Im Schlussdoppel war aller Schmerz vergessen / Barrier sauer / Meyers Entschuldigung

„Blitzheilung“ von Franz bringt Bassum noch das 8:8

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Karl-Heinz Franz stand gegen Barrien im Mittelpunkt: Der Bassumer verletzte sich in seinem ersten Einzel, schenkte sein zweites Match ab, trat aber im Schlussdoppel wieder an und trug maßgeblich zum 8:8 bei.

Bassum - Und plötzlich konnte der Lahme wieder gehen: Nein, es soll im Lokalsport keine Geschichte aus der Bibel hervorgekramt werden. Vielmehr spielte sich diese wundersame Genesung im Spiel der 1. Tischtennis-Bezirksklasse zwischen dem TSV Bassum und dem TSV Barrien ab. Obwohl Bassums Karl-Heinz Franz nach seiner Einzel-Niederlage gegen Carsten Drösemeyer bei sich einen Muskelfaserriss diagnostiziert hatte, trug er am Ende im Abschlussdoppel erheblich zum 8:8-Teilerfolg der Hausherren bei.

Wie das geht? Dazu später mehr. Doch der Reihe nach: Bis zum 3:3 verlief die Partie unspektakulär. Auch das Match zwischen Franz und Drösemeyer schleppte sich zunächst so dahin. Bassums Nummer vier wirkte sicherer als der fahrige Drösemeyer, lag mit 2:1 Sätzen in Front und hatte im vierten Durchgang bereits den Sieg vor Augen. Doch dann der Schock für Franz: Er vertrat sich, verlor die Konzentration und verlor trotz eines Matchballs schlussendlich noch mit 2:3. „Das war‘s. Ich habe einen Muskelfaserriss,“ verkündete Franz und gab seinen Verzicht auf das zweite Einzel und ein eventuelles Abschlussdoppel bekannt. Sprach’s, duschte und setzte sich anschließend in Badeschlappen auf die Bank.

Für die Gastgeber ein Schock, für Barrien hingegen das Signal zur Tempoverschärfung. Mit beeindruckenden Leistungen brachten Tim Schumacher, Rüdiger Schanzmann sowie der überragende Spitzenspieler Patrick Damaschun die Gäste mit 7:3 in Front. Aus Barrier Sicht war somit die Messe gelesen. Denn: Niemand zweifelte an der Ankündigung von Franz, nicht mehr anzutreten, so dass Barrien die erforderlichen neun Zähler bereits im Sack hatte. Dachten die Gäste zumindest und ließen es fortan wesentlich gemütlicher angehen. Nach dem kampflosen 0:3 von Franz gegen Karsten Meyer schenkte zwar kein Barrier sein Einzel freiwillig ab, aber im Gefühl des sicheren Sieges fehlte bei den Gäste-Akteuren schon der letzte Schuss Ernst und Konzentration.

Was sich rächen sollte: Klammheimlich hatte sich Franz während der Bassumer Aufholjagd zum 7:8 wieder sein Sportdress angezogen, schnappte sich seinen verdutzten Doppelpartner Andreas Lehmkuhl und trat zum Abschlussdoppel an. Gegen ein sichtlich entgeistertes Barrier Duo Damaschun/Wünderlich, das den Kopf ob dieser überraschenden Wendung nicht mehr frei bekam und in fünf Sätzen zum 8:8-Endstand unterlag. Auch dank einer bärenstarken Leistung von Franz, dem eine Verletzung kaum anzumerken war, wie Damaschun treffend feststellte: „Erst jammert Franz rum, was er für Schmerzen hat und dann hüpft er wie ein junges Reh durch die Halle.“ Eine arglistige Täuschung wollten die Barrier Bassums Nummer vier zwar nicht unterstellen, doch ein fader Beigeschmack blieb für die Gäste bestehen.

Franz indes war sich keiner Schuld bewusst: „Ich weiß gar nicht, worüber sich die Barrier aufregen.“ Sein eigener Mannschaftsführer Torsten Meyer, als fairer Sportsmann bekannt, wusste es allerdings schon, denn die Sache war ihm peinlich: „Ich muss mich bei Barrien entschuldigen. Dieses Doppel hätte nie stattfinden dürfen.“

drö

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