TRAINER-TANDEM Christian Meyer und Stephan Stindt seit sechs Jahren in Stuhr erfolgreich

Nur das Schnarchen stört die Harmonie

Wer ist hier der Boss? Der Fingerzeig von Stephan Stindt (r.). trügt. Er und Christian Meyer sind beim TV Stuhr gleichberechtigte Trainerpartner. Gleichwohl ging die Initiative zu dieser Teambildung von Meyer aus. Foto: Krüger

Stuhr - Von Carsten Drösemeyer. Sie sind die Dauerbrenner unter den Trainer-Duos des Diepholzer Fußballkreises: Seit nunmehr sechs Jahren steht das Gespann Christian Meyer/Stephan Stindt auf der Kommandobrücke des Bezirksligisten TV Stuhr – und dies mit beachtlichem Erfolg. Bis in die Landesliga führten die beiden Kumpel dabei den TVS. Zwar nur für eine Saison, doch auch in der Bezirksliga haben der 39-jährige Meyer und der 43-jährige Stindt viel Freude an ihrem Job, wie das folgende Gespräch mit den Stuhrer „Machern“ zeigt.

Mal Hand aufs Herz: Gibt es nach sechs Jahren Tage, wo Sie den anderen nicht mehr sehen können?

Christian Meyer: (lacht) Nur im Trainingslager. Stephan zersägt nachts beim Schnarchen nämlich regelmäßig Baumkolonien. Aber ansonsten hatten wir tatsächlich in all der Zeit nie Streit.

Stephan Stindt: Das stimmt. Das Einzige, was ich an Christian nicht mehr sehen kann, ist seine uralte Sporttasche. Die hat er gefühlt schon 100 Jahre.

Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit? Wer hatte die Idee dazu?

Meyer: Das war ich. Nach einigen Jahren als alleinverantwortlicher Trainer wurde der berufliche Stress immer mehr, sodass ich nach einer Lösung für mehr Entlastung gesucht habe. Deshalb habe ich Stephan einfach mal zu einem lockeren Gespräch zu mir auf die Terrasse eingeladen.

Stindt: Moment. Wir hatten vorher beim Okeler Hallenturnier bereits einen ersten kleinen Austausch. Aber okay, das erste längere Gespräch hat tatsächlich bei Christian stattgefunden.

Und was ging Ihnen dabei so durch den Kopf, Herr Stindt?

Stindt: Für mich klang es gleich interessant. Ich kannte ja Christian schon lange und wusste, dass wir beim Fußball ähnlich ticken.

Aber keiner von Ihnen hatte Erfahrungswerte mit zwei gleichberechtigten Trainern.

Meyer: Richtig. Ich hatte es zuvor in Stuhr lange alleine probiert und Stephan beim TSV Bassum und dem SC Weyhe. Zuerst mussten wir uns in die Zusammenarbeit natürlich reinfinden.

Stindt: Aber wir sind ja beide sehr kompromissbereit. Deshalb hatte ich eigentlich von Beginn an ein gutes Gefühl.

Es klappte also auf Anhieb?

Meyer: Ja, die Vorteile überwogen eindeutig. Natürlich musste jeder etwas zurückstecken und konnte nicht mehr alleine entscheiden. Dafür war aber auch kompetentes Training in zwei Gruppen möglich – und ich bekam durch Stephan oftmals eine völlig andere Sichtweise auf Situationen.

Stindt: So sehe ich das auch. Dadurch konnten wir unsere unterschiedlichen Stärken bündeln. Für mich eine ganz klare Win-win-Situation.

Aber es muss doch auch mal kontroverse Diskussionen oder Streit gegeben haben. . .

Stindt: Tatsächlich fällt mir da nichts ein. Dir, Christian?

Meyer: Nein. Wir haben immer Kompromisse gefunden. Keiner wollte seinen Kopf alleine durchsetzen. Ich fand unseren Austausch eigentlich immer befruchtend, da wir am Ende stets eine gute Lösung für alle gefunden haben.

Stindt: Und so unerfolgreich waren wir dabei ja auch nicht. Immerhin mischen wir Jahr für Jahr in der Bezirksliga oben mit und konnten sogar einmal die Meisterschaft und den Landesliga-Aufstieg feiern.

Was ist denn Ihr Erfolgsrezept? Warum läuft es bei zwei Alphatieren so harmonisch ab?

Stindt: Es muss halt menschlich stimmen. Ich kenne Christian, seitdem er 18 ist. Es funktioniert auch deshalb so gut, weil über die Jahre eine enge Freundschaft entstanden ist.

Meyer: Die Freundschaft ist mittlerweile sogar so dick, dass unsere Kinder fast gleichzeitig auf die Welt gekommen sind (lacht). Die Spieler witzelten schon, ob unsere Frauen wüssten, von wem die Kinder eigentlich sind.

Stindt: Also, meine Frau weiß es (grinst).

Das klingt nach weiteren gemeinsamen Jahren.

Meyer: Also, Abnutzungserscheinungen stelle ich nicht bei uns fest. Von mir aus gerne. Schließlich ist Stephan mein Ruhepol während der Spiele. Durch ihn bin ich schon bedeutend gelassener geworden.

Stindt: Aber die Silberhochzeit möchte ich trotzdem lieber mit meiner Frau feiern. Außerdem schnarche ich Dir ja bei Trainingslagern zu viel (lacht).

Meyer: Dafür gäbe es ja Einzelzimmer. Mal im Ernst: 25 Jahre werden wir wohl nicht beim TV Stuhr zusammenarbeiten. Aber momentan läuft es super und macht viel Spaß. Es darf also gerne noch einige Zeit weitergehen.

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