Sulinger Rallye-Fahrer startet künftig international – mit neuem Auto und neuer Beifahrerin

Riedemann auf Abenteuer-Reise

Christian Riedemann und seine neue Beifahrerin: Josefine Corinn Beinke wird den Sulinger auf den Rallye-Strecken in Europa begleiten.

Sulingen - Von Malte RehnertAlles wird anders! In der kommenden Rallye-Saison bleibt für Christian Riedemann fast nichts beim Alten. Der 22-jährige Sulinger fährt ab Mai in einer neuen Serie, mit einer neuen Beifahrerin und einem nagelneuen Auto. „Für mich wird’s eine große Umstellung“, ahnt Riedemann, der deshalb mit einer „harten Saison“ rechnet.

Im vergangenen Jahr holte der Sulinger mit seinem Beifahrer Oliver Bobrink die Vizemeistersachaft im „ADAC Rallye Masters“ und gewann sogar den „ADAC Junior Cup“, was er im Rückblick als „größten Erfolg“ bezeichnet. Nach dem letzten Rennen war dann sein Citröen C2R2 weg: „Ein Österreicher wollte ihn unbedingt haben, hat ihn direkt abgeholt.“

Für Riedemann jedoch kein Problem – er hatte bereits anderes im Sinn. Mittlerweile steht fest, dass er in diesem Jahr an der „Fiesta Sport Trophy“ teilnehmen wird, eine internationale Rennserie, die im Rahmen der Rallye-Weltmeisterschaft ausgetragen wird – und für Riedemann, bisher nur in Deutschland unterwegs, sozusagen die nächsthöhere Stufe auf der Karriereleiter darstellt. „Das ist schon noch mal eine Nummer höher, nun europaweit dabeizusein“, weiß er und erklärt: „Wie fahren die gleichen Strecken wie die anderen, schnelleren und größeren WM-Autos, nur weiter hinten und in einer anderen Wertung.“

Sein neues Gefährt ist ein Ford Fiesta R2. „Den haben wir komplett ausgeschlachtet, nur die Rohkarosse blieb übrig“, erzählt Riedemann. Und dann ging’s ans Umbauen und Schweißen. Insgesamt ein sehr intensive Unterfangen, das wohl erst Ende April beendet sein wird. Demnach kurz vor der „23. Rallye Sulinger Land“ am 1. Mai, die für den Lokalmatadoren als Testfahrt dienen soll.

Mit an Bord wird dann auch Josefine Corinn Beinke sein. Die 17-Jährige aus Bünde ist die neue Beifahrerin. „Sie ist zwar noch jung, hat aber schon einige Rallye-Erfahrung. Seit ihrem 14. Lebensjahr war sie Co-Pilotin ihres Vaters“, sagt Riedemann. Bei der Niedersachsen-Rallye in der vergangenen Saison saß sie schon mit im Wagen, weil Oliver Bobrink verhindert war. Und Riedemann hat’s „sehr gut gefallen. Es hat wunderbar geklappt – und deshalb habe ich auch überhaupt keine Bedenken.“ Beinke kümmert sich als Beifahrerin fortan vor allem um Organisatorisches wie Flugbuchung, Erstellung von Zeit- und Tankplänen, unterstützt unterwegs aber natürlich auch den Fahrer. „Sie schreibt sich bei der Besichtigung der Strecke alles auf, wie Kurven oder Bodenwellen – und sagt’s mir dann im Rennen“, berichtet Riedemann.

Sein bisheriger Co-Pilot, der Uchter Bobrink, meidet das Abenteuer internationale Rennserie vor allem aus Zeitgründen. „Er steht uns aber bei allen Rennen als Mechaniker zur Verfügung“, freut sich Riedemann. In seiner neuen Funktion reist Bobrink meistens Mittwochabend an, da ist der Chef-Pilot längst vor Ort. „Mit der ganzen Vorbereitung und dann drei Renntagen dauert’s künftig von Montag bis Montag statt nur drei Tage wie bisher“, erklärt der angehende Industriemechaniker, der sich für jedes Rennen fünf oder sechs Tage Urlaub nehmen muss. „Richtige Ferien wie eine Woche Mallorca im Sommer oder so sind nicht drin“, weiß er.

Aus finanziellen Gründen bestreiten die beiden in der kostspieligen Serie nur fünf der insgesamt sieben Rennen – was aber kein Nachteil sein muss, weil lediglich fünf Rennen in die Endwertung kommen. „So ist eben

n„Vor allem heile

nins Ziel kommen“

unser Budget ausgelegt. Die Auftaktveranstaltung Mitte April in der Türkei lassen wir gleich weg. Und das letzte Rennen in Wales im November vermutlich auch“, meint Riedemann. Dazwischen führt sie ihr Rallye-Hobby neben einem Deutschland-Start (20. August) zuerst nach Portugal (28. Mai), dann nach Finnland (29. Juli), Frankreich (1. Oktober) und Spanien (22. Oktober). „Das ist doch auch ein bisschen wie Urlaub“, findet Riedemann, „zumindest sehen wir viel“.

Herumkommen und vor allem „wichtige internationale Erfahrungen sammeln“ – darum geht’s in der Premieren-Saison auf europäischer Ebene. Große Hoffnungen auf eine gute Platzierung macht sich Riedemann erst mal nicht: „Ich kenne auch die ganzen Konkurrenten nicht. Unser vorrangiges Ziel ist es, heile ins Ziel zu kommen. Wir können es uns nicht leisten, das neue Auto gleich zu verschrotten.“

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