Bezirksligist reagiert auf die sportliche Misere

Pinkes für Heyer – rasanter Trainerwechsel in Diepholz

Frank Heyer ist nicht mehr Trainer der SG Diepholz – erst im Sommer hatte der 48-Jährige das Amt in der Kreisstadt übernommen. - Foto:

Diepholz - Von Malte Rehnert. Der Neue ist weg, ein Altbekannter dafür wieder da: Fußball-Bezirksligist SG Diepholz hat auf die sportliche Talfahrt reagiert und sich nach nur vier Monaten von Trainer Frank Heyer getrennt. Sein Nachfolger nahm Dienstagabend seine Arbeit auf, leitete – nachdem er der Mannschaft vorgestellt worden war – die erste Einheit.

Es ist Wolfgang Pinkes, der die SGD bereits zweimal unter seinen Fittichen hatte und zunächst bis zur Winterpause zugesagt hat. Der 53-Jährige soll die Wende zum Guten in der Kreisstadt herbeiführen. Mit lediglich sieben Punkten liegt Diepholz aktuell auf Rang 14 – einem direkten Abstiegsplatz.

„Unser Punktekonto spricht für sich. Das ist nicht das, was wir uns vorgestellt haben“, sagte Diepholz' Sportlicher Leiter Frank Werner Dienstag: „Es lag aber natürlich nicht nur am Trainer.“ Die Diepholzer, die „traditionell schwach in die Saison gestartet“ (Werner) sind, haben – vor allem wegen der vielen Langzeitverletzten – seit Monaten mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen. 

„Die Voraussetzungen waren alles andere als gut. Wir konnten kein Spiel mit der Topbesetzung bestreiten. Das war nicht einfach für Frank“, meint Werner. Dennoch musste der 48-jährige Heyer, der erst im Sommer für Jörg Behrens (inzwischen Barnstorfer SV) übernommen hatte, gehen. „Wir wollen mit einem neuen Trainer einen neuen Impuls setzen“, nennt Werner das.

Heyer kann die Entscheidung einerseits verstehen: „Bei der bisherigen Ausbeute ist es normal, dass sich ein Verein Gedanken macht.“ Andererseits, daraus macht er keinen Hehl, ist er „schon ein bisschen enttäuscht“. Er habe vom Treffen des Mannschaftsrats mit dem Vorstand in der vergangenen Woche gewusst, sagt Heyer. Er habe danach aber keine Anzeichen für eine Trennung wahrgenommen – auch nicht beim gemeinsamen Teamessen nach der 1:4-Pleite am Samstag beim TuS Sudweyhe: „Ich hatte gehofft, dass ich die Chance bekomme, mich zu erklären. Aber vom Vorstand hat keiner mit mir gesprochen.“ Bis Montag. Da habe Werner ihm die Trennung telefonisch mitgeteilt. „Ich habe als Trainer sicher nicht alles richtig gemacht, aber da war ich schon etwas perplex. Natür-

Werner nimmt das Team in die Pflicht

lich hätte ich mir mehr Geduld gewünscht“, meint Heyer: „Aber wer wünscht sich das nicht?“

Nach dem schnellen Aus in Diepholz wird er nun vermutlich erstmal eine Trainer-Pause einlegen: „Ich bin nicht angestrengt auf der Suche nach einer neuen Aufgabe. Und meine Familie ist sicher auch nicht böse, wenn ich öfter zu Hause bin.“

Auf den neuen Mann, dessen Sohn Ralf in der „Zweiten“ der SGD spielt, wartet nun einiges an Arbeit. Werner hat das Engagement der Spieler zuletzt nicht gefallen, die Mannschaft stehe deshalb „absolut in der Pflicht“. In Pinkes, davon ist er überzeugt, habe Diepholz den Richtigen gefunden, um „neue Motivation und Selbstvertrauen“ freizusetzen – und die Einstellung zu verändern. Werner: „Ich traue Wolfgang das absolut zu.“

Er muss es wissen, schließlich kennt er den Trainer-Rückkehrer und ehemaligen Keeper Pinkes schon ewig, hat damals selbst noch unter ihm gespielt. Von 1998 bis 2001 hatte Pinkes in Diepholz das Sagen, dann noch mal von 2003 bis 2006.

Jetzt ein drittes Mal bei der SGD einzusteigen, sei für den Pensionär (war zuvor bei der Bundeswehr) „eine Herzensangelegenheit. Ich bin in den vergangenen Jahren nicht müde geworden zu sagen, dass man mich nicht mehr an der Seitenlinie sehen wird. Mit einer Ausnahme“, verrät Pinkes und meint damit Diepholz: „Wenn der Verein mal in Not gerät, werde ich helfen – das habe ich immer betont. Vor allem für Frank Heyer tut es mir aber natürlich sehr leid.“

Ob er länger als bis zur Winterpause bleibt, sei momentan noch völlig offen. „Ich mache nicht den Fehler, mich zu früh festzulegen“, erklärt Pinkes: „Ich möchte sehen, wie ich bei der Mannschaft ankomme – und die Mannschaft bei mir. Wichtig ist, dass wir jetzt ganz schnell zusammenfinden.“

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