Siegtor vier Sekunden vor Schluss

Schneider Stuhrs Derby-Held

Stuhrs Keeper Aschkan Sadeghi wehrte gegen den TuS Sulingen mehrere wichtige Bälle ab und hielt sein Team damit im Spiel. - Foto: wes
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Stuhrs Keeper Aschkan Sadeghi wehrte gegen den TuS Sulingen mehrere wichtige Bälle ab und hielt sein Team damit im Spiel.

Brinkum - Noch zehn Sekunden auf der Uhr. Jan Mohrmann hatte in der Brinkumer KGS-Halle am Sonntag gerade zum 28:28 für den TuS Sulingen beim Landesliga-Konkurrenten HSG Stuhr getroffen, die Gäste schafften es aber nicht rechtzeitig, den siebten Feldspieler von der Platte zu nehmen und einen Keeper zwischen die Pfosten zu stellen.

Christoph Schneider schaltete beim Anwurf am schnellsten und schleuderte die Kugel vier Sekunden vor Schluss zum 29:28 (16:15)-Heimsieg ins leere Tor. „Derby-Sieger, Derby-Sieger“, feierten die HSG-Spieler.

Ihr Trainer Sven Engelmann blieb da auf dem Teppich. „Mit dem Begriff ,Derby’ bin ich vorsichtig, aber bei meinen Jungs hat diese Konstellation gewirkt. Die Körpersprache war eine ganz andere, alle haben konzentriert auf den Punkt gespielt. Nur sieben technische Fehler und 13 Fehlwürfe – das sah viel besser aus als sonst“, lobte er seine Crew.

Sein Sulinger Kollege Hartmut Engelke stimmte zu: „Stuhr hat heute meiner Meinung nach den größeren Willen gezeigt, dieses Duell zu gewinnen. Das ist der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen muss.“

Sulingen erfolgreich in der Startphase

Die Anfangsphase sah aus Sulinger Sicht noch gut aus. Der TuS lag über 4:2 (3.), 7:5 (10.) und 8:7 (15.) meistens vorn, ehe Sebastian Beckmann zum 9:9 ausglich (17.). Über 13:13 (23.) und 14:14 (27.) blieb es in der ersten Hälfte eng. 

Dazu trug auch die gute HSG-Deckungsarbeit bei, die sich jedoch beim Bearbeiten von Sulingens Rückraum-Shooter Jan Mohrmann (am Ende zehn Treffer) laut Engelke „an der Grenze des Erlaubten“ bewegte: „Jan hat einige Schläge auf den Körper abbekommen, so dass ihm schon gelegentlich die Luft wegblieb.“ Engelmann sah das als noch gerechtfertigt an. „Zuvor hatten wir noch überlegt, ob wir Jan nicht in Manndeckung nehmen sollten, sind dann aber zum Schluss gekommen, dass Sulingen ja noch mehrere weitere gute Spieler in seinen Reihen hat“, erklärte der HSG-Coach.

Also gab’s eine kompakte Deckung. Ganze Arbeit leisteten auch die Keeper beider Seiten. Gerrit Uhlhorn spielte den solidesten Part bei den Gästen, sein Gegenüber Aschkan Sadeghi zeigte allerdings die spektakuläreren Paraden: „Aschkan hat einige wichtige Bälle weggenommen“, lobte Engelke. Trotzdem kamen die Sulinger regelmäßig durch, Linksaußen Julian Wilkens gefiel beispielsweise mit sechs Treffern.

Engelmann mit Kollektiv zufrieden

Auf der anderen Seite ließ es Stuhrs Sven Knief achtmal klingeln, Engelmann wollte aber niemanden aus seinem Team hervorheben: „Das wäre ungerecht: Heute haben alle ganze Arbeit geleistet – auf dem Feld und von der Bank aus. So stelle ich mir das eigentlich immer vor.“

Deshalb blieben die Hausherren nach dem Seitenwechsel mit 18:17 (38.) durch Thorben Schierenbeck vorn, führten durch einen Siebenmeter von Routinier Stefan Schröder mit 20:19 (42.) und Schierenbecks sechsten Treffer zum 23:21 (52.). Bei Marvin Rauers 27:23 (56.) „wurden wir nervös, weil wir merkten, dass wir das Ding tatsächlich gewinnen können“, urteilte Engelmann.

So schlichen sich Fehler bei Stuhr ein, und der bärenstarke Jan Scharf, der trotz seines Bänderrisses fünf Treffer landete, Wilkens per Doppelpack und Mohrmann brachten den Tabellendritten auf 27:27 (59.) heran. Es folgte das Herzschlag-Finale mit dem besseren Ende für den Siebten.

ck

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