Co-Trainer, Nachwuchs-Chef – und nun mit Aufgaben des Sportvorstands betraut

Michael Hohnstedt ‒ Rehdens Mann für alle Fälle

Auch beim Präsentieren von Rehdener Neuzugängen macht er eine gute Figur: Co-Trainer Michael Hohnstedt (rechts), hier bei der Vorstellung von Julijan Popovic vor knapp zwei Wochen, hat nun zusätzlich Aufgaben des scheidenden Sportvorstands Michael Weinberg übernommen.
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Auch beim Präsentieren von Rehdener Neuzugängen macht er eine gute Figur: Co-Trainer Michael Hohnstedt (rechts), hier bei der Vorstellung von Julijan Popovic vor knapp zwei Wochen, hat nun zusätzlich Aufgaben des scheidenden Sportvorstands Michael Weinberg übernommen.

Rehden – Einst als Spieler geholt und gleich zum Kapitän befördert, später mit der Leitung der Nachwuchs-Leistungsteams betraut, seit fast zwei Jahren zusätzlich Co-Trainer der Regionalliga-Fußballer und nun auch noch mit einigen Aufgaben des scheidenden Sportchefs versehen: Michael Hohnstedt ist beim BSV Rehden der „Mann für alle Fälle“! Doch den früheren Profi freut‘s. „Wer mich kennt, weiß, dass ich hier in meinen vergangenen zweieinhalb Jahren gern Verantwortung übernommen habe“, sagt der 32-Jährige – und gibt zu: „Ich habe diesen Verein lieben gelernt.“

  • Michael Hohnstedt übernimmt beim BSV Rehden nun auch Teile der Aufgaben des scheidenden Sportvorstands Michael Weinberg.
  • BSV-Präsident Friedrich Schilling lobt den früheren Spieler, der inzwischen auch Co-Trainer des Fußball-Regionalligisten und Nachwuchs-Chef des JFV Rehden ist.
  • Hohnstedt „baut gern etwas in einem Verein auf“, wie er sagt. Doch der 32-Jährige hat nun noch eine andere „Baustelle“.

Seitdem feststeht, dass Sportvorstand Michael Weinberg den BSV in Richtung des Regionalliga-Konkurrenten VfB Oldenburg verlässt (wir berichteten), hat sich Hohnstedts Portfolio erweitert. „Da ich gerade mit meinem Sportmanagement-Studium in den letzten Zügen liege, passte das ganz gut“, schildert der Wagenfelder, der im Sommer 2018 als Linksverteidiger vom damaligen Drittligisten Sportfreunde Lotte in die Waldsportstätten gekommen war.

Ich habe schon immer gesagt, dass Michael ein ganz wichtiger Mann ist.

Friedrich Schilling, Präsident des BSV Rehden

Den Transfer mit eingetütet hatte Weinberg, zuletzt Hohnstedts Schreibtisch-Nachbar in einer Rehdener Immobilienfirma von BSV-Präsident Friedrich Schilling. „Als Michael sagte, dass er gehen würde, war das natürlich erst mal ein Schlag für uns“, erinnert sich sein bisheriger Kollege an das Gespräch vor heute genau drei Wochen: „Er hat viel Arbeit für den Verein geleistet – auch im Hintergrund.“ Umso mehr „freue ich mich, dass Friedrich Schilling mir da so viel Vertrauen schenkt“, dankt der Allrounder dem BSV-Clubchef. Der wiederum ist von den organisatorischen Qualitäten des früheren Publikumslieblings vom VfL Osnabrück längst überzeugt: „Ich habe schon immer gesagt, dass Michael ein ganz wichtiger Mann für uns ist – auch in seinem Hauptjob bei uns im Büro.“ Gleichwohl betonte der 69-Jährige, dass in puncto Weinbergs Nachfolge noch nichts entschieden sei. Er sieht jedoch „keine Eile“ bei der Neubesetzung. „Mittlerweile sind einige Bewerbungen reingekommen. Aber bei uns hängt das Problem damit zusammen, dass wir diesbezüglich im Verein keine Vollzeitstelle zu vergeben haben, sondern dass es bei uns nur in Kombination mit einem Arbeitsplatz in einer unserer Firmen läuft.“

Michael Hohnstedt: Vom Spieler zum Co-Trainer

Die Zuständigkeiten des Sportvorstands verteilten die Rehdener zunächst auf mehrere Schultern: „Übergangsweise haben wir unser Team dafür erweitert. Zurzeit machen das Andreas Golombek als Cheftrainer, Michael als sein Co-Trainer und ich“, erläutert Schilling.

Mittendrin - auch nach der aktiven Karriere: Michael Hohnstedt (r.) wurde nach seiner Zeit als Rehdener Spieler Co-Trainer des Regionalligisten. Aktuell ist er die rechte Hand von Chefcoach Andreas Golombek (2. v. l.)

Was für ein Werdegang für den früheren Königstransfer des Regionalligisten, der gleich nach seiner ersten Hinrunde für die Schwarz-Weißen seine aktive Laufbahn beenden musste – ein hoher körperlicher Preis nach jahrelangem und intensivem Profifußball.

„Haben an Sympathien dazugewonnen“

Doch anschließend begann Michael Hohnstedts Karriere nach der Karriere: Der damals 30-Jährige blieb den Rehdenern als Co-Trainer treu – zunächst an der Seite von Heiner Backhaus, danach von Maarten Schops und nun, seit Beginn dieser Saison, als rechte Hand von Fußballlehrer Andreas Golombek. „Wir sind auf einem guten Weg“, meint der Assistenzcoach, bezieht das aber nicht allein auf den sportlichen Erfolg des aktuellen Tabellendritten der Süd-Staffel: „Schon mit Heiner haben wir als BSV Rehden einiges an Sympathien dazugewonnen.“

Darüber hinaus zeichnet Hohnstedt seit knapp zwei Jahren als Sportlicher Leiter des JFV RWD Rehden verantwortlich, dessen A-Junioren in der Regionalliga spielen – wohlgemerkt der zweithöchsten deutschen Klasse. „Ich baue gern etwas in einem Verein auf“, verdeutlicht der Wagenfelder, was ihn antreibt.

So langsam wird es Zeit: Co-Trainer Michael Hohnstedt hofft, dass sein Team bald wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen darf.

Allzu großen Respekt vor der Zeit nach Weinberg, der am Montag offiziell seinen Dienst als Geschäftsführer des VfB Oldenburg antritt, hat er nicht: „Ich bin guter Dinge, dass wir das gemeinsam schaffen. Vielleicht ist es für mich von Vorteil, dass ich einen guten Draht zur Mannschaft habe und recht kommunikativ bin. Es macht mir also nichts aus, das Telefon in die Hand zu nehmen. Es kann aber auch nur deshalb funktionieren, weil wir als Trainerteam gemeinsam so gut zusammenarbeiten“, sagt er über seinen „Chef“ Golombek und Co-Trainer-Kollege Marcel Albers.

Teamtraining: Rehden hofft auf nächste Woche

Der Nächste, bitte! Seit Anfang dieser Woche darf auch der SSV Jeddeloh wieder im Mannschaftsverbund trainieren – dank einer behördlichen Sondergenehmigung in Kombination mit einem streng einzuhaltenden Hygienekonzept. Die Ammerländer von Trainer Oliver Reck wären der nächste Gegner des BSV Rehden in der Regionalliga-Hinrunde. Zuvor hatte unter anderem schon Aufsteiger Atlas Delmenhorst die Erlaubnis zu Team-Einheiten erwirkt. Bei den Rehdenern gibt es hingegen „noch nichts Neues“, wie Co-Trainer Michael Hohnstedt am Donnerstag auf Nachfrage erklärte. Doch er ergänzte: „Wir hoffen schon ein bisschen auf das, was am 3. März beim nächsten Treffen von Bundesregierung und Länderchefs beraten werden soll.“ Optimismus schöpft der Ex-Profi aus der Tatsachse, „dass zuletzt auf die Politik ja reichlich Druck ausgeübt wurde, was den Amateursport betrifft“. Daher „werden wir wohl Anfang kommender Woche den nächsten Antrag stellen, trainieren zu dürfen“, kündigt Hohnstedt an.

Rehdens Regionalliga-Konkurrent VfB Oldenburg übt ebenfalls noch nicht wieder im Kollektiv – im Gegensatz zum BSV mit seinen seit Monaten digital abgehaltenen Einheiten allerdings auch nicht mal online. VfB-Trainer Dario Fossi verdeutlichte im „kicker“, er halte nichts davon, vor dem Bildschirm Übungen vorzumachen. ck

Denn neben den beruflichen und sportlichen Herausforderungen wartet zu Hause in Wagenfeld auf Michael Hohnstedt gerade eine weitere „Baustelle“ – und das im wörtlichen Sinn: Seine Frau Kim und er erfüllen sich gerade den Traum vom Eigenheim. „Das alles zusammen ist nicht immer ganz einfach“, räumt er ein.

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