Nach Bronze bei Hallen-EM: Neele Eckhardt-Noack freut sich auf ihre Badewanne

Schlaflos in Torun

Torun/Polen – Ein „Feierbiest“ wird Neele Eckhardt-Noack wohl nicht mehr. „Die Hotelbar habe ich gemieden. Es gab lediglich ein Abendessen“, berichtet die 28-jährige. Doch Nachtruhe hat die Dreispringerin, die früher für den TSV Asendorf an den Start ging und heute in Diensten der LG Göttingen ist, am Sonntagabend dennoch nicht bekommen. „Ich hatte eine schlaflose Nacht“, erklärt die frisch gebackene Bronzemedaillengewinnerin einen Tag nach den Hallen-Europameisterschaften im polnischen Torun:

„Ich fahre jetzt ganz entspannt in meine Heimatstadt Hannover und werde dann erst mal etwas richtig leckeres essen. Danach wird ganz entspannt angestoßen. Und den Abend werde ich definitiv in der Badewanne verbringen. Anschließend geht es früh ins Bett“, verrät Eckhardt-Noack, der am Sonntag mit 14,52 Metern der weiteste Satz ihrer Karriere gelungen ist.

„Mit einer solchen Weite habe ich überhaupt nicht gerechnet“, staunt die Jurastudentin über ihren grandiosen dritten Versuch: „Ich habe erst gar nicht gemerkt, dass der Sprung so weit war. Ich war sehr ungläubig, als ich die Weite auf der Anzeigetafel gesehen hatte. In dem Moment habe ich die pure Freude verspürt.“

Zwar fühlte sich der Sprung „leicht und schnell“ an, „aber auch nicht viel anders als die anderen. Deswegen war ich von der Weite so überrascht“, erzählt die 28-Jährige, die seit Februar 2019 mit dem ehemaligen Wasserball-Bundesligaspieler Richard Noack verheiratet und in Torun erstmals unter dem Namen Neele Eckhardt-Noak gestartet ist. Doch eine zusätzliche Motivation verspürte sie dadurch nicht. „Nee, das ist unabhängig davon. Welchen Namen ich trage, ist vollkommen egal. Das war kein extra Boost für mich.“

Und dass sie Gold in diesem wahnsinnigen Dreisprung-Krimi um nur einen Zentimeter verpasst hatte, stört sie ebenfalls nicht. „Ich ärgere mich überhaupt nicht. Es hätte für mich nicht besser laufen können.“ Zumal sie ihre persönliche Bestmarke in der Halle von 14,12 Metern, die sie einen Tag zuvor in der Qualifikation gesprungen war, am Finaltag um sage und schreibe 40 Zentimeter steigerte. „In dem Moment hat einfach ganz, ganz viel zusammengepasst. Ich bin momentan gut drauf, so gut wie noch nie“, urteilt Eckhardt-Noack.

Ist sie also in der Form ihres Lebens? „Ich hoffe natürlich, dass sie erst in Tokio kommt“, schmunzelt die drittbeste Dreispringerin des Kontinents. Die Weite bedeutet nicht nur neue persönliche Bestleistung, sondern berechtigt auch zur Teilnahme an den Olympischen Spielen, die im Sommer in der japanischen Hauptstadt ausgetragen werden sollen. Ob sie aufgrund der Corona-Pandemie überhaupt stattfinden, steht noch in den Sternen. Doch Eckhardt-Noack ist zuversichtlich: „Ich glaube, dass die Olympischen Spiele sicher zu gestalten sind – nur halt mit einem sehr großen Aufwand.“

In Tokio hofft sie natürlich auf einen weiteren Sahnetag wie am Sonntag in Torun. Intensive Gedanken darüber macht sich Eckhardt-Noak aktuell aber nicht. Eine Badewanne mit heißem Wasser und eine Mütze Schlaf sind gerade dringlicher . . .

Von Julian Diekmann

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