Triathletin schwärmt trotz aller erdenklichen Widrigkeiten: „Riesen-Spektakel“

Start-Nr. 10: Rösner hält deutsche Fahnen am Buckingham Palace hoch

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Gesine Rösner war bei der Triathlon-Weltmeisterschaft über die olympische Distanz in London mit der Zeit von 2:21,52 Stunden die beste deutsche Teilnehmerin in der Altersklasse 50. Das Jahr 2013 hatte aber noch mehr für die Schwarmer Triathletin zu bieten. So wurde Rösner unter anderem Deutsche Meisterin der TW 50 im Duathlon und „Vize“ ihrer Altersklasse bei der Triathlon-DM.

Kreis-Diepholz - SCHWARME · Als Gesine Rösner über die Ziellinie läuft, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. Im Schatten des Buckingham Palace hat die Sportlerin des Tri-Team Schwarme gerade vor Tausenden begeisterten Zuschauern die Triathlon-Weltmeisterschaft über die olympische Distanz absolviert.

Mit der Zeit von 2:21,52 Stunden landet sie in der Altersklasse 50 unter 95 Starterinnen auf Platz 22 und ist damit die beste Deutsche.

„Die WM-Teilnahme war zu Saisonbeginn mein großes Ziel. London war dann von Anfang bis Ende ein richtiges Abenteuer“, blickt Gesine Rösner zurück. Ihr Start war zunächst ungewiss, da sie sich 14 Tage vor dem Saisonhöhepunkt einen fiebrigen, grippalen Infekt zugezogen hatte, der mit Antibiotika behandelt werden musste. Zwar wurde sie – im Gegensatz zu Tochter Maren, die nicht starten konnte – rechtzeitig wieder fit, hatte jedoch Trainingsrückstand.

„Trotzdem wollte ich starten. Das war schließlich die gleiche Strecke, die die Triathleten bei Olympia 2012 absolviert hatten. Und ich hatte doch so lange auf dieses tolle Erlebnis hingefiebert. Dieses einmalige Feeling wollte ich so gerne mitnehmen“, verrät die Schwarmerin. Wenige Minuten vor dem Start der Schreck: „Der Träger meines Wettkampfanzuges ist gerissen. Den musste ich dann noch schnell nähen“, erinnert sich Rösner. Da es Temperatureinbrüche (acht Grad Außentemperatur, 15 Grad im Wasser) gab, wurde die Schwimmstrecke den Regeln entsprechend auf 750 Meter halbiert.

14:27 Minuten benötigte Rösner, ehe sie sich weitere 750 Meter zu Fuß auf den Weg in die Wechselzone machte. Gefährlich war die Radstrecke, ein 20 Kilometer langer Wendepunktkurs um den Hyde-Park, entlang des Buckingham Palace und der Themse. Die Strecke war zwar durchgehend flach, aber mit glattem Asphalt und tückischen Kurven gespickt. „Die Straßen waren voller Pfützen, es gab viele Stürze. Ich wollte kein Risiko gehen, daher bin ich defensiv gefahren“, erklärt Rösner.

Nach 1:13,55 Stunden stellte sie ihr Rad ab und wechselte auf ihre zweite Paradedisziplin, das Laufen. Hier spürte sie ihren Trainingsrückstand. Trotzdem lief sie die zehn Kilometer in 45:23 Minuten und kam als beste deutsche „Fünfzigerin“ ins Ziel. In Anbetracht der widrigen Verhältnisse (Wetter, überstandene Krankheit, Materialprobleme) zeigte sich die Triathletin mit ihrem Wettkampf sehr zufrieden. „London war ein Riesen-Spektakel. Ein unbeschreibliches Erlebnis“, schwärmt Rösner.

Dieses Highlight war das i-Tüpfelchen auf eine sehr erfolgreiche Saison. Nach einem „Wohlfühl-Trainingslager“ (O-Ton Rösner) war die Schwarmerin zum Auftakt in Cottbus direkt Deutsche Meisterin der TW 50 im Duathlon geworden. Für die 10 Kilometer Laufen, 40 km Rad und 5 km Laufen benötigte sie 2:23:49 Stunden. In Darmstadt sicherte sie sich bei der Triathlon-DM im Sprint mit einer Aufholjagd die Silbermedaille in ihrer Altersklasse.

Auch bei der Deutschen Meisterschaft in Düsseldorf über die olympische Distanz überzeugte Rösner mit einer rasanten Aufholjagd und wurde Zweite mit der Zeit von 2:21,00 Stunden. „Nebenbei“ siegte sie in Wilhelmshaven und am Stuhrer Silbersee sowie bei den Triathlon-Landesmeisterschaften in Peine. „Das war ein sehr schönes, erfolgreiches Jahr. Die Unterstützung meiner Familie und des Tri-Teams waren echt klasse“, schwärmt Gesine Rösner. · an

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