Nach nur fünf Kämpfen wurde Boxer Howanes Bambaljan zum Landesmeister

Schneller, aggressiver, genauer

Schule, Dauerlauf, Boxtraining: Für den Landesmeistertitel schuftete Howanes Bambaljan ohne Pausen.

SYKE (ahe) · „Es war der 20. März 2010.“ An das Datum seines größten Triumphs erinnert sich Howanes Bambaljan ganz genau. Denn der Boxer des TuS Syke beschenkte sich zu seinem 17.

Geburtstag selbst und kletterte in der Jugendklasse bis 64 Kilogramm auf den Niedersachsen-Thron. Die Landesmeisterschaft soll für den Armenier aus Bassum allerdings nur ein erster Schritt sein. Bambaljan will nach ganz oben: „Mein Ziel ist Olympia.“

Einmal das legendäre Feuer hautnah erleben – ein Traum, den tausende Amateurboxer träumen. Für den Kriegsflüchtling, der vor elf Jahren nach Deutschland kam, könnte er Wirklichkeit werden. Das glaubt zumindest Günter Weniger. Und der sollte es wissen. Schließlich ist der 69-Jährige seit satten 50 Jahren Boxtrainer, nahm 2007 auch Bambaljan unter seine Fittiche. „Wenn Howanes gesundheitlich keine Probleme bekommt und weiter dazulernt, kann er das schaffen. Die große Stärke des Jungen ist, dass er genau das umsetzt, was man ihm sagt“, sagt Weniger.

Nach einer täglich mehrstündigen Vorbereitung von vier Monaten und mit dem schon erboxten Weser-Ems-Meistertitel im Rücken hatte Howanes Bambaljan am 20. März mittags die Syker Olympiahalle betreten. „In der Nacht davor habe ich zwei Stunden wachgelegen. Für mich stand viel auf dem Spiel. Ich wollte den ganzen Schweiß und das harte Training nicht in den Dreck schmeißen“, erinnert sich der Elftklässler des Fachgymnasiums in Syke. Zwischen dem Wiegen und seinem Hauptkampf gegen Christian Landel (TV Papenburg) beschäftigte sich Bambaljan quälende vier Stunden lang nur mit einer Frage: „Wie kriege ich die Nervosität in den Griff?“ Zunächst einmal gar nicht. „Ich habe vor Aufregung Fieber bekommen“, schüttelt der Linksausleger, der den Landesmeistertitel im erst fünften Kampf ergatterte, immer noch ungläubig den Kopf. Die Erwartungshaltung an das Geburtstagskind war riesig: „Zu Hause haben um die hundert Freunde und Verwandte auf mich gewartet.“ Bambaljan wollte sie nicht in der Halle sehen, um sich nicht ablenken zu lassen.

Als die Familie ihren stolzen Zögling abends abholte, hatte der allen Grund zum Feiern. Gegner Landel hatte nicht den Hauch einer Chance gehabt, war in der zweiten von drei Runden sogar angezählt worden – und das, obwohl er bereits in der höchsten Jugendklasse boxte. „Howanes war schneller, aggressiver, schlug genauer“, klopft Günter Weniger dem früheren „Problemfall“, wie Bambaljan unumwunden zugibt, auf die Schulter: „Und Kondition hatte er auch mehr. Darauf lege ich nämlich großen Wert.“ Sieben Kilogramm hatte der Armenier für den großen Kampf an Gewicht verloren.

Es ist auffällig, wie dankbar der junge Boxer seinem Trainer ist. „Respekt und Disziplin“ habe Weniger ihm beigebracht – Eigenschaften, aus denen Titelsammler geschnitzt sind. Das nächste Highlight ist bereits anvisiert. Im nächsten Jahr will Bambaljan Norddeutscher Meister werden.

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