Das Saison-Aus im Fußball

Tabellenführer um FC Sulingen sind die großen Verlierer

Marcel Dörgeloh
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Im Mittelfeld eine Bank: Seckenhausens Marcel Dörgeloh, der dreimal für den Aufsteiger traf.

Die Saison 2020/21 wurde abgebrochen – und zwar ohne Auf- und Absteiger. Wie bei (fast) jeder Entscheidung, gibt es auch bei dieser einige Verlierer: die Tabellenführer der jeweiligen Ligen.

Syke/Diepholz – Was haben die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, der FC Sulingen, der TSV Weyhe-Lahausen und der Barnstorfer SV gemeinsam? Richtig: Sie sind in den jeweiligen Staffeln der Bezirksliga und Kreisliga Spitzenreiter. Der Haken: Alle vier Mannschaften dürfen nicht aufsteigen. Der Grund: Wegen der Corona-Pandemie brachen die Verantwortlichen des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) die Saison 2020/2021 ohne Auf- und Absteiger ab. Wir sprachen mit drei Trainern und einem sportlichen Leiter über den Abbruch.

TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Als Aufsteiger sorgte die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst in der Staffel 1 der Bezirksliga für Furore, holte in neun Spielen (sechs Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen) 19 Punkte und eroberte dadurch den ersten Platz. „Wir haben uns für die gebrachten Leistungen nicht belohnen können, hätten gern die Meisterrunde gespielt“, betont Andre Schmitz, sportlicher Leiter bei der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, rückblickend. In einem Punkt ist er sich sicher: „Uns hatten doch einige gar nicht auf dem Zettel stehen.“ Zu den Leistungsträgern beim Tabellenführer gehörte der erfahrene Marcel Dörgeloh (30) im offensiven Mittelfeld. Und der vom Mittelfeldakteur zum Innenverteidiger umfunktionierte Philip Kleingärtner schlug voll ein, verlor kaum einen Zweikampf. Offensivmann Jannis Helmbold, der dreimal traf, war aufgrund seiner Schnelligkeit kaum zu halten.

Schmitz nennt eine Stärke der Seckenhauser: „Der Zusammenhalt.“ Der 49-Jährige lobt in diesem Zusammenhang auch Coach Iman Bi Ria: „Er bietet ein modernes und abwechslungsreiches Training an. Die Jungs sind auch sehr wissbegierig.“

Wie geht es im zweiten Bezirksliga-Jahr weiter? „Wir werden daran arbeiten, die Leistungen zu bestätigen. Unseren Kader wollen wir noch besser und breiter aufstellen, denn er war vergangene Spielzeit zu dünn besetzt“, erläutert der in Seckenhausen wohnende Schmitz. Er sehnt das Mannschaftstraining herbei: „Die Jungs haben Bock.“

FC Sulingen

Der FC Sulingen blieb als einziges Team in der Staffel 2 der Bezirksliga ungeschlagen, gewann sieben von acht Spielen und kam bei einem Torverhältnis von 29:10 auf 22 Punkte. Nur der TuS Lemförde knöpfte den Sulestädtern beim 1:1 einen Zähler ab. Der Tabellenführer schlug zweimal Verfolger SV „Brigitta“ Steimbke, behielt zu Hause mit 1:0 die Oberhand und behauptete sich in Steimbke mit 3:2.

Vor allem Stürmer Marian Pingel setzte mit acht Treffern Akzente. Trainer Sascha Jäger lobt den 33-Jährigen: „Marian ist eine Mega-Granate, er hat sehr viel Selbstvertrauen.“ Aber auch Neuzugang Konstantin Meyer wusste als Sechser zu überzeugen. Der 22-Jährige erzielte fünf „Buden“. Und in der Abwehrkette ließen die starken Innenverteidiger Martin Roughley und Julian Hartkamp kaum etwas anbrennen. Jäger legt viel Wert auf die Defensivarbeit: „Wir müssen hinten gut sein.“

Gibt der Abwehrkette Halt: Sulingens zweikampfstarker Innenverteidiger Julian Hartkamp.

Der 37-jährige Coach schiebt nach der Annullierung der Serie Frust: „Wir haben alles geschafft und rausgehauen, sind die zweitbeste Mannschaft im Bezirk. Der verpasste Aufstieg hat mich mehr gestört als die Mannschaft. Es fühlt sich wie eine Niederlage an.“ Der als Lehrer an der Oberschule Ehrenburg/Schwaförden arbeitende Jäger geht noch einen Schritt weiter: „Wir sind zweimal die Leidtragenden gewesen.“ Zur Erinnerung: In der abgebrochenen Spielzeit 2019/2020 errechneten die NFV-Verantwortlichen die Tabelle anhand der Quotientenregelung. Der TSV Wetschen (2,12) war als Erster 0,06 Punkte besser als der FC Sulingen (2,06) und stieg in die Landesliga auf.

Jäger lässt sich in seinem Tatendrang aber nicht ausbremsen, greift neu an: „Die Jungs haben Bock auf Landesliga. Nach der langen Pause kriegen wir sie alle wieder fit, es geht aber bei null los.“

TSV Weyhe-Lahausen

Nach neun Partien (sieben Siege, zwei Niederlagen) belegte der TSV Weyhe-Lahausen in der Nordstaffel der Kreisliga den ersten Platz. „Der Abbruch war extrem bitter für uns, denn wir hatten nach einer prima Halbserie gute Chancen gehabt, den Aufstieg zu schaffen“, sagt Thorsten Eppler, Coach beim TSV Weyhe-Lahausen. Der 54-Jährige ist zwar ein bisschen traurig und enttäuscht, kann die Entscheidung der NFV-Verantwortlichen aber nachvollziehen: „Die Gesundheit steht im Vordergrund. Jeder Corona-Fall in einer Mannschaft hätte zu einer Unterbrechung geführt. Wir hätten die Saison nicht im Zeitplan zu Ende gebracht. Wir akzeptieren das Saison-Aus mit einer Träne im Auge.“

Hätte sich gern mit dem Aufstieg verabschiedet: Lahausens Trainer Thorsten Eppler.

Der in Stuhr wohnende Eppler sah während seiner fünfjährigen Amtszeit Fortschritte bei seinen Akteuren: „Wir haben immer in der Spitzengruppe mitgemischt. Den größten Schritt haben wir vom Kopf her gemacht. Die Mannschaft ist mit schwierigen Situationen deutlich besser umgegangen als noch in der vergangenen Serie.“

Aus privaten und beruflichen Gründen steigt der als Kaufmann im Holzbereich tätige Eppler beim TSV Weyhe-Lahausen aus: „Ich hatte eine schöne Zeit. Highlight war sicherlich am 9. Juni 2018 in Neuenkirchen der Gewinn des Kreispokals (3:2 über den SV Mörsen-Scharrendorf, d. Red.).“ Sein Nachfolger ist Michael Lamke.

Barnstorfer SV

Sechs Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage: Der Barnstorfer SV stand nach acht Begegnungen in der Südstaffel der Kreisliga mit 19 Punkten auf Platz eins. „Bis zum Abbruch der Serie haben wir gut gespielt. Es ist uns die Möglichkeit genommen worden, uns für die starke Leistung zu belohnen“, unterstreicht Trainer Jörg Behrens, der gern den Sprung in den Bezirk geschafft hätte. Was hat den BSV in der ersten Saisonhälfte ausgezeichnet? „Wir haben uns weiter entwickelt, sind als Team aufgetreten“, erläutert der 40-jährige Übungsleiter.

In Offensivkraft Christoph Hainke hatten die Barnstorfer einen herausragenden Akteur in ihren Reihen. Der flinke 24-Jährige schoss neun Tore. Er wechselt allerdings zum Landesligisten TSV Wetschen. „Jockel“ Behrens bedauert den Abgang zwar, sagt allerdings auch: „Wir haben trotzdem eine gute Truppe, sind als Mannschaft gefestigt. Außerdem kommt Stürmer Philipp Lanz nach einem Kreuzbandriss zurück.“

Wenn der Ball spätestens im September wieder rollt, dann verspricht Physiotherapeut Behrens: „Meine Jungs sind gut drauf und haben richtig Bock, wieder Fußball zu spielen.“

Wäre gern in die Bezirksliga aufgestiegen: Barnstorfs Trainer Jörg („Jockel“) Behrens.

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