Meisterschaftsfavorit zu Gast in Diepholz

Rieken-Team steht vor komplizierter Aufgabe

Jan Linné ist bislang der treffsicherste Akteur der HSG Barnstorf/Diepholz. Doch er hat mit Sprunggelenksproblemen zu kämpfen.

Diepholz - Dag Rieken redet gar nicht um den heißen Brei herum. „Wir sind in diesem Spiel der klare Außenseiter“, sagt der Trainer der HSG Barnstorf/Diepholz vor der Oberliga-Heimaufgabe gegen den VfL Fredenbeck (Samstag um 19.30 Uhr in der Mühlenkamphalle): „Wir müssten schon am absoluten Maximum spielen, um gegen Fredenbeck punkten zu können.“

Der Drittliga-Absteiger hatte nicht nur für Rieken vor dem Saisonstart zu den absoluten Titelfavoriten gezählt. Und die Fredenbecker untermauern diesen Status bisher. Die Mannschaft von Trainer Florian Marotzke hat noch eine weiße Weste, gewann seine beiden Liga-Spiele (24:22 beim TV Bissendorf-Holte und 26:23 gegen die SG Achim/Baden).

Die Rieken-Mannschaft begann mit einem 29:25-Erfolg gegen den SV Beckdorf, kassierte zuletzt aber ein 22:24 beim TuS Rotenburg. An der Wümme sei für sein Team mehr drin gewesen, bekräftigt Rieken, allerdings habe es im Offensivspiel gehakt: „Uns fehlte die Tiefe. Wir müssen gefährlicher werden.“ Mit der Deckungsarbeit war Rieken jedoch „sehr zufrieden“. Auch die Einstellung seines Teams habe gestimmt.

Ein aggressives Abwehrverhalten und die Grundtugenden wie Kampfgeist müssen die Diepholzer auch am Samstagabend auf die Platte bringen, um den Favoriten vielleicht doch ärgern zu können. Die Herausforderung wird es sein, flexibel zu agieren. Denn die Fredenbecker zeichnet eine enorme Variabilität aus. „Sie sind auf vielen Positionen doppelt besetzt“, betont der HSG-Übungsleiter. Beispielsweise im rechten Rückraum. Dort wechseln sich der Serbe Milan Stancic (26) und der Däne Mikkel Obel Thomsen (20) ab. In der Mitte ziehen Lars Kratzenberg und Torben Sauff die Fäden. „Fredenbecks Rückraum ist sehr wurfgewaltig“, weiß der 49-jährige HSG-Coach. Am Kreis überzeugt zudem Neuzugang Paul Mbanefo. Und mit Jan Peveling sowie Fabian Platzke haben die Fredenbecker auch ein starkes Torhüter-Duo zu bieten.

Da kommt es natürlich ungelegen, dass die Gastgeber höchstwahrscheinlich auf ihren torgefährlichen Außenspieler Kevin Heemann verzichten müssen. Das HSG-Eigengewächs verletzte sich bei der Niederlage in Rotenburg am Sprunggelenk, die genaue Diagnose stand gestern noch aus. Auch bei Arunas Srederis sind die Chancen auf einen Einsatz gegen Fredenbeck gering. Der Rückraumakteur hat immer noch mit Rückenproblemen zu kämpfen. Zu allem Überfluss ist auch das Mitwirken von Jan Linné noch nicht gesichert. Der Linkshänder, mit 12/6 Toren bisher treffsicherster HSG-Spieler, hat Knöchelbeschwerden.

Immerhin ist Piet Gerke zurück. Das Talent fehlte in Rotenburg, weil es in der A-Jugend-Bundesliga gefragt war. Und dort durfte Gerke mit seinem HC Bremen jubeln. Zum 28:22-Erfolg gegen den HSV Hamburg steuerte er drei Treffer bei. 

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