Freizeitinitiative Nordwohlde macht aus beengten Verhältnissen das Beste / Bilek in der A-Rangliste

Platz ist in der kleinsten Hütte

Nordwohlde - Von Rafael KaluzaFragt man einen x-beliebigen Sportler, was er sich in einer Turnhalle wünscht, so würde es wohl einige verschiedene Antworten geben. Ein Fußballer braucht Tore, ein Basketballer freut sich über Körbe, ein Turner möchte möglichst viele verschiedene Geräte zur Verfügung haben, und so weiter.

In der Grundschulhalle in Nordwohlde ist nichts davon da. Ein kurzer Blick reicht, um den winzigen Raum, der nicht viel größer zu sein scheint als ein Klassenzimmer, zu erfassen. Training mit einer großen Gruppe? Undenkbar.

Und doch tummeln sich am Freitagabend an die 20 Kinder und Jugendliche auf dem kleinen Feld, zum Teil mit gelben Trikots ausgerüstet, und mit viel Freude kreuz und quer durch die kleine Halle laufend. Kaum zu glauben, aber gerade findet das Training der Freizeitinitiative Nordwohlde statt. Der 1993 gegründete Verein bietet in der Region Badminton an und ist trotz der widrigen Bedingungen – die Halle bietet gerade mal Platz für ein Badmintonfeld – wundersamerweise überaus erfolgreich. „Wir sind wie das kleine gallische Dorf“, lächelt Wolfgang Reinert. Der grauhaarige und durchtrainierte Mann ist Mitbegründer der Freizeitinitative, die dienstags auch ein Training für Erwachsene anbietet. Und der Name ist Programm, denn im Vordergrund steht der Spaß an der Sache. „Die Freizeitinitiative konzentriert sich auch auf gesellschaftliche Dinge“, unterstreicht Reinert.

„Wir gehen zum Beispiel auch mal Inlinerfahren, frühstücken zusammen oder gehen schwimmen. Ich habe auch schon mit allen 20 Kindern hier in der Turnhalle übernachtet“, erzählt Lüder Volkmann. Er ist der Betreuer der großen Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die jeden Freitag zusammen trainiert. Und dort schlummern durchaus einige Talente. „Die zu fördern, ist auch unser Bedürfnis“, sagt Volkmann.

„Aushängeschild

im Kreis Diepholz“

Dafür ist vor allem Wolfgang Reinert, der Trainer der sogenannten Leistungsgruppe, zuständig. In seinen Augen leuchtet es, wenn er von seinem Verein spricht. „Im Kreis Diepholz sind wir in den unteren Altersklassen das Aushängeschild im Badminton“, berichtet Reinert stolz. Und das, obwohl die Leistungsgruppe sich ebenfalls nur einmal in der Woche zum eineinhalbstündigen Training trifft. Doch der Coach kennt die Gründe, warum die jungen Sportler so erfolgreich sind: „Hier halten alle zusammen, freuen sich füreinander. Es ist einfach eine harmonische Einheit.“

In der Leistungsgruppe von Coach Reinert sind drei junge Mädchen. Sie trainieren freitags vor der großen Gruppe alleine. Unter ihnen ist Maira Bilek, ein Mädchen mit braunen Haaren und einem kleinen Haarband. „Sie ist das absolute Ausnahmetalent bei uns“, schwärmt Wolfgang Reinert wieder mit Stolz in der Stimme: „Maira ist unglaublich beweglich, erreicht fast jeden Ball und hat eine hohe Spielintelligenz.“

Bei ihren letzten Turnieren wurde die Elfjährige immer stärker und belohnte sich mit dem schwierigen Sprung in die A-Rangliste Niedersachsens, der höchsten Leistungsklasse in ihrer Altersgruppe U13. Jetzt darf sie auch bei A-Ranglistenturnieren mitspielen – und da ist vieles möglich, meint ihr Trainer: „Bis auf Platz eins sind alle eng beieinander“, erklärt Reinert, der aber auch weiß, dass nun einige auf das junge Talent aufmerksam werden. „Es kann schon sein, dass Vereine kommen und sie haben wollen. Und wenn sie will, wird sie mittelfristig nicht mehr bei uns spielen“, räumt der 63-Jährige ein.

Dafür sind die Rahmenbedingungen in dem kleinen Verein wohl doch nicht ausreichend. Deshalb formuliert Betreuer Lüder Volkmann, was ganz oben auf der Prioritätenliste steht: „Ein weiterer Trainer oder Betreuer und eine Halle in der Gegend, in der wir ein zweites Mal in der Woche trainieren können.“ Und dann darf man gewiss sein, dass die Freizeitinitiative Nordwohlde noch einiges von sich hören lässt.

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