Weiterentwicklung vermisst

Schops, Trainer des TuS Sulingen, steigt aus – dankbar und ein bisschen stolz

Maarten Schops hört am Saisonende beim TuS Sulingen auf – nach dann vier Jahren als Trainer. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat“, sagt der frühere Spieler. Im neuen Jahr will er seine A-Lizenz in Angriff nehmen. - Foto: J. Diekmann
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Maarten Schops hört am Saisonende beim TuS Sulingen auf – nach dann vier Jahren als Trainer. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat“, sagt der frühere Spieler. Im neuen Jahr will er seine A-Lizenz in Angriff nehmen. 

Sulingen - Von Cord Krüger. Am Freitagabend hatte Maarten Schops sie mal alle um sich herum – die aktuell verletzten und die fitten Fußballer des TuS Sulingen. Doch die Stimmung während der Weihnachtsfeier des Landesligisten bekam einen Knick, als Trainer Schops seinen Ausstieg zum Saisonende ankündigte. „Vielleicht hätte es bessere Gelegenheiten gegeben, aber diesmal waren wir eben alle zusammen. Und ich wollte die Spieler so früh wie möglich informieren“, erklärte der Belgier. „Es ist zwar niemand vom Stuhl gefallen, aber einige waren schon überrascht. Auf der anderen Seite weiß jeder, der mal Fußball gespielt hat, dass vier Jahre als Trainer derselben Mannschaft eine lange Zeit sind.“

Diese Zeit endet nun in knapp sechs Monaten – weil der ehrgeizige Ex-Profi zuletzt die Fortschritte vermisste: „Ich habe nicht mehr die Weiterentwicklung erkannt“, verdeutlicht Schops. Und um den Weg für etwas Neues freizumachen, „habe ich mich zu einem Schlussstrich entschlossen – im Guten und nicht im Groll“. Auch Abteilungsleiter Ralf Knake stellt klar, „dass es da kein böses Blut gegeben hat. Wir hätten gern mit ihm weitergemacht – und die Jungs auch.“ 

Immerhin habe der TuS unter ihm die erfolgreichste Zeit seiner Vereinsgeschichte gehabt. Einigen sei allerdings der Aufwand in der Landesliga zu groß geworden: „Maarten verlangt eben viel, er ist ein Perfektionist.“ Doch die Mannschaft und der Inhaber der Elite-Jugend-Lizenz hätten sich darauf verständigt, im neuen Jahr alles zu versuchen, um oben anzugreifen. „Für ganz vorn reicht es wohl nicht mehr, aber Maarten möchte noch Dritter werden“, berichtet Knake.

Vor fast fünf Jahren war Schops als Mittelfeldspieler vom BSV Rehden II in den Sportpark gekommen. Eineinhalb Jahre lang ließ er dort seine über 20-jährige Karriere, unter anderem mit Erstliga-Einsätzen in Belgien und den Niederlanden, ausklingen. Der TuS und viele alte Weggegfährten bescherten ihm 2015 ein Abschiedsspiel, „das mir als Highlight in Erinnerung bleiben wird“. Doch plötzlich war doch nicht Schluss – denn der bisher spielende Co-Trainer Schops stieg zum Chefcoach auf. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat. Den Schritt habe ich nie bereut.“

„Mit ihm ist die Mannschaft zusammengewachsen“

Und der akribische Fußball-Arbeiter zahlte zurück: zwei Bezirkspokalsiege 2016 und 2017, zudem in seiner zweiten Trainer-Saison die Landesliga-Meisterschaft und der Oberliga-Aufstieg. Nie zuvor hatte ein Team den Hannoverschen Bezirkspokal verteidigen können, nun gelang es – und der TuS Sulingen feierte das Double. 

„Dass wir das aber alles mit fairen Mitteln geschafft haben, macht mich noch stolzer“, unterstreicht der früher kompromisslose Sechser in Erinnerung an vordere Platzierungen in der Fairnesswertung: „Und ich bin den Spielern dankbar, dass sie uns im Trainerteam dermaßen unterstützt haben.“ Knake nennt noch eine weitere Leistung des Belgiers: „Mit ihm ist die Mannschaft zusammengewachsen.“

Als Tiefpunkt nennt der Noch-Coach den unglücklichen Abstieg aus der Oberliga im Sommer – nach einer überzeugenden Hinrunde. „Auch das frühe Pokal-Aus hatten wir uns so natürlich nicht vorgestellt“, räumt der TuS-Coach in Erinnerung an das 1:2 beim Stadtrivalen FC Sulingen aus der Bezirksliga ein.

Das allein gab jedoch nicht den Ausschlag, seinen Abschied einzuleiten, sondern eher der Eindruck, dass die Mannschaft einen neuen Impuls brauche. „Außerdem will ich mich weiterbilden und die Prüfung zur A-Lizenz ablegen“, verrät der 42-Jährige. Sollte sich parallel dazu ein Angebot von einem anderen Verein ergeben, „müsste man darüber reden. Aber ich habe eine tolle Frau und zwei wunderbare Kinder. Langweilig würde mir nicht werden…“

Knake und der Abteilungsvorstand wiederum haben ebenfalls noch nicht die Fühler nach einem Nachfolger ausgestreckt. „Ich gehe aber davon aus, dass wir nächstes Jahr einen Trainer haben werden“, meint der einstige TuS-Spieler und -Trainer süffisant: „Das Feld ist bestellt.“ Auch dank Maarten Schops.

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