Ehrenamt als Ehrensache

Marlou Meier: Prototyp einer „Fußballheldin“

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Aktiv beim TSV Asendorf: „Wenn man Spaß am Fußball hat und gerne mit Menschen zusammen ist, liegt es doch nahe, sich im Verein zu engagieren“, sagt Marlou Meier.

Asendorf - Immer wenn Marlou Meier „meine Kinder“ sagt, schießen ihre dunklen Brauen in die Höhe, sie reißt ihre helle Augen auf, ein breites Lächeln legt sich auf ihre Lippen. Allein Meiers Mimik verrät: Ihre „Kinder“ – die U 11-Fußballer des TSV Asendorf – sind für sie eine Herzensangelegenheit. Und ihr Engagement kommt an.

Für den DFB ist sie gar eine „Fußballheldin“. Mit diesem Titel würdigt der größte Einzelsportverband der Welt junge Ehrenamtliche. „Ich bin schon sehr stolz darauf“, betont Meier: „Es ist für mich auf jeden Fall etwas Besonderes.“ Die 20-Jährige ist jedoch Teamplayerin durch und durch – und schiebt deshalb hinterher: „Es hätten ganz sicher noch mehrere aus unserem Verein diese Auszeichnung verdient gehabt.“

Alles begann 2014. Als 15-Jährige stieg sie als Co-Trainerin ein – in der „Windelliga“, wie Meier lachend sagt. Seitdem begleitet sie die 15 Kinder Woche für Woche, Jahr für Jahr. Eigentlich sei es geplant gewesen, nur bis zur F-Jugend dabei zu bleiben. „Aber sie sind meine Kinder geworden. Ich kann sie nicht mehr gehen lassen.“ Dass sie im Club aktiv ist, ist für Meier etwas völlig Normales: „Wenn man Spaß am Fußball hat und gerne mit Menschen zusammen ist, liegt es doch nahe, sich im Verein zu engagieren.“

Ehrenamt als Ehrensache. In Zeiten, in denen viele Jugendliche zunächst einmal an ihren Social-Media-Auftritt denken, ist es aber längst keine Selbstverständlichkeit mehr, sich derart für andere reinzuhauen. Meier möchte ihren Einsatz dennoch nicht überbewertet wissen. Sie sei da irgendwie reingerutscht und dann dabei geblieben.

Meiers Tun geht aber weit über das normale wöchentliche Training hinaus. Sie macht sich stets Gedanken, um der Mannschaft auch abseits des Platzes etwas zu bieten. Zu Beginn habe es durchaus auch mal „schwierige Zeiten“ gegeben, erinnert sich Meier: „Da sind viele neue Kinder auf einmal dazugekommen. Und dann bleiben Konflikte in der Gruppe nicht immer aus. Ich wusste, dass ich etwas machen muss, um den Teamgedanken zu fördern.“

Meier löste es auf spielerische Art, organisierte eine Schatzsuche in der Gemeinde. „Es ging darum, gemeinsam durch Asendorf zu laufen, im Team Aufgaben zu lösen, um schlussendlich gemeinsam den Schatz zu finden.“ Es habe zwar nicht direkt klick gemacht, aber es sei ein guter Anfang gewesen. Die Kinder hätten nach und nach ein Gefühl dafür entwickelt, dass sie in einem Boot sitzen. Und um dieses Wir-Gefühl gehe es in Jugendmannschaften. „Man muss zusammenwachsen, Freunde werden, um dann auch auf dem Platz stärker zu werden“, betont die 20-Jährige.

Meier ist sozusagen der Prototyp einer Jugendtrainerin. Zum einen ist da diese Fußballbegeisterung, die sie früh entwickelte. Seit Jahren spielt Meier selbst. Über Asendorf/Süstedt und Staffhorst ist die zentrale Mittelfeldspielerin mittlerweile in Heiligenfelde gelandet.

Zum anderen gibt es bei Meier noch diesen beruflichen Background. „Für mich stand es eigentlich schon immer fest, dass ich später mal etwas mit Kindern machen möchte.“ Insofern überrascht ihr Lebenslauf auch nicht: 2016 machte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten in Haendorf, mittlerweile steckt sie in der Ausbildung zur Erzieherin. „Ich finde einfach, dass Kinder einem unglaublich viel zurückgeben. Und durch Kinder entdeckt man manchmal selbst die Welt noch mal neu.“ Sie hat da so eine Anekdote parat. „Letztens sagte ein Kind zu mir im Kindergarten: ,Das Leben ist echt schwer.’ Ein Legostein wollte einfach nicht auf das andere passen“, erzählt Meier mit einem Lachen. Diese kleinen, bezaubernden Momente seien unbezahlbar.

Beim TSV Asendorf fließen für Meier beide Bereiche zusammen. Sie legt viel Wert auf das Miteinander, passt aber auch auf, wie es sportlich läuft. „Ich schaue während der Spiele schon genau hin und mache mir direkt meine Gedanken, woran wir in den nächsten Einheiten unbedingt arbeiten sollten.“ Analysieren, Übungen vorbereiten, Training leiten, dazu noch selbst kicken – und das alles im zweiten Ausbildungsjahr zur Erzieherin. Langeweile kommt da gewiss nicht auf. „Irgendwas mache ich eigentlich immer“, bestätigt Meier. Nur die Füße hochlegen, sei aber ohnehin „eher schwierig“ für sie.

Jetzt zum Jahresende wird es jedoch auch bei ihr ruhiger. Es sind Ferien, das Training entfällt. Fußballfreie Zeit? Eher nicht. „Das Gute ist ja, dass ich einen Schlüssel für die Halle habe“, sagt Meier mit einem Augenzwinkern. Ohne Fußball geht es für eine echte Fußballheldin nun mal nicht.

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