Oberliga-Auftakt

TuS Sulingen gewinnt in Unterzahl gegen Atlas Delmenhorst

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Der Schuss ins Glück: Sulingens Hussein Saade erzielte in der 89. Minute das 3:2-Siegtor gegen Atlas Delmenhorst.

Sulingen - Von Julian Diekmann. Eigentlich gilt Tim Becker als besonnener Schlussmann. Doch der Torwart des TuS Sulingen hatte für einen kurzen Moment seine Nerven nicht im Griff, ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und flog mit Rot vom Platz. Sein Trainer Maarten Schops verfiel in eine kurze Schockstarre. Prompt kassierte sein Team den Ausgleich. Und auf einmal war sogar die Punkteteilung in Gefahr.

Dass Sulingen dennoch sein erstes Oberligaspiel der Geschichte gewann, lag an Hussein Saade. Der Joker bügelte Beckers Fehlverhalten wieder aus und verwandelte eine Minute vor dem Schlusspfiff den viel umjubelten Siegtreffer im Heimspiel gegen den SV Atlas Delmenhorst.

Fulminante Schlussphase

„Auf die Tätlichkeit hätte er sich niemals einlassen dürfen“, zeigte Pierre-Maurice Neuse wenig Verständnis für den Blackout von Becker, der in der 78. Minute mit Delmenhorsts Stürmer Marco Prießner aneinander geraten war und die Nummer neun mit einem Kopfstoß zu Fall gebracht hatte. „Klar wurmt mich die Rote Karte, wir haben einiges noch aufzuarbeiten“, schickte Schops deutliche Worte an seinen Keeper.

Der TuS-Coach reagierte, nahm Pascal Löhmann vom Platz und schickte den unaufgewärmten Ersatzkeeper David Schröder zwischen die Pfosten. Keine fünf Minuten später war die zuvor verdiente 2:1-Führung dahin, nachdem Schröder einen Fernschuss von Musa Karli nur abprallen ließ und Simon-Josef Matta den Abstauber aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken musste – 2:2 (83.). Es war der Startschuss zu einer fulminaten Schlussphase.

Sulingen braucht eine Halbzeit, um die Nervosität abzulegen

Davon war im ersten Durchgang allerdings wenig zu sehen gewesen. Sulingen wirkte gehemmt, Atlas organisiert. „In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht gut gespielt“, ärgerte sich Schops. Folgerichtig gingen die Gäste dann auch in Führung. Nach einer Ecke von Patrick Degen köpfte Tom Witte freistehend ein (37.), und die Atlas-Anhänger unter den 729 Zuschauern verwandelten das Sulinger Stadion in ein Tollhaus. „Wir waren im ersten Durchgang noch viel zu nervös. Unser Trainer meinte in der Halbzeit zu uns, dass wir uns nicht beeindrucken lassen sollen, sondern unser Spiel durchziehen“, berichtete TuS-Stürmer Mehmet Koc.

Die Ansage schien gefruchtet zu haben. Im zweiten Abschnitt spielte Sulingen wie ausgewechselt. Nach einer Atlas-Ecke leitete der quirlige Taiki Hirooka einen Konter ein, schickte mit einem langen Ball Koc auf die Reise, der völlig blank vor Delmenhorsts Torwart David Lohmann auftauchte und eiskalt zum Ausgleich einschob (52.). „Das war ein richtig wichtiger Treffer“, freute sich Koc. Nun war auch das Publikum wieder da, peitschte den TuS immer wieder nach vorne, was sich in der 61. Minute bezahlt machte. Und wieder stand Koc im Mittelpunkt. Nach einer feinen Einzelleistung wusste sich der Delmenhorster Patrick Degen nicht anders zu helfen und foulte Koc im Strafraum. Schiedsrichter Sören Steeg entschied auf Strafstoß, den Chris Brüggemann zur verdienten 2:1-Führung verwandelte.

Joker schlägt zu

Doch nach der Tätlichkeit und dem Ausgleich verloren die Gastgeber erneut den Faden, rannten nur noch hinterher. Atlas war zu diesem Zeitpunkt näher am 3:2 als Sulingen. „Wir haben aber auch in Unterzahl weiter bis zum Ende gekämpft und uns somit doch noch belohnt“, meinte Hirooka. Und wieder war es ein Konter, der Sulingen jubeln ließ. Eine Minute vor Schlusspfiff zog der für Koc (angeschlagen) eingewechselte Hussein Saade auf und davon, schüttelte seinen Gegenspieler ab und platzierte den Schuss unhaltbar in den Maschen des Atlas-Gehäuses. „Ich freue mich riesig über die drei Punkte. In der zweiten Halbzeit haben wir mit Herz gespielt. Dennoch hätten wir uns am Ende auch nicht über eine Punkteteilung beschweren dürfen“, urteilte ein glücklicher Schops.

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