„Krabbe“ und „Äffchen“ sind immer dabei

Brinkums Torwart Benjamin Schimmel glänzt im BSV-Duell

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Benjamin Schimmel ist seit Sommer die klare Nummer eins beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV.

Brinkum - Von Malte Rehnert. Gehen wir mal 26,5 Jahre zurück. Benjamin Schimmel macht seine ersten Schritte als Fußballer. Dreieinhalb ist er, als seine Eltern ihn bei den Sportfreunden Ricklingen anmelden – in der „Pampersliga“.

Anfangs spielt er noch im Feld. „Mal Libero, mal zentrales Mittelfeld, mal Rechtsaußen“, erinnert er sich. In der C-Jugend wechselt Schimmel dann ins Tor: „Da war vorher ein guter Kumpel von mir drin, dem wollte ich den Platz nicht wegnehmen.“ Bis 2010 bleibt der junge Sportfreund zwischen den Ricklinger Pfosten, dann zieht es ihn – „der Liebe wegen“ – nach Bremen. Seit Sommer ist der 30-Jährige nun beim Bremen-Ligisten Brinkumer SV. Und unumstritten.

„Ich wusste, dass er gut ist. Wir haben ihn als klare Nummer eins geholt – und das hat er gerechtfertigt. Er ist überragend und ein spielender Torwart, das hat man in dieser Klasse eher selten“, schwärmt Brinkums Manager Frank Kunzendorf und fügt noch anerkennend hinzu: „Benjamin gehört zu den Besten dieser Liga. Wir sind sehr froh, ihn zu haben.“

„Ich kann auch hin und wieder etwas lauter werden"

Was Schimmel alles draufhat, zeigte er am Samstag beim beachtlichen Brinkumer 1:1 bei Spitzenreiter Bremer SV. Mit tollen Paraden hielt der gebürtige Hannoveraner den Punkt im BSV-Duell fest. Groß feiern mag sich Schimmel dafür jedoch nicht. Zurückhaltend resümiert er: „Ich hatte einen ganz guten Tag erwischt. Aber eigentlich habe ich nur das gemacht, wofür ich da bin – Bälle halten.“

Dass er mal Torwart werden würde, war Schimmel schon in früher Jugend klar: „Torhüter und Linksaußen haben ja einen an der Waffel, sagt man – und das stimmt auch. Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich da hinten reinzustellen.“ Und extrovertiert müsse man sein. Und Angst vor Bällen dürfe man nicht haben. Und ein lautes Organ sei auch hilfreich. „Mal muss man loben, mal wachrütteln. Ich kann auch hin und wieder etwas lauter werden“, sagt Schimmel und schiebt grinsend hinterher: „Manchmal auch sehr laut.“

Im Gespräch ist davon nichts zu merken. Da wirkt er ruhig und sachlich, nett und sympathisch. Der Werkstattmeister scheint ein geerdeter Typ zu sein, der mittlerweile eine neue Heimat gefunden hat. In Kattenturm. Dort lebt Schimmel mit seiner Frau Aileen – einer Bremerin, wegen der er damals in die Hansestadt kam. Fußballerisch folgten Stationen beim TuS Schwachhausen (2010 - 2011 und 2016 - 2017), TSV Ottersberg (ein Monat 2011), Bremer SV (2001 - 2015) und SV Grohn (2015 - 2016).

Inzwischen hat das Paar zwei kleine Kinder: den anderthalbjährigen Mattis und die sechs Monate alte Leni-Sophie. „Dann haben wir das gleich erledigt“, sagt Schimmel mit einem Lächeln, „außerdem können die Kinder, wenn sie altersmäßig so nah beieinander sind, gut zusammen spielen.“ Sein Sohn trete „auch schon fleißig gegen den Ball“, berichtet er: „Und ich halte dann.“

„Ein bisschen Aberglaube ist dabei“

Den Nachwuchs hat Schimmel auch auf dem Platz immer dabei – auf seinen Handschuhen stehen die Namen seiner Kinder. Oder, auf anderen Paaren, die Spitznamen: „Krabbe“ und „Äffchen“. Sohn Mattis nennen die Schimmels so, „weil meine Frau in der Schwangerschaft gerne Krabben gegessen hat“, verrät der Vater, der nicht nur bei den Handschuhen, sondern auch beim Trikot eine nette Geschichte erzählen kann. 

Seit Ricklinger Jugendzeiten trägt er die Nummer 22: „Früher hat man nicht so oft neue Trikots bekommen. Der Vater meines besten Freundes war Betreuer in der Ersten Herren und hat mir mal ein Trikot mit der 22 mitgebracht.“ Seither trägt er diese Zahl. „Ein bisschen Aberglaube ist dabei“, sagt Schimmel schmunzelnd. Die „1“, die in Brinkum keiner der drei Keeper hat, brauche er nicht: „Diesen Status verdient man sich durch Leistung“, meint der 30-Jährige: „Und ich habe das Gefühl, das ist mir in Brinkum bisher ganz gut gelungen.“

In seinen zwölf Bremen-Liga-Spielen kassierte Schimmel 15 Gegentreffer – mehr als 30 sollen es am Saisonende auf keinen Fall sein: „Das nehme ich mir jedes Jahr vor.“ Und mit der Mannschaft (aktuell Fünfter) hat er auch ein klares Ziel: „Wir wollen alle Vizemeister werden.“ Sein Ex-Club Bremer SV sei zwar „definitiv schlagbar“, habe aber auch schon einen recht großen Vorsprung: „Da noch ranzukommen, ist unwahrscheinlich.“

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