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Sara Finke ist „DM-süchtig“

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Und wieder hat Sara Finke eine Gegnerin aufs Kreuz gelegt. Die 24-Jährige holte sich vor knapp einem Jahr Platz neun bei der DM.

Sara Finke - „Mein kleiner Bruder ist Schuld“, lacht Sara, als sie überlegt, wann sie mit dem Judosport angefangen hat: „Wir sind am Anfang in der gleichen Trainingsgruppe gewesen und er musste öfter für mich herhalten.“ 14 Jahre ist das nun her und die Geschwister-Duelle haben sich ausgezahlt: Sara Finke trat in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften in Ettlingen an.

„Das Größte ist es, bei der Deutschen Meisterschaft dabei zu sein“, schwärmt Finke. Die Sulingerin, die für den TSV Bassum in der Gewichtsklasse +78 kg antritt, kehrte im Januar des vergangenen Jahres mit einem beachtlichen neunten Rang aus Ettlingen zurück und leckte dabei sichtlich Blut: „Den Kampf um Platz sieben habe ich nur knapp verloren. Ich wäre 2015 gerne wieder dabei gewesen.“

Dieses Ziel hätte Finke vor ein paar Wochen beinahe erreicht. Bei den Deutschen Pokalmeisterschaften in Neuhof verpasste sie aber letztlich den dritten Platz, der zur Qualifikation berechtigt, hauchdünn. „Der erste Kampf war eigentlich auf Augenhöhe. Am Ende habe ich eine Strafe zu viel bekommen. Es hätte aber auch meine Gegnerin treffen können“, erzählt Finke vom ersten Duell. Danach zeigte die 24-Jährige ihren Kampfgeist und eine beeindruckende Leistungssteigerung. Finke arbeitete sich in der Trostrunde noch bis zum Kampf um Platz drei vor, wo sie am Ende aber unterlag und sich mit dem fünften Rang zufrieden geben musste. „Die Pokalmeisterschaften sind immer ein Höhepunkt des Jahres. Schade, dass ich mich dieses Mal nicht für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte, aber mit meiner Leistung war ich zufrieden“, fasste Finke den Wettbewerb zusammen und fügte kämpferisch an: „Im nächsten Jahr klappt es dann wieder.“

Das gesunde Selbstbewusstsein hat sich die beruflich im öffentlichen Dienst angestellte Finke hart erarbeitet. „Ich bin schon trainingsfleißig und bereite mich auf Wettkämpfe gezielt vor“, beschreibt sich die Athletin selbst. Wettkampfpraxis sammelt Finke außerdem beim VfL Stade in der 2. Bundesliga. „Dort fühle ich mich richtig wohl. Die Mannschaft ist wie eine zweite Familie für mich“, schwärmt sie.

Überhaupt merkt man Finke an, wie sehr sie sich für den Judosport begeistert: „Man trainiert merklich den eigenen Körper und stößt dabei immer wieder an seine Grenzen. Außerdem messe ich mich gerne mit anderen“, beschreibt Finke die Vorzüge ihrer Disziplin. Darüber hinaus treffe man beim Judo, auch wenn man in jedem Kampf auf sich alleine gestellt sei, auf viele nette Menschen, die einen unterstützen.

Zwei von Finkes Unterstützern sind ihre Trainer Egzon Lekaj (TSV Bassum) und Egon Krien (VfL Stade), die die Sportlerin derzeit erfolgreich betreuen. Eine Lücke riss allerdings der kürzlich verstorbene Lutz Nordloh, der lange Jahre die Judo-Sparte des TSV Bassum leitete und auch Finkes Entwicklung in den letzten zwei Jahren maßgeblich mitprägte. „Es steht noch ein wenig in den Sternen, wie es in Bassum ohne Lutz weitergeht“, erklärt Finke.

Wie es bei ihr selbst weitergeht, davon hat die Sulingerin allerdings genaue Vorstellungen: „Ich möchte noch möglichst viele Top-Platzierungen erreichen und wieder zu den Deutschen Meisterschaften.“ Auch ihr jüngerer Bruder dürfte dann freilich stolz auf seine Schwester sein.

pka

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