SPIELER DES WOCHENENDES

Seaton als Soforthilfe für Rehden

Ständige Torgefahr strahlte Rehdens Michael Seaton in Oberneuland aus. Überhaupt können sich zehn Scorerpunkte nach zehn Saisonspielen sehen lassen.
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Ständige Torgefahr strahlte Rehdens Michael Seaton in Oberneuland aus. Überhaupt können sich zehn Scorerpunkte nach zehn Saisonspielen sehen lassen.

Zehn Scorerpunkte in zehn Regionalliga-Partien: Michael Seaton ist beim BSV Rehden schnell angekommen. Für den Stürmer ist es beim niedersächsischen Club auch ein Neuanfang. Der Jamaikaner ist zwar erst 25 Jahre alt, hat aber schon einiges erlebt in seiner Fußballkarriere.

Rehden – Wenn Michael Seaton viel Wiese vor sich hat und der Schnittstellenpass gut gespielt ist, darf eigentlich schon gejubelt werden. „Mit seinem Tempo ist er dann nicht mehr aufzuhalten“, weiß Fußballlehrer Andreas Golombek. Insofern war es atypisch, wie Seaton am Sonntag beim 3:1 in Oberneuland seinen ersten Dreierpack für den Regionalligisten BSV Rehden geschnürt hatte.

Erst hämmerte er den Ball mit Karacho aus 20 Metern unter die Latte, beim zweiten Tor wurde er angeschossen, ehe er nach einem Eckball per Schienbein in Thomas-Müller-Manier traf. Frisches Futter für neue Highlight-Clips bei Youtube.

Endspiel vor 70.000 Zuschauern

Davon hat Stürmer Seaton bereits einige. Er ist zwar erst 25 Jahre, hat aber schon eine Karriere mit Höhen und Brüchen hinter sich. Er war gerade mal 17, als der damalige Nationaltrainer Winfried „Winnie“ Schäfer ihn erstmals für die A-Mannschaft Jamaikas berief. Schäfer sei ein „großartiger Mensch“, betont Seaton, der damals beim MLS-Club D.C. United unter Vertrag stand: „Er hat mir extrem geholfen und mich unterstützt.“ Sein erstes Tor für die „Reggae Boyz“ erzielte Seaton im März 2014 im Karibik-Duell gegen St. Lucia. 2015 stand er mit Jamaika im Endspiel des Gold Cups, verlor dieses in Philadelphia vor knapp 70 .000 Zuschauern mit 1:3 gegen Mexiko. Bis hierhin lief alles rund in Seatons Karriere. „Bedauerlicherweise hatte ich dann damals aber nicht die richtigen Berater“, sagt der Stürmer etwas kryptisch.

Jedenfalls begann eine Tingelei. Als Leihspieler zog es Seaton erst nach Schweden (Örebro SK), später stürmte er auch in Israels erster und zweiter Liga, ehe es 2018 zurück in die USA geht. Für den Orange County SC in Kalifornien erzielte er in zwei Zweitliga-Jahren 28 Treffer – und machte damit Viktoria Köln auf sich aufmerksam. Dort habe er sich direkt wohl gefühlt, betont Seaton. Er sei „ein christlicher Mensch“ – und daher sei es inspirierend gewesen, täglich den Dom zu sehen. Sportlich lief es auch aufgrund von Verletzungen nicht rund: zwei Tore in nach 22 Drittliga-Spielen.

US-Rapmusik zur Einstimmung

Nun also wieder ein neuer Anlauf. Diesmal in Rehden. „Ein kleiner Club mit wirklich großen Persönlichkeiten in der Kabine und im Trainerteam“, beschreibt Seaton seine ersten Eindrücke. Sportlich ist er unantastbar. Seitdem er Ende August zum Team stieß, stand er immer in der Startelf, zehn Scorerpunkte in zehn Regionalliga-Spielen sind sehr ordentlich. „Man kann ihn da vorne wirklich gebrauchen“, sagt Golombek. So verpackt ein gebürtiger Westfale ein großes Lob. In der Offensive „wächst langsam etwas zusammen“, betont der Trainer und erinnert daran, dass Seaton die komplette Vorbereitung verpasste.

Große Anlaufzeiten benötigt Seaton nicht, wie er am Sonntag gegen Oberneuland bewies. Nach zwölf Sekunden zappelte der Ball erstmals im Netz. „Waren das echt nur zwölf Sekunden?“, fragt der 25-Jährige später erstaunt: „Sowas ist mir auch noch nie passiert.“ Auf Temperatur hatte er sich übrigens mit US-Rapmusik gebracht: „Ich brauche diese Aggressionen ein kleines bisschen, um morgens oder auch vor Spielen in Fahrt zu kommen.“

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