ZOLLSTOCK-GESPRÄCH mit Schwimmer Dennis Landwehr, der nun mehr Zeit für die Familie hat

„Schwierig, sportlich so fit zu bleiben“

Es darf wieder vom Startblock gesprungen werden: Dennis Landwehr vom Grafen-Schwimmteam Hoya-Bruchhausen beim Zollstock-Gespräch mit Redakteur Julian Diekmann im Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen. 
Foto: Jendrik Roof
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Es darf wieder vom Startblock gesprungen werden: Dennis Landwehr vom Grafen-Schwimmteam Hoya-Bruchhausen beim Zollstock-Gespräch mit Redakteur Julian Diekmann im Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen. Foto: Jendrik Roof

Bruchhausen-Vilsen – Dennis Landwehr vom Grafen-Schwimmteam Hoya-Bruchhausen gehört zweifelsohne zu den besten Schwimmern des Kreisschwimmverbandes Diepholz-Nienburg. Der 20-Jährige ist sozusagen das Aushängeschild seines Vereins. So verwundert es auch nicht, dass Landwehr 2015 den Titel bei der Wahl zum Sportler des Jahres des Landkreises Diepholz gewann. Zuletzt sicherte er sich in der Klasse der Junioren den dritten Platz bei den Norddeutschen Freiwassermeisterschaften. Im Gespräch mit Redakteur Julian Diekmann berichtet die „Wasserratte“, wie er mit der Coronavirus-Pandemie umgeht, wo er dieses Jahr noch gerne Urlaub machen möchte und worauf er sich besonders freut, wenn morgen wieder alles wie vorher wäre.

Was nervt am meisten an diesen Tagen?

Tatsächlich, dass ich keinen Sport machen konnte. Zu merken, wie die eigene Fitness sich im Hinblick auf das Schwimmen verschlechtert, ist blöd. Da klage ich jedoch auf hohem Niveau, wenn ich mir überlege, was andere Menschen in dieser Zeit für Probleme haben.

Gibt es auch etwas, dass Sie derzeit auch angenehm finden?

Die erzwungene Sport-Pause sorgt für mehr Zeit, die man für Dinge nutzen kann, die sonst auf der Strecke geblieben sind. Man hat mehr Zeit für die Familie und sich selbst, das finde ich positiv.

Allerdings fehlt mir die normale alltägliche Action auch.

Welche versteckten Talente haben Sie an sich entdeckt?

Versteckte Talente habe ich leider nicht an mir entdeckt, jedoch ist mir klar geworden, wie wichtig Gesundheit ist und wie sehr man Zeit mit Freunden und Familien genießen sollte.

Was ist momentan sportlich die größte Herausforderung? Und was sind Ihre Tipps, um fit zu bleiben?

Für mich ist es schwierig, sportlich so fit zu bleiben wie vor der Pandemie, denn Schwimmen lässt sich (sofern man keine 50-Meter-Bahn im Keller hat) nur schwer simulieren. Auch das schwindende Wassergefühl macht sich bemerkbar, sobald man wieder ins Becken darf. Die Motivation, zu Hause Sport zu machen, stellt auch eine Herausforderung dar. Sie ist bei mir geringer, wenn ich mich nicht aufs Schwimmbecken oder aufs Fitnessstudio freuen kann. Tipps, um fit zu bleiben, variieren, denke ich, je nach persönlichen Zielen und Möglichkeiten. Laufen, Training mit Fitnessseilen, Hanteln und Geräten oder etliche Übungen mit dem eigenen Körpergewicht kann ich empfehlen. Glücklicherweise kann man sich etliche Anregungen und Übungen im Internet anschauen und seinen eigenen Rhythmus für die Workouts daheim oder im Freien entwickeln.

Welche Absage schmerzte in den vergangen Wochen am meisten?

Abgesehen von Events wie den Olympischen Spielen in Tokio und der Fußball-Europameisterschaft, deren Absagen uns fast alle betrüben, macht mich besonders traurig, dass unser 51. Wiehe-Bad-Schwimmfest in Bruchhausen-Vilsen abgesagt wurde. Das Schwimmfest macht immer besonders viel Spaß und bringt bei vielen Schwimmern neue Bestzeiten hervor.

Buch, Serie oder Film – was bevorzugen Sie? Und was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Wenn abends noch Zeit ist, schaue ich gerne einen Film oder eine Serie weiter. Zuletzt habe ich mir „Haus des Geldes“ angeschaut.

Was für eine Maske tragen Sie, und wer hat sie genäht?

Ich trage eine Maske, die von einer Arbeitskollegin meiner Mutter genäht wurde.

Mit wem würden Sie aktuell am wenigsten tauschen wollen?

Zum einen leisten diejenigen, die an vorderster Front stehen, harte Arbeit. Zum anderen möchte ich aber nicht mit denen tauschen, deren Existenzen zurzeit bedroht sind. Selbstständige und Angestellte aus betroffenen Branchen, die keine staatliche Unterstützung erhalten, haben schwer zu kämpfen. Auch für Menschen, die jemanden durch die Krankheit verloren haben, ist die Zeit besonders hart.

Müritz oder Mallorca? Balkonien oder Balearen? Wie sehen Ihre Urlaubspläne für dieses Jahr aus?

Ich bevorzuge die Balearen, trotzdem halte ich mich an die verschiedenen Empfehlungen. Sollte sich der Verlauf der Pandemie noch weiter verbessern – und man kann ohne Bedenken wieder reisen – schließe ich eine Reise ins Ausland jedoch nicht aus, um auch unsere Reisebüros und die Wirtschaft zu unterstützen.

Wenn morgen alles wie vorher wäre: Was würden Sie als Erstes machen?

Da die Schwimmbäder und Fitnessstudios wieder geöffnet sind, sind meine ersten beiden Wünsche schon erfüllt. Ansonsten würde ich gerne wieder Zeit mit Freunden verbringen und ausgehen oder einen Urlaub buchen, ohne das Virus ständig im Hinterkopf zu haben.

Von Julian Diekmann

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