Pfütze mit Kompost entschärft

„Hub“ – Rehdens Retter vor der Absage

Wir kennen ja die Vorzüge dieses Menschenschlags aus unserem kleinen Nachbarstaat: Holländer sind unkompliziert, denn sie sparen sich das umständliche Siezen und gehen gleich zum viel netteren „Du“ über. Sie sind anpassungsfähig und flexibel, was ihre ausgeprägte Leidenschaft fürs Camping belegt.

Selbst beim Thema Fußball bleiben sie gut gelaunt – trotz gelegentlicher WM-Abstinenzen ihrer Elftal. Doch über Generationen hinweg scheint sich beim Niederländer das Talent vererbt zu haben, den Wassermassen wertvolles Land abzutrotzen. Immerhin liegt ein Viertel ihrer Heimat unter dem Meeresspiegel.

Da trifft es sich vorzüglich für einen Fußballclub wie den BSV Rehden, einen Holländer im Betreuerstab zu haben – gerade in dieser nassen Jahreszeit. Als Huibrecht Zandwijk am Samstagmorgen, fünf Stunden vor dem Regionalliga-Heimspiel gegen Hannover 96 II, die Rehdener Waldsportstätten erreichte, gab‘s auf dem Hauptplatz einiges zu tun. 

Erstmal schnappte er sich die Kreidekarre und zog die Linien. Vergebene Liebesmüh‘, denn bis zum Mittag hatten weitere Schauer alles Weiße weggewischt. „Also musste ich nochmal ran“, berichtete „Hub“. Doch als Schiedsrichter Theodor Potiyenko den Platz abnahm, zeigten sich Sorgenfalten auf seiner Stirn – ähnlich tief wie die lange Furche vor der Haupttribüne. Eine Pfütze vor dem Spielertunnel bis direkt an die Seitenlinie erschien dem Referee zu gravierend. „So wollte er nicht anpfeifen“, schilderte Zandwijk. Nun hieß es: Land gewinnen!

Das erledigte der lösungsorientierte Holländer mit einigen Griffen in den Kompost: „Ich habe langen Grasschnitt draufgeworfen, ordentlich verdichtet und bin dann nochmal mit dem Kreidewagen rüber.“ Schiri Potiyenko würdigte die derart liebevoll modellierte Landschaft mit seinem Okay fürs Spiel.

Tatsächlich hielt das Niveau aus nachwachsenden Rohstoffen – obwohl 22 Feld- und weitere Auswechselspieler samt ihren Trainern vor dem Anpfiff sowie auf dem Weg in die Halbzeitpause und zurück respektlos drüber hinweg trampelten.

Jetzt hat das Terrain aber erstmal zwei Wochen Zeit zum Regenerieren. Gut, dass Rehdens Testspiel gegen Bundesligist Werder Bremen gestern Abend auf Platz 11 am Weserstadion über die Bühne ging.

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