Jahn Brinkum fehlen Tore von Warfelmann und Schneider – und die Emotionen

Rückraum ohne König

„Das Timing unseres Rückraums wird oftmals zerstört“, klagt Matthias Schneider. Die Gangart in der Oberliga sei „ein ganz anderer Schnack als in der Verbandsliga“. ·
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„Das Timing unseres Rückraums wird oftmals zerstört“, klagt Matthias Schneider. Die Gangart in der Oberliga sei „ein ganz anderer Schnack als in der Verbandsliga“. ·

Brinkum - Es begann vor ein paar Wochen mit zwei schmerzverzerrten Gesichtern beim Training. Während die Handballer des Oberligisten Jahn Brinkum ihre Spielzüge probten, stellte sich Matthias Schneider seinem Gegenspieler Ralf Warfelmann entgegen und hebelte den Rückraumschützen in einer Abwehraktion aus. Warfelmann landete mitten auf dem Fuß von Schneider – Schmerzen für beide, eine Bänderverletzung für den umgeknickten Warfelmann. „Ich habe Ralf da mehr oder weniger ausgeknockt“, seufzt Matthias Schneider.

Das Bild hatte Symbolwert. In der vergangenen Saison waren Warfelmann und Schneider, die sich die Königsposition im linken Rückraum teilen, das Herzstück des Brinkumer Aufstiegs. Vor dem Heimspiel gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen (Samstag, 16.30 Uhr) aber liegt der Rückraum weitgehend brach.

Während Schwanewede die vergangenen fünf Partien gewann, wartet der Neuling seit vier Spielen auf einen Sieg – auch weil Schneider (35 Saisontore) und Warfelmann (neun, allerdings in weniger Spielen) nicht in Fahrt kommen. Eine lange Fehlerkette der beiden trug zuletzt wesentlich zum 25:30 in Cloppenburg bei. „Wenn ich die Lösung kennen würde, würde ich die Fehler gar nicht erst machen“, rätselt der BWL-Student Schneider, als er gerade aus der Steuer-Vorlesung kommt. Mit den Zahlen kommt er dort klar, mit den Gegenspielern in der Oberliga bislang eher weniger. „Das ist ein anderer Schnack. Du wirst ganz anders angegangen, deutlich früher als in der Verbandsliga“, hat der 23-Jährige registriert. „Das Timing unseres Rückraums wird oftmals zerstört. Es ist halt wichtig, richtig Schwung zu bekommen“, sagt Schneider.

Weil sich Linkshänder Thorben Schierenbeck eine Knieverletzung zugezogen hat, die ihn wohl auch morgen zum Zuschauer machen wird, wirkt auch der rechte Rückraum wenig schwungvoll. Weder Schneider selbst noch Marco Walker noch der schmächtige Nicolas Karnick (der jedoch auch als Rechtsaußen verpflichtet wurde) haben es dort bislang geschafft, den Abgang von Sebastian Beckmann zu kompensieren.

Matthias Schneider sieht aber auch noch ein ganz anderes Problem: Fehlende Emotionen auf dem Spielfeld. Tatsächlich scheint es kaum jemanden im Team zu geben, der die Mitspieler mal verbal mitreißt. Ein guter Block bleibt untereinander meistens genauso unkommentiert wie ein gelungener Wurf. „Wir freuen uns alle mehr nach innen“, meint Schneider und fordert: „Einen Partymacher brauchen wir uns nicht einladen. Aber der ein oder andere Freudenschrei mehr würde uns ganz gut tun.“

Trainer Sven Engelmann würde sich ja freuen, wenn es Anlässe gibt, sagt aber auch: „Wenn man ein bisschen unten drin steht wie wir, ist man schneller gefrustet als alles andere.“ Linksaußen Maik Bhola (Knochenabsplitterung im Finger) ist noch nicht bereit dafür, die Brinkumer aus dem Stimmungstief zu holen. Vielleicht hat Helmut Hinrichs dafür einen kleinen Spaßmacher parat. Der Abwehrspieler war bis Mai noch ein Schwaneweder und dürfte durchaus eine Idee haben, wie man seinen ehemaligen Mannschaftskollegen beikommt. · ahe

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