ADVENTSKALENDER Vilsens Fußballer Jan-Christoph Kornau ist ein wahrer Globetrotter

Rund um den Erdball

Sommer, Sonne, Planschvergnügen: Dieses Bild von Jan- Christoph Kornau zeigt einen öffentlichen Pool in der City von Brisbane in Australien.
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Sommer, Sonne, Planschvergnügen: Dieses Bild von Jan- Christoph Kornau zeigt einen öffentlichen Pool in der City von Brisbane in Australien.

„Hab’ die ganze Welt geseh’n. Von Singapur bis Aberdeen.“ So singt es Achim Reichel in seinem Sommerhit „Aloha heja he“ von 1991. Nun, Jan-Christoph Kornau war zwar noch nicht im schottischen Aberdeen und auch nur kurz auf der Durchreise im südostasiatischen Insel- und Stadtstaat Singapur. Trotzdem kann der Fußballer vom Bezirksligisten SV Bruchhausen-Vilsen von sich behaupten, schon sehr, sehr viele Länder auf diesem Erdball besucht zu haben.

Bruchhausen-Vilsen – Wie viele Stempel er insgesamt in seinem Reisepass hat? Der 25-Jährige zuckt mit den Schultern und sagt: „Eine gute Frage. Ich war und bin jede zweite oder dritte Woche unterwegs. Von Australien bis Peru war schon alles dabei.“

Kornau ist gelernter Bäckermeister, fing einst im Betrieb seiner Eltern in Bruchhausen-Vilsen an. Mit 21 habe er sich jedoch entschieden, dort noch nicht voll mit einzusteigen, sondern etwas anderes anzupacken. Er ging zur Verdener Firma „Vemag“, die Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie baut, und ließ sich dort zum Fachberater ausbilden. Das Unternehmen ist vor allem im Fleischerei- und BäckereiSegment beheimatet – und Kornau erklärt, was er dort macht: „Wir verkaufen Maschinen zum Teig-Teilen, zum Beispiel nach Mexiko. Ich fliege hinterher, baue die Maschinen auf und schule bei Bedarf die Kunden.“

Er war in den USA. In China. In Dubai. Vor kurzem bei einem großen Pizzakunden in Guatemala. Und Anfang nächsten Jahres soll’s nach Südafrika und Indien gehen. Das sind nur die Fernziele, hinzu kommen etliche Stationen in Europa. 2019, sagt Kornau, „hatte ich 206 Flüge in einem Jahr“.

Bei so einem Globetrotter kommen natürlich reichlich Geschichten und unvergessliche Erlebnisse zusammen – zwei davon fallen dem Vilser Kapitän sofort ein. Nachdem er rund zwei Monate in Verden eingearbeitet worden war, führte ihn seine erste Dienstreise vor ein paar Jahren nach Australien. Danach kam direkt Lima in Peru – und ein kleiner Schreck. Kornau hatte seiner Bank nichts vom neuen Job erzählt: „Und weil meine Kreditkarte gleich zweimal kurz nacheinander in fernen Ländern benutzt wurde, war sie plötzlich gesperrt.“ Aber, erinnert sich Kornau mit einem Schmunzeln, es ließ sich schnell klären.

„Eine nette Sache, die man nie vergisst“ sei auch der Besuch der Bäckerei-Messe in Las Vegas gewesen. Kornau wohnte in einem Hotel auf dem legendären Strip, direkt gegenüber dem berühmten „Bellagio“, wo einst der Film „Ocean’s Eleven“ gedreht wurde: „Das war crazy.“

Nicht immer ist allerdings Zeit, vor Ort ein bisschen Sightseeing zu machen. „Man trifft viele Leute und lernt viele Kulturen kennen“, sagt Kornau: „Aber manchmal sieht man auch nur die Flughäfen und die Hotels.“

Die Vielreiserei hat beim Vilser auch Auswirkungen auf den Fußball. Zu seiner Zeit beim Brinkumer und Blumenthaler SV habe er täglich trainiert, das war dann nicht mehr möglich. „Daran musste ich mich gewöhnen“, gibt Kornau zu und ergänzt mit einem Lächeln: „Da kamen schon ein paar Kilos drauf, die aber jetzt wieder runter sind.“

Dabei half quasi auch die Corona-Pandemie. Die meisten Reisen fielen aus, Kornau arbeitete viel in Verden und hatte mehr Zeit fürs Training – und eine berufliche Weiterbildung. In Oldenburg machte er seinen Betriebswirt, ist seit Januar 2021 fertig und nun in seiner Firma „Produktmanager Technik Bäckerei“. Jetzt darf er die Fachberater durch die Weltgeschichte schicken, „allerdings bin auch ich nach wie vor viel unterwegs.“

An Weihnachten jedoch nicht. Da hat er Urlaub und feiert mit der Familie und Freundin Insa – die Zwei bauen gerade ein Eigenheim in Vilsen. „Sie ist zum Glück sehr tolerant“, grinst Kornau: „Und sie weiß, dass mir die Arbeit richtig viel Spaß macht.“ Diskussionen haben die beiden, die seit acht Jahren zusammen sind, aber hin und wieder bei der Urlaubsplanung: „Insa möchte gerne weit weg, ich bin froh, wenn es mal nicht ganz so weit entfernt ist.“ Man einigt sich dann zum Beispiel auf Strandurlaube, „bei denen man auch mal nichts tut“ – etwa auf Bali oder Mauritius. „Wir sind eher fürs Warme“, sagt der 25-Jährige.

Trotz all der aufregenden Erfahrungen in seinem Job, in dem er gerade „superglücklich“ ist: Kornau kann sich vorstellen, irgendwann doch den elterlichen Betrieb zu übernehmen: „Bäckerei ist mein Ding. Das würde ich auf keinen Fall ausschließen.“ Momentan ist er dort nur Kunde. Weihnachtsplätzchen oder ähnliches könnte Kornau freilich selbst backen, „aber da bin ich etwas faul. Ich kaufe lieber bei Mama und Papa – die können es ohnehin noch besser . . .“

Letztes Jahr habe ich mal heiße Plätzchen auf unseren schönen Esszimmer-Holztisch gestellt und ihn damit leider versaut. Das kam nicht so gut an . . .

Jan-Christoph Kornau mit einem Schmunzeln über ein missglücktes Backmanöver in der Vorweihnachtszeit.

Es gibt so viele schöne Länder, die ich noch nicht gesehen habe. Japan, Neuseeland oder Kanada zum Beispiel. Ich sage Japan, weil es ein so vielfältiges Land ist. Da kommen unglaublich schöne Natur und spannende Kultur zusammen. Und es gibt super-krasse Großstädte wie Tokio, die mich schon sehr reizen.

Jan-Christoph Kornau über ein Traumziel, das er noch nicht besucht hat – aber gerne mal besuchen würde.
Touristen-Magnet – die Chinesische Mauer bei Beijing: „Bei 42 Grad im Schatten ging es mit einer Sommerrodelbahn wieder runter“, erzählt Kornau.
Bekannte Flaniermeile im kalifornischen Los Angeles: der Rodeo Drive.
USA, Dominikanische Republik, Guatemala, Türkei, Mexiko: So voll sind schon viele Seiten im Reisepass von Jan-Christoph Kornau.
Prähistorische Ruinenmetropole in Mexiko: Kornau blickt auf die Sonnenpyramide von Teotihuacan.
Zocker-Paradies: Die beiden berühmten Casino-Hotels „Bellagio“ und „Caesars Palace“ in Las Vegas.
Am schon aufgestellten und geschmückten Weihnachtsbaum klappt Jan-Christoph Kornau sein wichtigstes Utensil für unterwegs auf: seinen Reisepass. Den braucht der 25-jährige Vilser für die beruflichen Trips rund um den Globus.

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