Im Schatten des Elfmeter-Killers

Rocha rettet Rehden und stiehlt Neumann die Show

Danke, Celio! Danny Arend (l.) und Michael Wessel (r.) gratulierten nach dem Abpfiff ihrem Torhüter Celio Rocha zum gehaltenen Elfmeter, durch den Rehden im Spiel blieb. ·
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Danke, Celio! Danny Arend (l.) und Michael Wessel (r.) gratulierten nach dem Abpfiff ihrem Torhüter Celio Rocha zum gehaltenen Elfmeter, durch den Rehden im Spiel blieb.

Hamburg / Rehden - Aus Hamburg berichtet Cord Krüger. Nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle liefen alle in weiß gekleideten Kicker auf Celio Rocha zu. Nicht Alexander Neumann wollten die Fußballer des BSV Rehden drücken – obwohl der Stürmer mit seinen zwei Toren und zwei Vorlagen den in Zahlen größten Anteil am 5:3 (0:1)-Triumph beim FC St. Pauli II hatte.

Nein, sie herzten Schlussmann Rocha, der in einer heiklen Phase 18 Minuten vor Schluss einen Elfmeter hielt, damit die Wende verhinderte und so ebenfalls sein Schärflein zum am Samstag ausgelassen gefeierten Regionalliga-Erhalt beitrug.

„In der ganzen Rückrunde haben wir noch nie wegen unserer Torhüter gewonnen – heute schon“, adelte BSV-Trainer Predrag Uzelac seinen nur kurz unbeherrschten Keeper.

Denn wie ein Orang-Utan hatte sich der Brasilianer nach Marc Kranichs platziert geschossenem, aber von ihm weggefausteten Ball auf die Brust geklopft, Urschrei inklusive. Doch nach dem Spiel samt Ringeltanz mit dem Team wirkte Rocha wieder ganz cool und setzte zur Spielanalyse an – nur die Abholung zur Dopingprobe verhinderte ein Interview. Als er auch dies gemeistert hatte, meinte er: „Das war wichtig. Beim ersten Gegentor war ich nicht gut, aber ich versuche immer, 200 Prozent zu geben. Auch im Training.“ Das brachte dem meist nur zweiten Mann hinter Christian Ceglarek im April den Sprung in die Startelf ein. „Beim ersten Spiel damals war das schon überraschend“, gestand der 24-Jährige. „Aber jetzt hoffe ich, dass es so weiter geht.“

Aber bitte nicht unbedingt so wie in der ersten halben Stunde. Denn nach dem frühen 0:1 durch den im Torraum sträflich freien Erdogan Pini (4.) gelang den Gästen zunächst wenig im Spiel nach vorn. Die hohen Bälle köpfte St. Paulis Hauke Brückner größtenteils weg, viel mehr kam nicht. Doch nach und nach übernahm der BSV die Regie. Ein 1:1 zur Pause wäre verdient gewesen, selbst ohne Rehdens verletzte Stützen Marius Winkelmann und Francis Banecki sowie den gesperrten Kapitän Maarten Schops!

Das und noch mehr verdeutlichte Uzelac seinen Männern in der Pause. Unter anderem nahm er sich Stürmer Marcus Storey vor: „Seit Monaten trifft er nicht, da habe ich ihm gesagt, dass er jetzt mal einen machen soll“, plauderte der BSV-Coach aus der Kabine.

Und Storey traf – nachdem Alexander Neumann eine Flanke des starken Mittelfeldmanns Björn Lambach zum 1:1 verwertet hatte (53.). Anschließend schickte Neumann Storey steil – und der US-Amerikaner schloss überlegt ins lange Eck ab – 2:1 (57.). 120 Sekunden darauf bediente Neumann Paul Kosenkow, zum 3:1 – Rehden schien das Spiel gedreht zu haben.

Doch denkste. Erst verkürzte Robert Subasic nach einem Brückner-Freistoß (63.), dann zeigte Schiri Sönke Müller auf den Punkt. Mit Recht, wie Wessel nach seinem Foul an Kranich zugab: „Ich habe ihn erwischt, den kann man geben.“

Im Nachhinein war's umso schöner, denn so durfte sich Rocha auszeichnen, und Stefan Heyken drehte per Kopf nach einer Ecke des unermüdlich ackernden Interimskapitäns Viktor Pekrul den Spieß zum 4:2 um (76.). Rehden rannte wie aus einem Guss nach vorn, jede Kombination klappte – ebenso wie die Standards. Denn Neumanns 5:2 (80.) resultierte ebenfalls aus einer Pekrul-Ecke, die Cristian Raudales Sekunden nach seiner Einwechslung zu ihm weitergeleitet hatte. „Ich glaube, heute war's nicht schlecht“, bilanzierte Neumann bescheiden. „Und Jetzt dürfen wir feiern.“

Doch Wessel träufelte ein wenig Wasser in den Wein: „Die Gegentore waren wieder ärgerlich“, wurmte ihn vor allem das 3:5 (82.) durch Subasic. Doch die letzten Minuten – nach William Wachowskis Ampelkarte in Überzahl – rettete Rehden über die Zeit.

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