Schops beendet Karriere nach 22 Herren-Jahren / Gänsehaut im Uefa-Pokal

Eine Träne im Knopfloch: Maarten sagt „tot ziens“

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Auch mit 39 Jahren ist Maarten Schops (rechts) noch ein Vorbild an Einsatzwillen und Leidenschaft. Am Saisonende beendet der Mittelfeldspieler des TuS Sulingen seine Karriere.

Sulingen - Von Arne Flügge. Parkstadion Gelsenkirchen. Dienstag, 10. September 1996: Es läuft die 87. Minute im Uefa-Cup-Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und dem niederländischen Erstligisten Roda Kerkrade. Dessen Trainer Huub Stevens gibt am Spielfeldrand einem blutjungen Spieler kurz vor dessen Einwechslung letzte Tipps. Der 20-Jährige ist ein wenig nervös, gleichzeitig aber auch voller Vorfreude. Es ist Maarten Schops.

Schalke gewinnt das Spiel am Ende mit 3:0, Kerkrade scheidet aus. Doch für Schops bleibt dieses Spiel unvergessen. „Es war ein unheimlich geiles Gefühl, vor über 50000 Zuschauern in diesem tollen Stadion zu spielen“, erinnert sich der heute 39-Jährige: „Für einen jungen Spieler wie mich damals war es ein unglaublich schönes Erlebnis, Gänsehaut pur.“ Stevens heuert kurz darauf übrigens bei Schalke an – und gewinnt noch in derselben Saison mit den legendären „Eurofightern“ den Uefa-Pokal...

Schops bleibt in Holland, macht sich dort einen Namen als harter und kompromissloser Sechser. Nach 140 Spielen in der Eredevisie geht er 2004 zum FC V. Geel in seine belgische Heimat zurück, bevor er 2005 für vier Jahre beim BV Cloppenburg anheuert, ehe er 2009 zum BSV Rehden kommt. Viereinhalb Jahre bleibt er dort, wird Kapitän der Regionalliga-Mannschaft, ehe Schops im Winter 2014 zum TuS Sulingen in die Landesliga wechselt.

Im Sommer macht Maarten Schops nun Schluss. Nach 22 Jahren Herrenfußball auf hoher und höchster Ebene hängt der Belgier seine Fußballschuhe an den Nagel. Maarten sagt Tschüss – oder wie es in seiner Muttersprache heißt: Maarten sagt „tot ziens“.

Sein Entschluss war ein „Bauchgefühl“, wie er sagt: „Es war eine lange Karriere und eine wunderschöne Zeit. Doch ich denke, es ist jetzt der richtige Moment, um aufzuhören. Und mit der Entscheidung kann ich sehr gut leben.“

Natürlich verlässt Schops die Fußballbühne mit einer Träne im Knopfloch. Er, für den Fußball sein Leben war und ist, soll jetzt einfach aufhören? „Ich weiß nicht, wie schwierig es für mich sein wird. Ich denke, es wird ein seltsames Gefühl sein. Ich werde sicherlich einiges vermissen – die Kabine, die Mannschaftssportart“, sagt Schops. Doch sein Entschluss steht. „Ich werde nicht mehr aktiv spielen. Auch nicht in der Alten Herren. Das kann ich nicht.“

Denn Schops ist ehrgeizig, Leistungsfußball – das ist sein Ding. Ohne Wenn und Aber. „Ich war immer hart gegen mich selbst, war nie schnell mit der eigenen Leistung zufrieden. Ich habe sehr viele Extraschichten eingelegt.“ Und das hat der Mittelfeldspieler auch immer von seinen Kollegen erwartet.

Mit seinem Streben nach Erfolg und Perfektion ist Schops auch oftmals übers Ziel hinausgeschossen. „Maarten lebt den Fußball mit Leidenschaft, und die Erwartungshaltung an ihn war immer besonders groß“, sagt sein Trainer Walter Brinkmann vom TuS Sulingen, „daher ist er häufig auch mal ausgerastet.“

Schops sagt dazu: „Es hat zu meiner Karriere gehört. Ich bin immer an meine Grenzen gegangen. Manchmal war der Ehrgeiz zu groß, so dass es darüber hinausgegangen ist.“

Natürlich wäre Maarten Schops in seiner Karriere auch gerne belgischer Nationalspieler geworden. Bis zur U 21 hatte er auch sämtliche Juniorenteams des Verbandes durchlaufen. Doch dann war Schluss. „Irgendwann“, sagt Schops, „habe ich den letzten Schritt vom hochtalentierten Fußballer zum Topspieler nicht mehr gemacht. Ich habe es nicht geschafft. Das muss man einfach im Rückblick so sagen. Doch ich bin dankbar für jede Minute, die ich mit den Jugend-Nationalmannschaften erleben durfte.“

Wenn Schops nun im Sommer seiner großen Liebe Fußball den Rücken kehrt, steht die nächste schon an seiner Seite: Töchterchen Lotta. „Ich kann dann mehr Zeit mit ihr verbringen“, sagt der 39-Jährige, „sie wird mich sicher auf Trab halten“.

Schops, der sich vorstellen könnte, künftig als Trainer zu arbeiten, wäre aber nicht Schops, wenn er nicht noch ehrgeizige Ziele hätte. „Ich will fit bleiben, kann jetzt nicht gleich auf Null zurückfahren“, sagt er: „Und irgendwann will ich mal einen Marathon laufen.“ So ist er eben. „Tot ziens“, Maarten.

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