Noch keine Verträge in der Tasche

Schwarmer Niels Oliver Wessel kann Speedway-Saison nicht planen

Jungunternehmer Niels Oliver Wessel steht neben seinem Radlader.
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Mit erst 21 Jahren ist das ungewöhnlich, aber der Schwarmer Niels Oliver Wessel führt seit einem Jahr eine kleine Tiefbau-Firma und nennt auch einen Radlader sein Eigen.

Schwarme - Im Schuppen in Schwarme stehen, sauber mit Laken abgedeckt, zwei Speedway-Maschinen, die auf ihren Einsatz warten. Besitzer der Zweiräder ist Niels Oliver Wessel, der normalerweise im März schon seine ersten Trainingsfahrten unternimmt, um für die im April beginnende Bahnsaison gerüstet zu sein.

Doch momentan ist alles anders. Wegen der Coronakrise ruht still der See. An Rennen ist momentan nicht zu denken. „Alles ist im Augenblick in der Schwebe. Ich würde ja gern wissen, wo ich in diesem Jahr fahren kann. Aber keiner weiß darauf eine konkrete Antwort“, sagt der 21-Jährige, der zwar Mitglied im MSC Schwarme ist, aber für diesen Club keine Rennen bestreitet.

Wessels Einsatzorte lagen eher in Dänemark, in Brokstedt oder aber in Cloppenburg. Aber es liegt alles auf Eis, weil die Vereine nicht wissen, ob oder wann sie mal wieder vor Publikum fahren können. Und Veranstaltungen als Geister-Events machen eher weniger Sinn (siehe auch Text oben). Wessel zuckt mit den Schultern und sagt: „Ich führe zwar immer wieder mal lose Gespräche, aber Verträge habe ich noch nicht unterschrieben.“

Sport ist sein „professionelles Hobby“

Im vergangenen Jahr war auch nicht viel mit Rennen fahren. „Ich war im August einmal in Moorwinkelsdamm in der 3. Liga am Start. Dazu noch zweimal Training. Das war’s aber auch schon. Im Oktober wollte ich mit dem MSC Cloppenburg ein Ein-Tages-Finale um die Meisterschaft in der 2. Liga bestreiten. Aber das fiel leider ins Wasser“, sagt der Bauingenieur-Student an der Uni in Oldenburg, der seine sportliche Leidenschaft als „professionelles Hobby“ bezeichnet.

Wessel hofft, dass vielleicht in diesem Jahr doch noch etwas geht: „Ich bin mir sicher, dass die Vereine meine Nummer haben . . .“

Aber der 21-Jährige fällt deshalb nun nicht in ein tiefes Loch, denn schon immer war ihm klar, dass Speedway nicht seine berufliche Zukunft sein würde: „Man darf sich davon nicht abhängig machen. Es gibt in Deutschland sowieso nur ganz wenige Fahrer, die vom Bahnsport leben können.“

Seit einem Jahr Chef einer Tiefbau-Firma

Neben seinem Studium, das momentan etwas auf Eis liegt, hat sich der Schwarmer schon ein echtes Standbein geschaffen. Seit einem Jahr, also mit Beginn der Coronakrise, ist er Chef der Firma „Wessel Tiefbau“, die alles rund um den Tiefbau anbietet. Genaue Zahlen nennt er zwar nicht, aber zwei bis drei Angestellte arbeiten schon für ihn, und der Fuhrpark ist auch angemessen: „Es ist natürlich schön, wenn man sein eigenes Geld verdient. Und der Umsatz ist in dieser kurzen Zeit auch stetig gestiegen. Ich bin jedenfalls zufrieden.“ Wessel ist ein zielstrebiger junger Mann, „und ich möchte auch mein Studium noch beenden“.

Und natürlich würde er auch gern bald wieder Rennen fahren und seinen Radlader gegen eine Speedway-Maschine eintauschen. Aber angewiesen ist er darauf nicht.

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