Weyher Triathlet setzt neue Maßstäbe im Kreis Diepholz / „Alles erst noch sacken lassen“

Start-Nr. 24: Schindler schuftet in Hölle von Hawaii

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Vorbei an den Lava-Feldern und der spärlichen Vegetation auf Hawaii rast Maik Schindler dem Ziel entgegen. Nach 9:18:06 Stunden hatte er es geschafft und riss erleichtert die Arme hoch (kleines Bild).

Weyhe - Von Christiane Golenia„Wenn ich was mache, dann will ich es gut machen!“, sagt Maik Schindler von sich. Was der Triathlet vom SC Weyhe am 12. Oktober diesen Jahres bei den Ironman World Championships auf Hawaii vollbrachte, war mehr als gut, es war perfekt.

In 9:18:06 Stunden setzte der 29-Jährige neue Maßstäbe für den Kreis Diepholz. Keiner vor ihm war im Mekka aller Triathleten in so jungen Jahren am Start und dabei so schnell.

Zehn Wochen liegt der Erfolg auf Hawaii nun zurück. Was Maik Schindler seitdem an Sport getrieben hat? „Wenig und das auch nur im Wellnessbereich“, gesteht Schindler. Ein schlechtes Gewissen hat er dabei nicht: „Ich muss das alles erst noch sacken lassen.“

„Das alles“ – damit meint Schindler nicht nur seinen Wettkampf, die 3,8 Kilometer Schwimmen im Pazifik in der Bucht von Kailua-Kona im Feld von über 2000 Startern, die 180 Rad-Kilometer vorbei an Lava-Feldern sowie der abschließende Marathonlauf, der ihn ans Limit brachte und schließlich mit einem sehr emotionalen Zieleinlauf endete, der ihm Platz 16 in der M 25 sowie den Platz 132 insgesamt einbrachte. „Man muss es selbst erlebt haben, um zu verstehen, wenn vom Mythos Hawaii gesprochen wird. Es war ein tolles Feeling und eine traumhafte Stimmung während des gesamten Aufenthaltes.“

Vom Ironman Hawaii war Schindler bereits als Zehnjähriger fasziniert gewesen, als er den Wettkampf an einem Sonntagmorgen im Fernsehen verfolgt hatte. Den ersten eigenen Wettkampf absolvierte der Maschinenbauingenieur allerdings erst etliche Jahre später beim Silbersee-Triathlon. 2006 schloss er sich dem SC Weyhe an, nachdem er seinen ersten Landesmeistertitel über die Mitteldistanz mangels Startpasses noch verschenkt hatte. 2007 folgte bereits die erste Langdistanz in Glücksburg in 9:53 Stunden. Ab 2010 war die Qualifikation für Hawaii das hochgesteckte Ziel. Die Rennen beim Ironman Austria in Klagenfurt 2010 („Trainingsmangel“) und 2011 („Kopf nicht frei“) ließen Reserven erkennen. 2012 beendete ein Ermüdungsbruch vorzeitig alle Pläne.

Dann 2013: Endlich passte alles. Nach dem Landesmeistertitel auf der Mitteldistanz holte sich Schindler beim Ironman Germany in Frankfurt in Bestzeit von 8:59:25 Stunden als Vierter der M 25 das begehrte Ticket.

Nach Frank Mömkes und Horst Wittmershaus ist Schindler jetzt der dritte Hawaii-Finisher beim SC Weyhe und zugleich der Schnellste. Für Schindler hat sich damit, wie zuvor auch bei Frank Mömkes und Andreas Reinert, die Zusammenarbeit mit Landestrainer Daniel Wienbreier ausgezahlt. Und die wird sich dann wohl auch fortsetzen, wenn es für Schindler in den nächsten Jahren mal wieder auf die Langdistanz geht. Denn auf seinen Lorbeeren will sich der Weyher keineswegs ausruhen. „Ich bin nun mal Wettkämpfer!“

Den zahlreichen Gratulationen, die Maik Schindler für sein Rennen auf Hawaii aus Freundes- und Sportlerkreisen erhielt, schloss sich auch der siebenfache Hawaii-Starter Stefan Kramer an, der in 1999 in 9:22 Stunden Vize-Weltmeister seiner Altersklasse wurde. „Das war eine bärenstarke Leistung, erst recht bei einer Premiere und erst recht in dem Alter. Da ist noch viel möglich“, unterstrich Kramer. Den Worten des Twistringers ist nichts mehr hinzuzufügen.

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