Vechtas Basketballer staunen über ihren Durchmarsch in die Bundesliga

Rasta-Männer machen ihren Boss sprachlos

Ein ganz wichtiger Mann im Überraschungsteam: Vechtas Spielmacher Richard Williams (vorne), der hier auf seine Art und Weise den Aufstieg bejubelt. ·
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Ein ganz wichtiger Mann im Überraschungsteam: Vechtas Spielmacher Richard Williams (vorne), der hier auf seine Art und Weise den Aufstieg bejubelt.

Vechta - Reggae-Legende Bob Marley stand bei der Vereinsgründung vor 34 Jahren als Namensgeber Pate, nun will der SC Rasta Vechta als Sensations-Aufsteiger die Basketball-Bundesliga rocken.

„Das ist ein toller Tag für die Spieler, die Fans und für mich“, sagte Trainer Pat Elzie nach dem 86:74-Erfolg im fünften und letzten Playoff-Halbfinale gegen Karlsruhe.

„Wir dürfen bei dem Ganzen nicht vergessen, dass wir im Grunde mit einer ProB-Mannschaft diesen Erfolg geschafft haben“, kommentierte der 52-jährige Elzie den völlig unerwarteten Durchmarsch von der dritten Liga (ProB) ins Oberhaus.

„Mir fehlen die Worte. Wir haben die Früchte der harten Arbeit geerntet“, erklärte Präsident und Mäzen Stefan Niemeyer. Seit mehr als 20 Jahren ist der Unternehmer aus der Futtermittel-Branche der große Denker und Lenker im Verein. Er spendierte am Sonntagabend als erstes Freibier für zwei Stunden. Das kommt auf dem flachen Land zwischen Oldenburg und Osnabrück immer gut an. 2 000 begeisterte Fans feierten im neuen Rasta-Dome das Aufstiegsteam um Spielmacher Richard Williams und den Scharfschützen Corey Hassan.

Die schmucke Halle wurde erst im Oktober 2012 eingeweiht, war danach fast immer ausverkauft und muss nun erneut ausgebaut werden. Den Aufstieg hatten nämlich im vorigen Herbst weder Niemeyer noch Elzie auf dem Plan. Die Basketball-Bundesliga (BBL) verlangt eine Spielstätte für mindestens 3 000 Zuschauer. Nur unter dieser Auflage erteilte die BBL dem Team die Lizenz. Nach Braunschweig, Oldenburg und Quakenbrück ist Vechta der vierte niedersächsische Bundesligist. Zu den Partien bei den Artland Dragons oder nach Oldenburg könnten die Rasta-Männer theoretisch sogar radeln.

In der BBL müssen sich die Vechtaer nun aber auf ein viel höheres Niveau gefasst machen. Das weiß auch Coach Elzie, ein routinierter Reisender in Sachen Basketball. Der Amerikaner feierte seine größten Erfolge als Spieler beim MTV Gießen, als Trainer war er unter anderem in Langen, Hamburg, Tübingen, Syrien und Zypern tätig. Ohne Verstärkungen, im Gespräch sind vier oder fünf Zugänge, dürfte in der Bundesliga gegen Mannschaften wie Bamberg, Berlin oder den FC Bayern nichts auszurichten sein.

Aus der derzeitigen Rasta-Mannschaft haben nur Flavio Stückemann und Dirk Mädrich schon mal in der BBL gespielt. Leistungsträger sind wie bei anderen deutschen Clubs die Amerikaner. Drei-Punkte-Spezialist Hassan entschied das kuriose Playoff-Duell gegen Karlsruhe – beide Teams hatten zuvor jeweils zwei Heimspiele verloren – mit seinen 24 Punkten maßgeblich. Und Elzie schwärmte hinterher von seinem Top-scorer: „Er hat sich ein Sonderlob verdient und uns in der entscheidenden Phase mit seinen Dreiern sehr geholfen.“ · dpa

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