Brinkumer SV trainiert derzeit in Zweiergruppen

Regionalliga? Brinkum plant für Relegation

Brinkum feiert die Meisterschaft 2018
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Eine Meisterfeier wie im Mai 2018 wird es für den Brinkumer SV in dieser Form in diesem Jahr wohl nicht geben. Aber nach dem Stand der Dinge darf der BSV an der Regionalliga-Relegation teilnehmen.

Es scheint wahrscheinlich, dass der Bremer Fußballverband den Brinkumer SV als Vertreter für die Regionalliga-Relegation benennen wird. Der Club wähnt sich ganz gut vorbereitet für den Fall der Fälle.

Brinkum – Frage an Can Ercan vom Fußball-Bremen-Ligisten Brinkumer SV: „Wissen Sie eigentlich, dass es Brinkum Ihnen zu verdanken hat, dass der Verein die Aufstiegsrunde zur Regionalliga geschafft hat?“ Antwort des 22-Jährigen: „Nee, warum?“

Hintergrund: Ercan erzielte im letzten Match vor dem Abbruch der Saison beim 7:0-Auswärtssieg gegen den SC Borgfeld den Treffer zum 7:0- Endstand. Und dieses Tor langte letztlich, damit Brinkum in der Quotientenwertung hauchdünn vor dem punktgleichen Tabellenzweiten Bremer SV gelandet war. Mit dem neu erworbenen Wissen um sein wichtiges Tor fügte Ercan noch schmunzelnd hinzu: „Ich habe damals doppelt getroffen. Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, wäre der Bremer SV jetzt in der Relegation . . .“

Dass der Bremer FV die Brinkumer als Bremer Vertreter für die Regionalliga-Relegation benennen wird, erscheint nach zuvor getroffenen Beschlüssen für eine Annulierung der Saison nur eine Formsache zu sein.

Aufstiegsrunde noch für Juni angesetzt

Aber wird es zu dieser Relegation denn überhaupt kommen? Obwohl etliche Landesverbände (darunter auch der Bremer FV) ihre Saison annulieren werden, konnte sich der norddeutsche Verband mit seiner Regionalliga Nord dazu bisher noch nicht durchringen. Aber diese Entscheidung ist nicht nur für den Regionalligisten BSV Rehden wichtig, sondern auch für den Brinkumer SV. Aufgrund der Bremer Verbandsentscheidung wird der Brinkumer SV wohl zum Bremer Vertreter für die Aufstiegsrunde nominiert., die eigentlich im Juni steigen soll. Jürgen Stebani (70), der Spielausschuss-Chef in Norddeutschland und Niedersachsen, schildert den aktuellen Stand der Dinge so: „Alle scharren mit den Hufen, aber wir sind abhängig von den Entscheidungen der Politik. Dass man uns nicht trainieren und spielen lässt, kann ich nicht verstehen, weil doch nachgewiesen ist, dass Fußball im Freien kein Infektionstreiber ist. Wir werden uns Karfreitag noch einmal zusammensetzen und alle Szenarien durchdiskutieren.“

Noch sieht es so aus, dass die Aufstiegsrunde gespielt werden soll. Daran würden dann vier Teams (Vizemeister aus der Oberliga Niedersachsen und die Meister aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen) teilnehmen. Der Niedersachsen-Meister steigt direkt auf. In einer einfachen Runde würden dann zwei weitere Regionalliga-Aufsteiger ermittelt. Ein Aufstieg ohne Relegation (wie in der vergangenen Saison im Falle des FC Oberneuland passiert) schließt Stebani aus. Es gab Jahre, da haben nicht alle Landesverbände Teams in die Relegation geschickt. „Das ist in dieser Saison anders. Wir werden genügend Mannschaften haben, die an der Relegation teilnehmen wollen – wenn sie denn gespielt wird und wenn die Teams die Lizenz-Prüfung überstehen“, sagt Stebani.

„Alle sind heiß auf die Relegation“

In Brinkum tut man viel dafür, für den Fall der Fälle gerüstet zu sein. „Wir dürfen momentan in Zweiergruppen trainieren. Dabei ist mein Partner Ramien Safi“, sagt Flügelflitzer Nicolai Gräpler. Und der 26-Jährige, der Brinkum auch über die Saison hinaus erhalten bleiben wird, fügt noch hinzu: „Eine gewisse Grundfitness ist also da. Viele aus unserer Mannschaft machen zudem noch Extra-Einheiten bei unserem Athletiktrainer Klaus Lange. Alle sind heiß auf die Relegation. Zuletzt war Brinkum 2018 dabei – da war ich nur Zuschauer. Jetzt möchte ich bei diesen Spielen auf dem Platz stehen.“

Etwas zwiegespalten ist Kapitän Jannik Bender: „Die Relegations-Teilnahme ist ja ganz schön. Aber nach nur acht Spieltagen ist die Tabelle doch quasi ohne Aussagekraft. Ich hätte lieber zumindest die Hinrunde beendet. Wenn wir dann auf Platz eins gestanden hätten, wären wir auch ein verdienter Teilnehmer an der Relegation.“

Durch das Tor von Can Ercan zum 7:0 in Borgfeld gewann Brinkum die Quotientenwertung.

Vater Jörg Bender, der Manager des Teams, nimmt es pragmatisch: „Wir können die Entscheidungen des norddeutschen Verbandes nicht beeinflussen, wollen aber vorbereitet sein, wenn die Relegation gespielt wird. Die Stimmung in der Mannschaft ist jedenfalls sehr gut.“

Wird Brinkum denn die Lizenz erhalten? Bender lässt daran keinen Zweifel: „Das wird klappen. Zumindest für das erste Jahr. Der Antrag war diesmal auch viel leichter auszufüllen als noch vor drei Jahren. Das konnte ich ohne Steuerberater oder Rechtsanwalt allein im Wohnzimmer erledigen.“

Ralf Voigt: „Wir werden das sportlich so hinnehmen“

Ganz bitter ist es für den Bremen-Liga-Zweiten Bremer SV. Das Team aus dem Bremer Westen führte die Tabelle sieben Spieltage an und wurde erst am letzten Spieltag vor dem Abbruch vom Brinkumer SV überholt. Doch die Bremer geben sich sportlich: „Wir werden jetzt keinen Aufstand machen, wenn Brinkum zum Meister erklärt wird“, sagt Ralf Voigt (55), der frühere Trainer und jetzige Manager des Teams. Er und auch Coach Benjamin Eta bleiben auch in der kommenden Saison an Bord. Für den Fall der Fälle (wenn Brinkum vielleicht keine Lizenz erhalten sollte) hat der Bremer SV auch seine Regionalliga-Lizenzunterlagen an den norddeutschen Verband geschickt.

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