Über Zanovica in der Slowakei und Meißen nach Glasgow

Die Wessels: In wenigen Tagen durch halb Europa

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Nils Wessel (rechts) und sein Vater Marc sind in Sachen Speedway momentan mächtig auf Achse. 

Schwarme - Von Gerd Töbelmann. Untätigkeit in den Sommerferien? Das kann man Nils-Oliver Wessel mit Sicherheit nicht vorwerfen. In diesen Tagen spult der 18-jährige Speedwayfahrer des MSC Schwarme ein fast schon mörderisches Programm ab. Vater Marc, zugleich der MSC-Chef, ist dabei immer an der Seite seines Sohnes und meint zu dem ganzen Aufwand: „Ein bisschen verrückt ist es schon, aber Nils und ich lieben eben diesen Sport.“

Los ging es am vergangenen Samstag im slowakischen Zanovica. Von Schwarme aus sind das mal eben 1 100 Kilometer – pro Strecke wohlgemerkt. Zusammen mit dem Güstrower Lukas Baumann nahm Wessel dort an der Paar-Europameisterschaft im Speedway der U 19-Fahrer teil. Wessel punktete auch regelmäßig, doch von sieben National-Teams reichte es für das Duo am Ende nur zum vorletzten Platz, wobei der Abstand nach vorn nicht sehr groß war. Den Titel holte sich Polen vor Dänemark und Lettland.

Nach nur kurzer Verschnaufpause in Osteuropa ging es dann um 20.30 Uhr ins etwa 650 Kilometer entfernte Meißen, wo der Tross am Sonntag um 4.00 Uhr eintraf. In Meißen stand ein Lauf zur 2. Speedway-Bundesliga auf dem Programm. Um 12.30 Uhr war Pflichttraining, ehe um 14.00 Uhr die Rennen folgten. Dabei vertrat Wessel junior die Farben des MSC Eiching, der am Ende mit Wessels Zutun den zweiten Platz belegte. „Das war kein großer Stress, denn Meißen lag fast genau auf unserer Strecke zurück nach Schwarme“, sagt Wessel senior und schmunzelt dabei. Gegen 17.30 Uhr waren die Rennen in der Porzellanstadt beendet. Dann ab in den Transporter in Richtung Heimat. Gegen 22.30 Uhr traf das Wessel-Duo dann in Schwarme ein.

Jetzt aber die Füße hochlegen? Das war nicht der Plan von Nils Wessel, der am Montag schon wieder auf der Speedwaybahn im Schwarmer Bruch trainierte, um neues Material zu testen.

Schließlich steht am Wochenende ein weiteres Saisonhighlight auf dem Plan. Im schottischen Glasgow vertritt der Youngster mit drei weiteren Fahrern die deutschen Farben im Halbfinale der Team-WM für U 21-Junioren. Von Schwarme aus sind das pro Strecke mal eben 1 300 Kilometer. Die Rennen sind am Samstag, aber bereits heute startet das Schwarmer Duo in Richtung Schottland, wobei für die Überfahrt die Fähre genommen wird. „Durch den Tunnel ginge es zwar schneller, aber das ist sehr viel teurer“, weiß Marc Wessel und freut sich auch schon auf diesen Trip.

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