Rückschlag im Meisterschaftsrennen: HSG Barnstorf/Diepholz nur 25:25 in Neerstedt

Mohrland sauer: „Wir haben einen Punkt verschenkt“

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Behauptete sich in dieser Szene gegen den Neerstedter Bastian Carsten-Frerichs (Nummer vier) und holte einen Siebenmeter heraus: Barnstorfs Kreisläufer Andrius Gervé (r.). Der Litauer erzielte in der Endphase die Tore zum 23:23 und 24:24.

Aus Neerstedt berichtet Matthias Borchardt. Arunas Srederis lag nach dem Abpfiff am Boden, Martin Golenia blickte ins Leere: Die Enttäuschung stand den Oberliga-Handballern der HSG Barnstorf/Diepholz ins Gesicht geschrieben, denn sie hatten zwei Sekunden vor dem Ende durch Torben Kruse den Ausgleich zum 25:25 (16:13)-Endstand kassiert und büßten durch das Remis beim TV Neerstedt einen wichtigen Punkt im Titelrennen ein.

Der Tabellenzweite muss sich trotz einiger zweifelhafter Entscheidungen der Schiedsrichter Markus Richter und Thomas Determann (TSG Burg Gretesch) den Punktverlust selbst ankreiden, denn den Barnstorfern unterliefen zu viele Fehler. Außerdem gaben sie leichtfertig eine 11:6-Führung (19.) aus der Hand, kompensierten eine doppelte Manndeckung gegen Tobias Meyer und Arunas Srederis nicht. Hinzu kam, dass die rechte Angriffsseite mit Laurynas Palevicius, Arunas Srederis und Matthias Andreßen in der zweiten Halbzeit eine schwache Leistung bot. Lediglich Srederis warf ein Tor. Palevicius und Andreßen scheiterten mit schlecht vorbereiteten Würfen aus der zweiten Reihe an Neerstedts Schlussmann Christoph Kuper.

Warf am Freitag alle seine drei Tore in der ersten Hälfte: Barnstorfs Raul-Lucian Ferent.

„Die Enttäuschung ist ziemlich groß, denn das Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir haben das aber selber verschuldet, weil wir nicht konsequent gespielt haben“, sagte Barnstorfs Routinier Tomas Lenkevicius, der für den verletzten Cedric Quader (Leistenprobleme) eingesprungen war. Ähnlich sah es auch HSG-Kreisläufer Andrius Gervé: „Wir hätten mehr als Team spielen müssen. Wir haben zu viele Fehler gemacht, hatten zu große Lücken in der Abwehr.“ Barnstorfs Spielmacher Saulius Liutikas, mit sieben Toren bester Werfer und Lichtblick bei den Gästen, nannte einen weiteren Grund für den Rückschlag im Kampf um den ersten Platz: „Es lief vorn einfach nicht.“

Auch Barnstorfs Trainer Mario Mohrland wirkte enttäuscht: „Wir haben einen Punkt verschenkt, und die Situation um die Meisterschaft hat sich verschlechtert. Wir hatten in der zweiten Halbzeit zu viele Stürmerfouls, da hätten wir die Angriffe besser vorbereiten müssen. Wir sind einfach zu oft aus unserem Konzept herausgebrochen.“

Dagegen war Neerstedts Coach Dag Rieken am Freitagabend mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden: „Aufgrund der kämpferischen Leistung haben wir uns den Punkt redlich verdient. Aus dem gebundenen Spiel haben wir nicht viel zugelassen.“

Trotz der eingangs erwähnten doppelten Manndeckung erwischten die Barnstorfer den besseren Start, führten mit 6:2 (11.), 11:6 (19.) und 16:11 (27.), doch sie fühlten sich zu sicher. So verwandelte Björn Wolken einen direkten Freiwurf zum 13:16-Pausenstand. Nach dem Wechsel erhöhte Srederis auf 17:13 (31.). Danach baute der Meisterschaftsanwärter ab, offenbarte vor allem vorn Schwächen. „Wir haben uns die Butter vom Brot nehmen lassen“, monierte Mohrland. Die Neerstedter holten vor 200 Zuschauern auf, schafften durch Kruse den Gleichstand zum 18:18 (37.). Die Gastgeber um Regisseur Tim Schulenberg (7/4) kämpften weiter, lagen nach einem Doppelpack von Björn Wolken mit 23:22 (51.) in Front. Gervé und Liutikas drehten in der Endphase den Spieß zum 25:24 (58.) um. Die Barnstorfer hatten 50 Sekunden vor Schluss alles in der Hand, doch Finn Richter unterlief ein Ballverlust. Das Neerstedter Trainergespann Dag Rieken/Kai Freese nahm 14 Sekunden vor Schluss noch einmal eine Auszeit, brachte einen siebten Feldspieler. Mit Erfolg: Kruse warf das 25:25 und sorgte für lange Gesichter bei den Gästen.

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