TuS Sulingen lässt beim 0:0 gegen Burgdorf zu viele glasklare Chancen liegen

Das Runde will nicht ins Eckige

Sulingens Taiki Hirooka (re.) bot im zentralen Mittelfeld gestern eine gute Leistung. - Foto: Flügge

Sulingen - Von Arne Flügge. Als der Abpfiff ertönte, warf sich Dominik Grimpe auf den Rücken, reckte beide Fäuste gen Himmel und strampelte wie ein Maikäfer. Der Torwart des Fußball-Landesligisten hatte gestern mit einer starken Leistung das 0:0 beim TuS Sulingen festgehalten. „Wir können mit diesem Punkt sehr gut leben. Und ich bin sehr zufrieden“, grinste der Keeper, nachdem er sein Ritual beendet und sich wieder aufgerappelt hatte.

Auf der anderen Seite gab’s beim TuS Sulingen nur lange Gesichter. Denn trotz einer totalen Dominanz und gefühlt 80 Prozent Ballbesitz hatte es die Mannschaft von Trainer Maarten Schops nicht geschafft, ein Tor zu erzielen und damit die Partie für sich zu entscheiden. Möglichkeiten dazu hatte es genügend gegeben. Doch sie wurden allesamt vergeben. „Wenn du diese klaren Dinger nicht machst, darfst du dich hinterher nicht beschweren. Wir haben das Spiel heute vorne verkackt“, ärgerte sich Stürmer Mehmet Koc – und bezog sich in die Kritik ausdrücklich selbst mit ein: „Ich hatte zwei ganz klare Chancen. Die muss ich machen. Und dann passiert hier heute auch nichts mehr.“

In der zweiten Minute hatte „Memo“ mit einem Lattenkracher noch Pech gehabt, doch nur zwei Minuten später scheiterte er zweimal unmittelbar hintereinander an Keeper Grimpe (4.). Und als dann auch Pierre Neuse freistehend auf Grimpe zulief und den Ball über das Tor ballerte, fing TuS-Trainer Schops langsam an, sich die Haare zu raufen.

Burgdorf kam kaum einmal zu Entlastungsangriffen. Und wenn, war zumeist bei den starken Sulinger Innenverteidugern Dennis Neumann und Manuel Meyer Endstation. Einzig ein Freistoß von Patrick Hiber sorgte für annähernd Gefahr (14.). Auf der anderen Seite scheiterte Sulingens Jonas Wangler aus spitzem Winkel an Grimpe (26.).

Kurz nach dem Wechsel hatte der TSV-Torwart dann das Glück des Tüchtigen, als Pascal Löhmann freistehend aus halblinker Position am langen Eck vorbeischoss (58.). Und der eingewechselte Atsushi Waki fand mit einem strammen Flachschuss von der Strafraumgrenze in Grimpe seinen Meister (75.). Sulingen lief so langsam die Zeit davon, und die Mannschaft wurde zunehmend nervös und auch unkonzentriert. Was Trainer Schops nicht gefiel. „Sicherlich wäre es einfacher gewesen, wir hätten die Chancen gleich genutzt. Aber wir dürfen uns deswegen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dafür gibt es keinen Grund“, sagte der Belgier: „Wir sind selbstbewusst genug und haben die Qualität, immer noch ein Tor zu machen.“ Doch dafür hätte seine Mannschaft ihr Spiel weiter durchziehen müssen und nicht irgendwann den Kopf oder die Geduld verlieren dürfen. Denn dann würde „sie nicht mehr über die Kompaktheit verfügen, um unser Spiel zu machen“, meinte Schops: „Wir müssen immer weiter gegen den Ball und selbstbewusst bei Ballbesitz arbeiten.“

Denn schließlich wäre sogar das 0:0 in der Nachspielzeit noch fast in Gefahr geraten. Ein 30-Meter-Freistoß aus dem Halbfeld von Burgdorfs Okan Dogan flatterte in den Strafraum, TuS-Keeper David Schröder verschätzte sich, und die Kugel klatschte an den Pfosten. „Das wäre aber wirklich zu viel des Glücks gewesen“, grinste TSV-Keeper Grimpe.

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