Melchiorshausen seit gestern wieder im Mannschaftstraining / Manche Teams warten noch, andere üben auf Abstand

Raus ins Grüne? Noch nicht überall rollt der Ball

Endlich wieder im Grünen! Die Melchiorshauser Landesliga-Fußballer Lucas Kracke, Ole Discher, Tom Scharwies und Jan Ole Westerhold (von links) starteten gestern Abend mit Fußball-Tennis aus der Trainings-Zwangspause. Foto: Krüger

Landkreis - Von Cord Krüger. Jetzt geht’s los! Oder nicht? Nachdem Bundesregierung und Länderchefs am Mittwoch zumindest kontaktloses Training im Freien unter strengen Hygiene-Auflagen erlaubt hatten, gehen die Fußballer im Kreis Diepholz unterschiedlich vor. Während der TSV Melchiorshausen aus der Landesliga Bremen schon gestern Abend die erste Einheit nach der Zwangspause im Zuge der Corona-Krise abhielt, lassen es andere eher gemächlicher angehen.

Auf der Melchiorshauser Anlage bat TSV-Trainer Lars Behrens gestern unter anderem zu diversen Elementen ohne Grätschen und Rempeln – allen voran: Fußball-Tennis. „Der Platz ist in einem guten Zustand, denn er hatte ja lange Zeit, sich zu erholen“, urteilte Spartenleiter Heiner Böttcher süffisant. Auch die Kabinen befanden sich dank wöchentlicher Reinigung selbst ohne regulären Betrieb auf der Anlage in einem Top-Zustand. Doch wirklich benutzt werden dürfen sie noch immer nicht: „Das Umziehen und Duschen muss ja zu Hause erledigt werden“, schildert Böttcher. Trotz dieser kleinen Hindernisse stand allen 14 Mann zum Re-Start an der B 6 wie eingemeißelt ein fast permanentes Grinsen im Gesicht. „Wie schön – auf Rasen“, war als Jauchzer beim Warmlaufen in der weit auseinander gezogenen Reihe zu hören. Andere fragten feixend nach dem Stand der derzeit ausstehenden Bierkisten für diverse Anlässe der vergangenen sieben Wochen. Oder es schallte ein „Endlich normaale Leute!“ übers Grün.

Ebenfalls gestern Abend besprach Chefcoach Mike Gabel mit seinem Trainerteam vom Brinkumer SV das weitere Vorgehen beim Bremen-Ligisten. Wie der künftige Übungsbetrieb am Brunnenweg aussehen kann, weiß Gabel noch nicht. „Aber es ist geplant, dass wir am Samstag das erste Mal auf den Platz gehen“, schildert der Mann, der alle Einheiten stets selbst ausarbeitet. Er stellt klar, dass sich keiner seiner Kicker gezwungen fühlen soll: „Wer angesichts von Corona Angst oder Probleme mit einer größeren Gruppe hat, darf ruhig erst mal zu Hause bleiben – da sagen wir nichts.“

Regionalligist BSV Rehden arbeit vorerst wie seit dem Lockdown weiter. „Wir trainieren nach wie vor individuell mit einer Pflichteinheit pro Woche über ,Zoom’“, schildert BSV-Trainer Maarten Schops und nennt das Online-Angebot als wöchentlichen Treffpunkt für die Fitness-Einheiten. So soll es zunächst auch bleiben, „bis wir wissen, ob und wie es überhaupt weitergeht“.

Auch die Bezirksligisten geben sich entspannt. Beim TSV Okel treffen sich die beiden Trainer Lutz Schröder und Rico Volkmann erst am Sonntag wieder. „Dann erstellen wir Dienstpläne mit Gruppen in der erlaubten Größe“, erklärt Schröder: „Ich denke aber mal, dass das Training nur mit angezogener Handbremse ablaufen kann.“

Torben Budelmann vom Tabellenzweiten SV Heiligenfelde sieht ebenfalls „keinen Grund, in Aktionismus zu verfallen“. Der A-Lizenz-Inhaber will zunächst mit dem Vorstand über die künftige Herangehensweise reden. Allerdings ahnt er, dass die erlaubten Möglichkeiten „mit Fußball wenig zu tun“ haben. Wenn überhaupt, dürfte es aber erst bei den „Großen“ starten: „Ich weiß nicht, ob man zehn Kindern beim Training klarmachen kann, dass sie auf die Abstandsregeln achten müssen.“

Beim TV Stuhr war gestern ein Mannschaftsabend via Skype geplant. Dort wollten die Coaches Stephan Stindt und Christian Meyer die Frage nach dem Re-Start stellen. „Die erste Meinung aus der Runde war: Es wäre ja schön, wenn wir uns alle mal wiedersehen“, berichtete Meyer. Sicherlich seien Übungen wie „Torschüsse mit gewissen Abständen möglich, aber im Moment fehlt mir die große Vision, wie ich ein Training nach diesen Vorgaben ausgestalten soll“, gibt er zu.

Ähnlich sieht es sein Kollege Marcell Katt von der SG Diepholz, der Einheiten auf Abstand „bei einer Kontaktsportart wie unserer für wenig zielführend“ hält. „Und die Kiste Bier danach mit weiten Räumen zu den Teamkollegen schmeckt auch nicht so gut.“ Daher denkt der SGD-Trainer: „Wir warten erst einmal ab, wie die Saison weitergespielt werden soll.“

David Schiavone hingegen hat seine Männer vom TuS Lemförde für heute auf den Platz gebeten. „Zusammen rauszugehen, etwas auf Distanz mit dem Ball zu machen, dann auch noch bei diesem Wetter – das bietet sich doch an“, meint der Trainer des Tabellensiebten. Er plant eher mit Aufgaben im „individuellen Bereich: Da werden einige noch ein bissschen was tun müssen.“

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