SPIELER DES WOCHENENDES Christoph Hainke vom TSV Wetschen

Schneller, schnörkelloser Strahlemann

Richtig reingehauen: Christoph Hainke (rechts, hier gegen Eilveses Marcel Pagga) traf am Samstag zweimal und leitete ein weiteres Tor ein.
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Richtig reingehauen: Christoph Hainke (rechts, hier gegen Eilveses Marcel Pagga) traf am Samstag zweimal und leitete ein weiteres Tor ein.

Wetschen – Oliver Marcordes hatte ihn nicht vergessen, diesen schnellen Burschen, der den schnörkellosen Fußball bevorzugt – und vorwiegend den kürzesten Weg zum Tor anvisiert. „Deswegen wollte ich ihn auch unbedingt bei uns haben“, sagt der Trainer des TSV Wetschen über Christoph Hainke. Vor etwa sieben Jahren hatte er ihn erstmals erspäht. Marcordes, damals noch Trainer beim Barnstorfer SV, sah den zu dieser Zeit erst 17-Jährigen im Training der Zweiten.

„Irgendwann fiel dort mal eine Einheit aus und Olli hat gesagt: Trainier doch bei uns mit“, erinnert sich Hainke zurück. „Und kurz darauf hieß es: Du bleibst bei uns und gehst nicht mehr in die Zweite.“ Später folgte ein Abstecher zum SC Twistringen, ehe der Barnstorfer Jung‘ zum BSV heimkehrte – und seit diesem Sommer spult er seine Kilometer für den Wetscher Landesligisten ab.

„Haben uns in einen Rausch gespielt“

Dass er den Sprung von der Kreisliga zwei Klassen höher gepackt hat, bewies der 25-Jährige mal wieder am Samstag: Seine zwei Tore und ein herausgeholter Elfmeter gegen Spitzenreiter Eilvese bedeuteten mehr als die halbe Miete beim 5:1-Sieg und dem damit verbundenen Ticket zur Aufstiegsrunde. „Krass“, findet der Sport- und Fitnesskaufmann diesen dritten Platz zum Ende der Nordstaffel: „Aber vielleicht war unser großer Vorteil, dass uns das niemand zugetraut hat. Niemand hatte uns auf dem Schirm – und wir haben uns im Verlauf der Saison in einen Rausch gespielt.“

Zuletzt am Samstag im „Finale“ gegen die Übermannschaft aus Eilvese. „Irgendwie hatten wir schon beim Aufwärmen so einen Spaß, dass die nötige Lockerheit da war. Und nach dem 1:0 haben wir gemerkt: Heute geht was“, schildert der Vechtaer.

Dieses 1:0 ging auf sein Konto – „dank Christophs Antritt und seiner Schnelligkeit“, stellt Marcordes heraus. Hainke ging ins direkte Duell gegen Eilveses Keeper Bastian Fielsch, umkurvte ihn und schob mit links zur Führung ein. Bei der Erinnerung ans 2:1 lobt der Torschütze vor allem Kapitän und Vorbereiter Sören Sandmann: „Ich habe Sören gesehen, Sören hat mich gut gesehen – das hat gepasst.“ Schließlich holte der Doppelpacker noch den Elfmeter raus, den Moritz Raskopp zum 3:1 verwandelte. „Den kann man geben, muss man aber nicht“, formuliert es der 25-Jährige diplomatisch. Dabei lacht er wieder – eines seiner Markenzeichen. „Er ist ein unheimlich positiver Mensch“, stellt Marcordes heraus.

Ausgelassene Party nach „gebuchter“ Aufstiegsrunde

Wohl auch deshalb kam er nach seinem Wechsel im Sommer sofort beim Team an: „Ich bin hier super aufgenommen worden, wir lagen sofort auf einer Wellenlänge“, sagt er begeistert. Noch ein bisschen besser gefiel es ihm jedoch am Samstag. Erstens, „weil ich diesmal auf der rechten Seite spielen durfte – und nicht wie sonst auf der Sechs oder Zehn, wo ich nicht so viele Freiräume habe“. Zweitens, weil sich die Party danach im TSV-Vereinsheim noch um einiges ausgelassener darstellte als nach den bisherigen sechs Heimsiegen in dieser Serie: „Da gab‘s reichlich Bier – nach der entsprechenden Grundlage beim gemeinsamen Essen. Irgendwann zwischen ein und zwei Uhr bin ich dann aber nach Hause – ich war einfach platt.“ Einige Kollegen sind anscheinend noch weitergezogen, wie Marcordes beim Blick auf einige Disco-Bilder in der Messenger-Gruppe erspäht haben will. „Aber egal“, sagt der Coach: „Wir haben jetzt erst mal Winterpause und nichts weiter geplant.“

Was die Wetscher danach in der Aufstiegsrunde erwartet, lässt Hainke einfach auf sich zukommen. „Erst mal freuen wir uns, dass wir dabei sind. Und als eine der ersten drei Mannschaften dürfen wir ja zusätzlich im Bezirkspokal spielen – darauf hätte ich auch richtig Bock“, schwärmt der Offensivmann.

Ex-Trainer Behrens „hat mich wieder fit bekommen“

Bei aller Freude über das Erreichte vergisst er jedoch nicht, woher er kam: „Eigentlich hätte ich schon im Winter von Barnstorf nach Wetschen kommen sollen, aber ich habe gesagt, dass ich mich da das letzte halbe Jahr noch voll reinhaue.“ Doch dazu kam es nicht, weil die unterbrochene Serie wegen Corona gar nicht mehr wieder angepfiffen wurde.

Dankbar ist Hainke dem BSV und seinem damaligen Trainer Jörg Behrens allerdings noch immer: „Als ich damals beim SC Twistringen einen Kreuzbandriss hatte, wollte ich eigentlich mit dem Fußball aufhören“, erinnert sich der Vechtaer zurück. Schließlich fragte er aber bei Behrens und den Barnstorfern an, ob er „nur mal so“ wieder mittrainieren dürfe. „,Jockel‘ war einverstanden – und er als Physiotherapeut hat mich auch tatsächlich in seiner Praxis wieder fit bekommen“, nennt Hainke den „Hauptverantwortlichen“ für seine jetzige Landesliga-Zeit.

Von Cord Krüger

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