Robuster Rechtsverteidiger ackert auch nach dem Abpfiff

Marco Babilon hilft beim TSV Wetschen an vielen Fronten

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Und weg ist die Kugel: Wetschens Marco Babilon (links) gab am Sonntag im Bezirksliga-Duell beim FC Sulingen keinen Ball verloren. Hier klärt er artistisch gegen Sulingens Joshua Lehmkuhl zum Einwurf.

Wetschen - Von Cord Krüger. Auf seiner Seite brannte nichts an – wer auch immer es vom FC Sulingen am Sonntagnachmittag versuchte. Marco Babilon lief Bälle ab, setzte bei Gegnerkontakt geschickt seinen Körper ein und klärte in Bedrängnis kompromisslos. Eine Flanke ließ der Rechtsverteidiger des TSV Wetschen in 90 Minuten zu – mehr nicht. „Ich bin eben ein Zweikampfspieler und gehe gern in direkte Duelle“, erklärt der 23-Jährige bescheiden seine beeindruckende Quote, mit der er zum 3:0 (1:0)-Sieg des neuen Tabellendritten im Bezirksliga-Spitzenspiel beim bisherigen Zweiten beitrug.

„Marco ist jemand, auf den ich nur ungern verzichte“, sagt sein Trainer Thomas Otte über seinen griffigen Leistungsträger. „Und gleichzeitig einer, den ich nicht gern als Gegenspieler hätte. . .“

Beide kennen sich schon lange – seitdem Otte Babilon bei den damaligen Bezirksliga-B-Junioren des JFV RWD Rehden trainierte. Der junge Defensivspieler kam vom TSV Wetschen in den Junioren-Förderverein, der damals aus den A- bis C-Jugendteams des BSV Rehden, TSV Wetschen und der SG Diepholz bestand. Schon früh fiel der junge Marco auf der rechten Abwehrseite auf. Aufgrund seiner Robustheit stellte ihn Otte damals auch mal im defensiven Mittelfeld auf. „Das muss wohl gewesen sein, als ,Bender’ mal nicht zerstören konnte“, erinnert sich der Rechtsfuß grinsend. Mit ,Bender’ meint er Lars Schulze, bereits zu B-Jugend-Zeiten als Sechser gesetzt. Und beide spielen noch heute zusammen – natürlich in Wetschen. Zusammen mit weiteren Kumpels aus der JFV-A-Jugend starteten sie 2014 beim TSV in den Herrenbereich, fassten in der Landesliga Fuß, schafften den Klassenerhalt, stiegen in die Bezirksliga ab, blieben aber bis heute.

Zumindest für Babilon wäre ein anderer Club auch nicht infrage gekommen – bei dieser Familiengeschichte. Schließlich schnürte schon Vater Jörn für den TSV die Schuhe, übernahm 1999 als Spielertrainer und führte ihn aus der einstigen Kreisliga A über die Kreisliga in die Bezirksklasse, ehe er 2005 ausstieg. Das soll nicht heißen, dass der Papa dem Filius einen Wechsel untersagte. Vielmehr prägte den Sohn diese Zeit: „Ich bin als Kind mit der Ersten quasi groß geworden und hatte damals schon den Wunsch, irgendwann auch da zu spielen. Wetschen ist seitdem so etwas wie eine zweite Familie für mich“, berichtet der Verteidiger. Dass die Blau-Gelben für Babilon junior mehr als nur eine Mannschaft bedeuten, imponiert auch seinem Coach: „Er bringt sich stark ein und kümmert sich um viel, was drumherum passiert“, verrät Otte. „Drei bis vier Stunden pro Woche“ kämen da zusätzlich zusammen, schätzt der vielseitig verwendbare Fußballer: „Ich kümmere mich um den Platz- oder Bandenbau, die Belegung der Trainingsplätze mit den Teams oder stelle den Rasensprenger auf“, nennt Babilon Beispiele. Sein Ton verrät, dass er dies nicht an die große Glocke hängen will: „Fußball ist eben ein Großteil meines Lebens. Es macht mir Spaß.“

Und zwar so viel, dass der Mitarbeiter von ZF Lemförder meist seine Dienste tauscht, um beim Training, auf jeden Fall aber beim Spiel dabei zu sein. „Da kämen Spätschichten natürlich nicht gut, lieber sind mir die Früh- und Nachtschichten.“ Manchmal bleibt so nach einer abendlichen Einheit nur kurz Zeit zum Duschen. „Vielleicht schaffe ich noch, etwas zu essen, ansonsten fahre ich direkt zur Arbeit“, schildert Babilon. Wenn dann morgens die Nachtschicht endet, „weiß man, was man getan hat. . .“

Dass ihm dieser Aufwand irgendwann zu viel wird, glaubt der in Lohaus bei Rehden wohnende Kicker nicht: „Ich hoffe, dass ich noch zehn Jahre so weiterspielen kann.“ Sein Coach würde es begrüßen: „Marco ist sehr zuverlässig, zeigt neben seiner Zweikampfstärke auch gute Flanken und bringt trotz seiner Größe ein erstaunlich gutes Kopfballspiel mit“, hebt Otte die Vorzüge des 1,73-Meter-Manns hervor. Der wiederum freut sich über das Lob, nennt aber auch eine Schwäche: „Mein linker Fuß könnte etwas strammer sein.“ Eine Selbsteinschätzung, die Otte darin bestätigt, „dass Marco schnell unzufrieden mit sich ist. Manchmal sind wir auch schon aneinander geraten, aber wir sind eben beide Dickköpfe“, gesteht der 52-Jährige.

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