Zur Fortsetzung des Spielbetriebs im Amateurfußball

Brinkmanns Vorschlag: „Die Saison für ein Jahr einfrieren“

„Ich gehe davon aus, dass die neue Saison nicht pünktlich starten kann“, sagt Walter Brinkmann, Coach des Fußball-Landesligisten TuS Sulingen. Foto: j.diekmann
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„Ich gehe davon aus, dass die neue Saison nicht pünktlich starten kann“, sagt Walter Brinkmann, Coach des Fußball-Landesligisten TuS Sulingen.

Brümsen/Sulingen - Der Frühling naht, die Sonne lacht, der Garten ruft – und Walter Brinkmann hat ihn gehört. Der 57-Jährige ist momentan viel an der frischen Luft und bringt den Außenbereich seines Hauses in Brümsen in Schuss.

Zeit dafür hat er. Er befindet sich beruflich im Vorruhestand – und sportlich geht ja momentan auch nichts. Zumindest nicht beim Fußball-Landesligisten TuS Sulingen, der wie alle anderen Mannschaften wegen der Corona-Pandemie zur Zwangspause verdonnert ist. Wird die aktuelle Saison nicht mehr abgeschlossen, erlebt Chefcoach Brinkmann einen sehr leisen Abschied beim TuS. Im Sommer hört er auf und gibt den Staffelstab an seine bisherigen Co-Trainer Manuel und Thorolf Meyer weiter. Das Punktspiel beim SC Hemmingen-Westerfeld am 24. November – vor mehr als vier Monaten – würde bei einem Abbruch sein letztes für Sulingen gewesen sein. Ausgeträumt wäre auch der Traum vom erneuten Triumph im Bezirkspokal, wo der TuS im Viertelfinale steht und am 13. April eigentlich gegen den TSV Krähenwinkel/Kaltenweide antreten sollte (die Partie ist abgesetzt). „Das ist aber momentan das geringste Problem“, sagt Brinkmann über das möglicherweise abrupte Ende seiner Amtszeit.

Der A-Lizenz-Inhaber macht sich – vielleicht auch mal während der Gartenarbeit – Gedanken darüber, wie der Amateurfußball in der Region die Coronakrise meistern kann. Und er bringt dabei einen interessanten Vorschlag ins Spiel: „Meiner Meinung nach sollte man die Saison jetzt abbrechen, einfrieren – und in genau einem Jahr dort wieder anfangen, wo man aufgehört hat.“ Zwölf Monate Pause, eine ziemlich lange Auszeit. „Ich weiß, dass jetzt einige sagen werden, dass das Quatsch ist“, meint Brinkmann, „aber ich gehe davon aus, dass die neue Saison nicht pünktlich starten kann. Dann hätte man wieder ein großes Dilemma. Und wir brauchen nicht darüber zu reden, dass man dann vielleicht den Winter durchspielen kann. Das wird nicht funktionieren.“

Dass die aktuelle Spielzeit mittels einer Verlängerung etwa bis Ende Juni noch irgendwie durchgebracht werden kann, hat Brinkmann längst abgehakt. Erst mal müssten andere Lebensbereiche der Menschen wieder „hochgefahren“ werden: „Das geht nicht alles gleichzeitig.“ Und das Freizeitvergnügen Amateurfußball sei seiner Meinung nach erst gegen Ende dran – deshalb favorisiert er die lange Pause. „Zudem wird es, wenn man den Experten glauben kann, erst in etwa einem Jahr einen Corona-Impfstoff geben. Und dann verändert sich die Situation schlagartig.“

Andere Modelle für die Fortsetzung des Spielbetriebs überzeugen Brinkmann nicht. Ein Abbruch der Saison mit Wertung – etwa, dass es Aufsteiger und keine Absteiger gibt? „Unrealistisch“, findet er, weil die dann neuen Größen der Ligen Schwierigkeiten bereiten würden. Die Saison komplett zu annulieren, sei vor allem ungerecht für die Mannschaften, die momentan voll auf Aufstiegskurs liegen – und dann eben nicht hoch dürften. Dass Einfrier-Modell, das er von der Oberliga abwärts anrät, sei eine sportliche fairere Variante für alle.

Sollte sich die Lage früher entspannen, als von Brinkmann erwartet, und es beispielsweise eher einen Impfstoff geben, „könnte man ab Herbst einen Supercup oder so etwas ausspielen. Dann hätte man zumindest wieder einen Pflichtspielcharakter.“

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