Zeitlicher Aufwand für viele zu hoch

Reinberg spricht HSG Phoenix derzeit die Qualität ab

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Trainer Thomas Reinberg und seine Neuzugänge (v.l.) Laura Hoffmann, Lina Horstmann, Amelie Hoffmann und Stefanie Schädler stehen vor einer schweren Saison.

Twistringen - Von Arne Flügge. Das war knapp. Mit Hängen und Würgen retteten sich die Oberliga-Handballerinnen der HSG Phoenix in der vergangenen Saison ins Ziel, entgingen nur knapp dem Abstieg. „Getragen vom Enthusiasmus des Aufstiegs haben wir eine klasse Vorrunde gespielt“, erinnert sich Trainer Thomas Reinberg, doch ab der Winterpause ging nichts mehr: „Wir haben körperlich nachgelassen, das war dann bis auf den Sieg gegen Elsfleth richtig schlecht.“

Vor dem Saisonstart am Samstag (16.00 Uhr) daheim gegen die SG SV Friedrichsfehn/TuS Petersfehn sollte man meinen, dass Phoenix mit frischem Elan und neuem Mut hochmotiviert in die neue Spielzeit geht. Doch Reinberg malt sein ganz düsteres Bild vom Zustand seiner Mannschaft. „Im Moment“, sagt der Coach, „spreche ich der Mannschaft die Qualität und die Einstellung für die Oberliga ab.“ Rumms, das sitzt! Der Coach begründet dies mit einer ganz enttäuschenden Vorbereitung und erschreckenden Ergebnissen in den Testspielen. Am Mittwoch kassierte sein Team gegen den klassentieferen TV Oyten III sogar „eine richtige Klatsche“ (Reinberg) mit sechs Toren Unterschied.

„Ganz schlechte Trainingseinstellung“

„Ein Großteil der Spielerinnen zeigt eine ganz schlechte Trainingseinstellung. Und dann kannst du auch nicht die körperliche Fitness haben, um in der Oberliga zu bestehen“, ärgert sich der 52-Jährige. Die jungen Spielerinnen grenzt er dabei bewusst aus. Sie seien talentiert und mit viel Spaß dabei, „aber sie werden noch viel Lehrgeld zahlen müssen. Ob sie schon in der Lage sind, ein Team zu prägen, ist die große Frage“, so der Trainer.

Zwar will Reinberg nicht von Lustlosigkeit bei einem Großteil der Mannschaft sprechen, doch „viele sind einfach nicht mehr bereit, den zeitlichen Aufwand zu betreiben, den die Oberliga mit sich bringt“. Zwar hofft der Coach, dass dies nur eine Momentaufnahme ist, „doch wir brauchen hier auch nichts schön zu reden, wir müssen uns den Tatsachen stellen“, fordert er: „Jede der Damen muss sich bewusst sein, dass sie mehr investieren muss. Dann sind wir auch in der Lage, die Klasse zu halten. Es muss aber die Bereitschaft von allen da sein, da wir nur als Team funktionieren können.“

Alles andere als der Klassenerhalt ist utopisch

Daher gibt es nur ein erklärtes Ziel: den Klassenerhalt. „Alles andere ist utopisch. Und in unserem derzeitigen Zustand ist selbst dieses Ziel schwer zu erreichen“, legt der Trainer noch mal nach.

Den Auftakt am Samstag gegen Friedrichsfehn bestreitet die HSG Phoenix mit den drei Neuzugängen Laura Hoffmann, Lina Horstmann und Amelie Hoffmann, die alle aus der Zweiten kommen. Stefanie Schädler (HSG Barnstorf/Diepholz) fällt noch mit einer Knieverletzung aus. „Sie leben vom Tempohandball. Und wenn ich mir unsere Rückwärtsbewegung gegen Oyten III anschaue, wäre es schon fast ein Wunder, wenn wir die zwei Punkte holen würden“, unkt Reinberg.

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