter Brinkmann beorderte der ihn nun zentral hinter die Spitze. Der Plan ging auf. „Auf der Position kann ich meine Stärken besser ausspielen“, sagt Elvers selbstbewusst: „Anbieten – klatschen lassen – wieder anbieten. So kann ich meine Wendigkeit in den Dienst der Mannschaft stellen.“

Auf der anderen Seite, räumt Elvers ein, „muss ich mein Zweikampfverhalten noch verbessern. Manchmal bin ich auch übermotiviert und lamentiere zu schnell, wenn es mal nicht läuft.“ Ein Urteil, das Routinier Thorolf Meyer teilt: „Sebastian hat eine saubere Technik und macht viele gute Dinge –  manchmal muss er sich aber noch etwas cleverer anstellen und noch robuster werden.“ Doch das, da ist sich Meyer sicher, wird kommen: „Basti ist jung. Und wenn er seine Entwicklung so fortsetzt, werden wir noch viel Freude an ihm haben.“

Elvers, den sie in der Mannschaft in Anlehnung an das namenverwandte Schauspieler-Sternchen gern mal mit dem Spitznamen „Jenny“ aufziehen (Meyer: „Das hört er natürlich gar nicht gerne!“), gilt im Team als zuverlässiger Typ, sportlich ehrgeizig und selbstbewusst. „Er sagt, was er denkt und weiß, was er will“, beschreibt Meyer seinen Kollegen: „Und er ist eher der ruhige Typ.“

Nun ja, nicht ganz. „So richtig ruhig bin ich nun auch wieder nicht. Ich gehe auch gern mal feiern, aber ich bin eben nicht durchgedreht“, erzählt Elvers, der im Winter vom VfL Oldenburg II nach Sulingen gekommen war. Den Sprung in die erste VfL-Mannschaft hatte er nicht geschafft, was weniger an seinem Talent als vielmehr an zwei Kreuzbandrissen lag, die er sich 2007 und im Winter 2009 als Jugendspieler zugezogen hatte. „Die Kreuzbänder in beiden Knien gerissen – das war schon heftig. Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen“, erinnert sich Elvers: „Das war’s für mich mit dem höherklassigen Fußball.“ Trotz der Rückschläge hat sich der 20-Jährige aber „immer wieder reingekämpft. Im Sommer konnte ich in Sulingen jetzt endlich mal eine komplette Vorbereitung mitmachen.“ Das hat sich ausgezahlt.

In Sulingen aufgewachsen, wird Elvers im Oktober nach Oldenburg zurückkehren. Aber nicht als Fußballer, sondern als Student für Mathematik und Sport. Mit seinem Engagement beim TuS Sulingen werde das nicht kollidieren, wie er sagt: „Wir haben mehrere Studenten im Team und schon vereinbart, dann am Freitag zu trainieren.“

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