Ex-Reiter wird zum starken Radcross-Fahrer

Pleuß wühlt gekonnt im Dreck

Dritter beim Weser-Ems Cup 2012: Eckhard Pleuß.
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Dritter beim Weser-Ems Cup 2012: Eckhard Pleuß.

Syke - Keine Frage, Eckhard Pleuß hat sich auch als Quereinsteiger mittlerweile im Radsport einen Namen gemacht. Dabei schien der 44-Jährige zunächst sein Glück auf dem Rücken der Pferde zu finden.

Noch in jungen Jahren galt der Holzfacharbeiter als großes Talent im Reitsport und feierte beachtliche Erfolge. Doch irgendwie fehlte ihm dabei mit der Zeit „der letzte Kick. Ich brauchte einfach einen ehrlichen Sport, wo ich von niemandem abhängig bin.“

Dass Pleuß allerdings ausgerechnet beim Radsport „Karriere“ machen sollte, war Ende des Jahrtausends noch nicht absehbar. „Das war wirklich eher Zufall. Aufgrund von Gewichtsproblemen habe ich mir im Jahr 2000 ein Rad gekauft. Ich wollte eigentlich nur einige Pfunde loswerden“, schmunzelt der Syker.

Doch dabei alleine blieb es nicht. Schnell entdeckte Pleuß sein Faible für das Zweirad und trat in den Radsportverein Bruchhausen-Vilsen ein. Zunächst noch als Straßenfahrer, ehe er durch einen erneuten Zufall zum Crossfahren kam. „Ich wollte mich im Winter fit halten für die Straßenrennen im Sommer. Deshalb habe ich mir ein Crossrad gekauft und bin durch die Wildnis gebrettert. Da habe ich gemerkt, das ist genau mein Ding“, erinnert sich der 44-Jährige. In der Tat entwickelte sich Crossfahren in der Folgezeit genau zu „seinem Ding“. Von der deutschen Radlegende Günter Gröhler unter die Fittiche genommen, avancierte Pleuß nach kürzester Zeit im Seniorenbereich zu einer ganz großen Nummer. Mittlerweile zählt er sogar zu den stärksten norddeutschen Fahrern seiner Altersstufe. Bester Beleg hierfür ist das seit Jahren glänzende Abschneiden im Weser-Ems Cup – der immerhin zweitgrößten Crossveranstaltung in Deutschland. Vor drei Jahren landete Pleuß auf einem bärenstarken zweiten Platz, ehe ihm 2011 der ganz große Wurf glückte. Nach 13 Rennen (hierbei wird 40 Minuten lang eine zwei Kilometer lange Passage im Kreis befahren) ließ er 100 Teilnehmer punktemäßig hinter sich und schnappte sich erstmalig den Titel.

Auch 2012 sprang für Pleuß beim Weser-Ems Cup ein Podestplatz heraus. Zwar reichte es nicht ganz zur Titelverteidigung, doch auch der dritte Rang konnte sich durchaus sehen lassen. Pleuß freute sich zumindest diebisch darüber: „Drei Jahre in Folge aufs Podest zu springen, ist doch eine tolle Leistung.“

Von Gewichtsproblemen ist bei ihm natürlich längst keine Rede mehr. Kein Wunder: Fünfmal die Woche setzt sich Pleuß bei Wind und Wetter aufs Rad und quält sich zwei Stunden täglich durch den tiefsten Schlamm. „Das liebe ich. Umso ekliger die Bedingungen, umso größer der Spaß“, grient der Holzfacharbeiter. Dieser Quereinsteiger hat ganz sicher sein Glück gefunden. · drö

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