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Tränen, Schnaps und Bierduschen: St. Hülfe und TVN feiern gemeinsame Aufstiegsnacht

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Von: Fabian Terwey

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Sankt Hülfe-Heeder Jubeltraube: TuS-Torwart Marvin Ekuase (links) und Co. fallen sich kurz nach Abpfiff gegen SV Mörsen-Scharrendorf in die Arme: Aufstieg.
Sankt Hülfe-Heeder Jubeltraube: TuS-Torwart Marvin Ekuase (links) und Co. fallen sich kurz nach Abpfiff gegen SV Mörsen-Scharrendorf in die Arme: Aufstieg. © wilck

Als am späten Freitagabend in Sankt Hülfe-Heede der erlösende Abpfiff ertönte, brachen alle Dämme – Freudentaumel, Sekt- und Bierduschen inklusive. „Wir haben Historisches geschafft“, jubelt Coach Nils Jakobsen gelöst. Erstmals in seiner rund 100-jährigen Geschichte feierte der Verein den Sprung in die Fußball-Bezirksliga. Und die große Party nach dem 4:3-Heimsieg im Kreisliga-Aufstiegsrundenduell gegen den SV Mörsen-Scharrendorf begingen Coach Nils Jakobsen, der spielende Co-Trainer Viktor Pekrul und das Team obendrein gemeinsam mit dem TV Neuenkirchen. Der Aufstiegsrivale war durch das Ergebnis ebenfalls aufgestiegen und hatte beim Krimi live vor Ort mitgefiebert.

St. Hülfe/Neuenkirchen – Während sich Sankt Hülfes Spieler auf dem Platz in die Arme fielen, „enterte“ der TVN – letztmals Bezirksligist 2015/16 – Sankt Hülfes Vereinsheim, so Philip Kaluza. Neuenkirchens Interimscoach und Vereinsvorsitzender war beim Abpfiff zwar nicht selbst vor Ort, stieß jedoch später dazu: „Ich war auf dem 60. Geburtstag meiner Mutter. Beim Italiener in Syke habe ich das Sankt-Hülfe-Spiel im Ticker verfolgt. Als es durch war, habe ich für alle einen Schnaps ausgegeben.“ Bis 0.00 Uhr lief die Party in Sankt-Hülfe, dann habe man das Vereinsheim gewechselt. „Wir haben unser zusammen abgerissen“, lacht Jakobsen. „Bei uns ging es dann weiter. Ich habe mich um 3 Uhr verabschiedet, einige sind für die Feier aber noch um 7 Uhr morgens nach Bremen weitergezogen“, berichtet Kaluza.

Trinkt aus dem symbolischen Aufstiegspokal: Marcel Hommen vom TV Neuenkirchen feiert den Sprung in die Bezirksliga mit einem ordentlichen Schluck.
Trinkt aus dem symbolischen Aufstiegspokal: Marcel Hommen vom TV Neuenkirchen feiert den Sprung in die Bezirksliga mit einem ordentlichen Schluck. © Lües

„Ich will nicht wissen, wie die Kabine jetzt aussieht“, lächelte Pekrul am Sonntagabend. Sankt Hülfes Mannschaft habe die Umkleide erst am Sonntag wieder aufgeräumt. „Einige haben ja das ganze Wochenende durchgefeiert“, erklärte der Spielertrainer. In den heiligen Räumen der Mannschaft habe das Team auch seinen kleinen Fanclub auf Händen hochleben lassen, berichtet Jakobsen: „Fünf Ultras aus unserer C-Jugend durften für ihre Unterstützung mit in unsere Kabine. Sie haben erzählt, dass sie die ganze Nacht danach nicht schlafen konnten.“

Väter des Erfolgs: Coach Nils Jakobsen (l.) und Spieler-Co-Trainer Viktor Pekrul (Mitte) von St. Hülfe.
Väter des Erfolgs: Coach Nils Jakobsen (l.) und Spieler-Co-Trainer Viktor Pekrul (Mitte) von St. Hülfe. © wilck

Sankt Hülfes Trainer selbst war zum Zeitpunkt der Kabinenparty komplett durchnässt: „Ich weiß nicht, wie viele Bier- und Sektduschen ich bekommen habe.“ Auch Tränen habe es sehr viele gegeben. „Wir mussten ja gewinnen, um den Aufstieg vorzeitig klarzumachen. Danach ist so viel Stress und Druck abgefallen“, berichtet Jakobsen. Aus Aberglaube habe die Mannschaft zuvor davon abgesehen, die Aufstiegsfeier zu planen. „Der Verein hat etwas im Hintergrund vorbereitet. Wir waren außen vor und hatten deshalb auch noch keine Aufstiegsshirts“, erklärt Pekrul. Die gebe es erst im direkten Duell um die Meisterschaft gegen den TVN (10. Juni, 19.30 Uhr).

Die Neuenkirchener dagegen zeigten sich in ihren Exemplaren bereits am Sonntag nach dem 2:2 in Brockum. „Der Hammer! TVN spielt Bezirksliga. Aufstieg 21/22“, prangte es in weißen Lettern auf blauen Shirts – inklusive Vereinswappen und einer Hand, die einen Hammer schwingt.

„Verheiratet mit TVN“: Ein Trikotpräsent übergibt Timo Lües (l.) dem frisch vermählten Hassan Ibrahim.
„Verheiratet mit TVN“: Ein Trikotpräsent übergibt Timo Lües (l.) dem frisch vermählten Hassan Ibrahim. © Lües

Entscheidend für den Aufstieg war für den stellvertretenden TVN-Kapitän Jan Hülseberg die „Real-Madrid-Mentalität“ des Teams: „Wir glauben immer dran – auch nach Rückständen. Ein geiles Klima, weil wir nur positiv reden.“ Kaluza „mit seinem Feuer“ und Interimstrainerkollege Erdal Ölge „mit seinem Fußballwissen“, die in der kommenden Saison vom bereits feststehenden Nachfolger Mustafa Cali abgelöst werden, hätten nach internen Differenzen und dem Rücktritt von Vorgänger Thomas Weiner „extrem geholfen“. Negativ aufgestoßen ist Hülseberg indes das 2:2 nach 2:1-Führung in Brockum. Der Vorsprung vor Sankt Hülfe beträgt vorm direkten Duell „nur“ noch zwei Punkte. Hülseberg ist dennoch optimistisch, schickt lächelnd eine Kampfansage an den Mitaufsteiger: „Ich bin guter Dinge, dass wir Sankt Hülfe weghauen und Meister werden.“

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