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Quer durch Niedersachsen nach Neuenkirchen: Antreiber Hassan Ibrahim ist Spieler des Wochenendes

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Von: Cord Krüger

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„Er will gern vorpreschen“, sagt sein Trainer Mustafa Cali über Hassan Ibrahim, der hier Diepholz’ Daniel Oduweku entwischt. Der 29-Jährige fühlt sich fitter als früher.
„Er will gern vorpreschen“, sagt sein Trainer Mustafa Cali über Hassan Ibrahim, der hier Diepholz’ Daniel Oduweku entwischt. Der 29-Jährige fühlt sich fitter als früher. © ck

Notbremsen sind Hassan Ibrahims Spezialgebiet – allerdings nur beruflich. Bei VW in Wolfsburg tüftelt der Ingenieur an Fahrer-Assistenzsystemen – vom Tiguan bis zum Polo. „Wenn es da also piept oder das Auto bei zu geringem Abstand abrupt hält, hatte ich meine Finger im Spiel.“ Auf dem Fußballplatz hingegen nimmt der Antreiber des TV Neuenkirchen keinerlei Tempo raus, wie er während des 2:1-Siegs am Sonntag bei der SG Diepholz bewies. Trotz seines stark geschwollenen rechten Fußes schoss der 29-Jährige das 1:0 und bereitete das 2:1-Siegtor für den Bezirksliga-Aufsteiger vor. Die übrige Zeit verbrachte er als Freigeist im offensiven und Zweikämpfer im defensiven Mittelfeld, flankender Flügelspieler oder Störenfried im SG-Abwehrzentrum.

Neuenkirchen – „Hassan war auf der Zehn vorgesehen, aber er will gern vorpreschen und gleichzeitig seine Erfahrung als Sechser einbringen“, verrät sein Trainer Mustafa Cali. „Dabei hatten wir vorher überlegt, ob er überhaupt spielen soll. Bei diesem dicken Fuß hätten sich viele nicht mal Badelatschen angezogen. Und Hassan? Der bindet den Schuh zu und sagt: ,Los geht’s.’“

Laufrunde durch den heimischen Stadtwald Eilenriede

Dass Ibrahim seinen Gegnern trotz Blessur und Gluthitze entwischte, zeigte, dass er fitter ist als früher. „Stimmt. Und es liegt daran, dass ich in den letzten vier Jahren zu viel der Vorbereitung verpasst habe“, erklärt der beruflich stark eingespannte Entwickler. „Diesmal lag die Sommerpause aber so günstig in meinem Urlaub, dass ich wenigstens einen Teil davon mit der Mannschaft arbeiten durfte. Und jetzt kann ich dank Homeoffice wenigstens einmal pro Woche mittrainieren.“ Zwei weitere Abende läuft er durch die Eilenriede in seinem Wohnort Hannover. Hier hat Hassan Ibrahim studiert und seine Frau fürs Leben kennengelernt, die er im Mai heiratete.

Ibrahims fußballverrückte Verwandtschaft

Bei allem Rotieren zwischen Wolfsburg, Hannover und Neuenkirchen ist eine weitere Station Pflicht: „Einmal pro Woche muss ich in Sulingen sein – das ist meine Heimat“, sagt der Familienmensch, der dann seine Eltern besucht und mit der fußballverrückten Verwandtschaft fachsimpelt: Hussein Ibrahim spielte unter anderem für den BSV Rehden II und Neuenkirchen, auch der andere Bruder Hamudi hielt für den TVN die Knochen hin. Die Onkel Hamzi (TuS Sulingen und SC Twistringen) und Abbas (TuS Sulingen) sind in hiesigen Kicker-Kreisen ebenfalls noch bestens bekannt.

Der Trainer nennt nur eine Schwäche beim „Führungsspieler“

Weiter rum kam Hassan – bis zum TSV Barsinghausen zu dessen Landesliga-Zeiten. „Da habe ich viel gelernt – in Sachen Tempo und schnellerem Schalten auf dem Platz“, erinnert er sich an die Rückrunde 2016. Doch „mit Studium und Familie war der Aufwand nicht zu schaffen“. Also führte ihn der Weg über den TuS Sulingen 2017 zum TVN. Dort „ist er ein Führungsspieler“, stellt Cali heraus. Nur eine Schwäche nennt der Coach: „Seine Ungeduld. Unser Kreisspiel zu Beginn des Trainings ist nichts für ihn, er will gleich in die Vollen.“ Und als der Arzt beim Blick auf den Fuß 14 Tage Pause empfahl, hörte Hassan Ibrahim lieber nicht so genau hin.

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