Karriere-Aus nach Kreuzbandriss / Nun Trainer-Partner von Sascha Jäger beim FC Sulingen

Marian Pingel wechselt die Seiten

So sehen ihn die Fans nicht wieder: Marian Pingel hört als Stürmer des FC Sulingen auf, bleibt dem ambitionierten Bezirksligisten aber als Trainer erhalten.
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So sehen ihn die Fans nicht wieder: Marian Pingel hört als Stürmer des FC Sulingen auf, bleibt dem ambitionierten Bezirksligisten aber als Trainer erhalten.

Sulingen – Gedrückte Stimmung in der Kabine des FC Sulingen: Als Marian Pingel seinen Teamkollegen des Bezirksligisten mitteilte, dass er nie wieder Fußball spielen wird, „war das für einige ein Schock – obwohl ich ja schon seit September nicht mehr gespielt habe“, erinnert sich der Stürmer an seine Ansprache vom Sonntag. Dann aber übergab er das Wort an Teammanager Jonas Gutendorf. Und als der verkündete, dass Pingel künftig gleichberechtigter Trainerpartner von Sascha Jäger werde, war die Laune im Team wieder top – auch bei Jäger. Der zeichnete bisher alleinverantwortlich für den Zweiten der Südstafffel, „aber es war trotzdem keine One-Man-Show“, stellt der Pädagoge klar: „Wir haben alles immer eng im Trainerteam abgestimmt.“ Zu dem gehört weiter Markus Norrenbrock als Co-Trainer, und auch Jäger gab dem FC jetzt seine Zusage für eine weitere Saison, denn „wir wollen unseren eingeschlagenen Weg fortsetzen“, verdeutlicht der 37-Jährige.

Stürmer Pingel hört auf seinen Körper

Allerdings nicht mehr mit Pingel auf dem Platz. „Ich hätte gern noch diese Saison zu Ende gespielt – und vielleicht noch die nächste“, sagt der Knipser mit belegter Stimme, „dafür liebe ich den Fußball zu sehr.“ Doch der 34-Jährige hörte auf seinen Körper: Nach einem Schien- und Wadenbeinbruch sowie dem vor zwei Monaten zugezogenen zweiten Kreuzbandriss im rechten Knie „will ich nichts mehr riskieren. Gerade Stürmer sind in Zweikämpfen anders gefährdet.“

„So eine Persönlichkeit dürfen wir nicht verlieren“

Als Pingel Jäger von seinem Entschluss berichtete, „stand für uns schnell fest, dass wir einen wie Marian als Persönlichkeit nicht verlieren dürfen“. Also reifte die Idee eines Trainer-Tandems. Für Jäger ein Glücksfall, „denn unsere Vorstellungen vom Fußball sind gleich, im Training können wir jetzt viel intensiver arbeiten und junge Leute noch besser entwickeln. Marian bringt auch Erfahrung aus seiner Spielerzeit in höheren Ligen mit, setzt neue Impulse, und ich kann mich für Einzelgespräche mit dem einen oder anderen Spieler rausnehmen. Das kam zuletzt bei den vielen Verletzungsproblemen zu kurz.“

Pingel: „Zusammengehörigkeitsgefühl ist besonders“

Pingel sieht seine neue Rolle ebenfalls als perfekt an – und als Chance, weiter zum Team zu gehören: „Ich habe ja fast jedes Wochenende bei den Spielen und machmal beim Training zugesehen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl bei uns ist schon besonders.“ Seine Frau Nicola war erleichtert, dass ihr Marian nun nicht mehr dem hohen Verletzungsriosiko ausgesetzt ist. „Und der Arbeitgeber ist von langen Ausfallzeiten ja auch nicht so begeistert“, sagt der Einkäufer eines Hoyaer Fahrrad-Herstellers.

„Sascha musste vieles mit sich selbst ausmachen“

Nun hofft der Markloher, Jäger zur nötigen Entlastung zu verhelfen, „denn Sascha hat sich selbst schon sehr viel Druck gemacht und vieles mit sich selbst ausmachen müssen. Da ist es vielleicht ganz gut, wenn man sich mal mit jemandem austauschen kann, der eine andere Sicht auf die Dinge hat.“

Die ersten Einheiten im nun erweiterten Trainerteam hatte der Neu-Coach schon in der nun beendeten Vorrunde bestritten – und sie gefielen ihm gut: „Ich hatte mir die Offensivleute zu einer Trainingsgruppe zusammengesucht – das macht ja auch Sinn“, meint der Stürmer, dessen Kreuzband-Operation für Januar ansteht. Im Februar soll er dann komplett als Coach einsteigen.

An seine Rolle auf der Trainerbank muss er sich aber noch gewöhnen, räumt der Vollblut-Fußballer ein: „Gerade bei Spielen, in denen es nicht so für uns lief, war das seit September schon hart für mich“, gesteht der Vater einer kleinen Tochter: „Da ist mir bestimmt schon das eine oder andere graue Haar gewachsen. Gut, dass ich blond bin. . .“  

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