22-Jähriger ist Schiri in der Fußball-Landesliga und Handballer bei HSG Vilsen

Der pfiffige Leo Heckmann

In doppelter Funktion: Schiedsrichter Leo Heckmann pfeift sowohl Fußball- als auch Handballspiele.

Asendorf - Von Matthias Borchardt. Das kommt sicherlich nicht ganz so oft vor: Leo Heckmann ist Fußball- und Handball-Schiedsrichter und geht außerdem noch für die Landesklassen-Handballer der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf auf Torejagd. „Handball kann ich besser spielen als Fußball, aber ich liebe beide Sportarten“, sagt der 22-Jährige. Aufgrund des Coronavirus ist er aktuell bei seinem Sport zum Zuschauen verdammt. Auf der faulen Haut liegt der Auszubildende zum Verwaltungsfachangestellten (drittes Lehrjahr) bei der Freien Hansestadt Bremen allerdings nicht: „Ich gehe alle zwei Tage laufen und absolviere nach einem Online-Programm Fitness-Übungen vor dem Rechner.“

Bis zur C-Jugend hat Heckmann Fußball beim TSV Asendorf gespielt, danach griff er für seinen Heimatverein zur Pfeife. Seine erste Herren-Partie leitete er am 12. April 2015 zwischen dem TSV Schwarme II und dem TSV Okel II (3. Kreisklasse Nord). Da seine Beobachtung positiv ausfiel, durfte er bereits eine Woche später in der 2. Kreisklasse Süd ran. Der Youngster pfiff das Spiel zwischen dem SC Twistringen II und dem SV Osterbinde. Gleich zwei Feldverweise gab’s hier, und zwar eine Rote Karte und eine Ampelkarte.

Auch bei den folgenden Beobachtungen hinterließ der heimische Unparteiische einen positiven Eindruck, arbeitete sich kontinuierlich über die 1. Kreisklasse und Kreisliga bis zur Bezirksliga hoch. Es folgte der nächste Aufstieg. „Ich pfeife seit dieser Spielzeit in der Herren-Landesliga und bin außerdem noch Schiedsrichter-Assistent in der A- und B-Junioren-Bundesliga“, erläutert Heckmann und gesteht: „Bei meinen ersten Einsätzen bin ich immer sehr nervös.“ Sein Landesliga-Debüt hatte er am 11. August 2019 bei der Begegnung zwischen der SpVgg. Bad Pyrmont und dem TSV Godshorn (2:2). Und am 31. August vergangenen Jahres unterstützte er Referee Björn Behrens (TuS Wettbergen) bei der B-Junioren-Bundesliga-Partie zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund (0:2) zusammen mit Assistent Marc Lübbers. „Jedes Spiel in einer neuen Klasse ist ein Highlight“, unterstreicht Heckmann, der über sich sagt: „Ich rede viel mit den Spielern und will das eine oder andere mit Kommunikation lösen.“

Heckmann gehört nicht nur dem Schiri-Talentkader des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) an, sondern seit der Serie 2018/2019 auch noch zum Schiedsrichter-Ausschuss des NFV-Kreises Diepholz. Er setzt sich nicht unter Druck: „Ich würde gern noch höher pfeifen, es ist alles möglich.“

Seit dem sechsten Lebensjahr spielt der in Asendorf wohnende Sportler Handball. Er durchlief sämtliche Jugendmannschaften, ehe der Außen zur Saison 2019/2020 den Sprung in die erste Herrenmannschaft der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf schaffte. Seit 2015 fungiert er als Schiri, pfeift mit seinem Partner Wolfram Robbe bis zur Landesklasse. „Es gibt wenig Überschneidungen, die Priorität liegt ganz klar auf dem Schiedsrichter-Bereich im Fußball“, betont Heckmann, der sich als Ratsherr der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auch noch kommunalpolitisch engagiert.

Vilsens Trainer Gerd Anton lobt den 1,81 Meter großen Heckmann: „Leo engagiert sich sehr. Er kommt aus der Zweiten, kann ein Spiel leiten und hat sich bei uns gut entwickelt. Körperlich ist er sicherlich nicht der Stärkste, macht das aber viel mit seiner Technik wett.“

Zwei- bis dreimal in der Woche das Fitness-Studio in Blender aufsuchen, zum Handball-Training, Videos von Spielen anschauen und pfeifen – Heckmann investiert zwischen 15 und 20 Stunden wöchentlich für seinen Sport. „Der Zeitaufwand ist groß“, versichert der gebürtige Bremer, dessen Lieblingsverein im Fußball der SV Werder Bremen und im Handball die TSV Hannover-Burgdorf ist.

Am 1. August beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Heckmann zieht mit seiner Freundin Julia nach Celle, startet bei der Stadt Celle ein duales Studium zum Verwaltungswirt. Sportlich tritt er zur neuen Serie etwas kürzer, spielt dann nur noch in der Zweiten der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf Handball (Regionsliga). Seine Schiedsrichter-Karriere setzt er allerdings fort, denn wie sagt er so schön: „Ich rege mich als Spieler über Schiris auf, will es einfach besser machen.“

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