SPORTLERWAHL SPEZIAL Marcus „Pfanne“ schaffte es als erster Rehdener Kicker zum Titel

Pfannenschmidt ist Benni Lauths Bewacher

Ganz cool: Rehdens Marcus Pfannenschmidt (r.) hatte im DFB-Pokalspiel am 31. August 2003 gegen 1860 München den damaligen Nationalspieler Benjamin Lauth (Mitte) gut im Griff. In dieser Szene musste „Pfanne“ nicht eingreifen, der Ball kam zu BSV-Schlussmann Marc Schilling.
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Ganz cool: Rehdens Marcus Pfannenschmidt (r.) hatte im DFB-Pokalspiel am 31. August 2003 gegen 1860 München den damaligen Nationalspieler Benjamin Lauth (Mitte) gut im Griff. In dieser Szene musste „Pfanne“ nicht eingreifen, der Ball kam zu BSV-Schlussmann Marc Schilling.

Marcus Pfannenschmidt schaltete erst seinen Herzensclub im Pokal aus, dann traf er mit seinem BSV Rehden im DFB-Pokal auf 1860 München. Als weitere Belohnung heimste er eine unerwartete Ehrung ein.

  • Pokal-Highlight vor 5500 Fans an den Waldsportstätten.
  • Stefan Müller: „Er war ein überragender Innenverteidiger.“
  • Pfannenschmidt jagt noch immer dem Fußball hinterher.

Langförden – Ja, an seinen ersten Platz bei der Sportlerwahl des Kreises Diepholz im Jahr 2003 kann sich Marcus Pfannenschmidt immer noch ausgezeichnet erinnern. Und dies aus gutem Grund, wie der einstige Abwehrrecke des damaligen Fußball-Niedersachsenligisten BSV Rehden schmunzelnd verrät: „Ein Mitspieler von mir hatte gesehen, wie mein Name nach der Auszählung auf dem Siegerpokal eingraviert wurde und es mir dann gesteckt. Es war gar nicht so einfach, bei der Siegerehrung dann einen überraschten Eindruck zu machen. Aber es ist mir ganz gut gelungen.“

Noch deutlich ungläubiger – weil tatsächlich wie vom Donner gerührt – wirkte allerdings wohl Rehdens ewiger Vorsitzender Friedrich Schilling: „Friedrich meinte noch am Tag der Bekanntgabe, dass ich niemals als erster Rehdener die Sportlerwahl gewinnen würde“, grient „Pfanne“: „Ich habe innerlich nur gedacht: Wart mal ab.“

Schillings Skepsis in allen Ehren – aus dem Nichts kam das Abstimmungsergebnis keineswegs.

Schließlich hatten Pfannenschmidt und Co. zuvor einen echten Coup gelandet und sich als erstes Team aus dem Landkreis Diepholz für den DFB-Pokal qualifiziert. „Das war einfach überragend“, gerät der 36-jährige IT-Teamleiter auch Jahre später immer noch ins Schwärmen: „Im Landespokal-Viertelfinale hatten wir sogar den heutigen Zweitligisten VfL Osnabrück geknackt und uns dann mit einem Halbfinalsieg gegen Concordia Ihrhove das DFB-Pokalticket geschnappt. Damals qualifizierten sich ja zum Glück noch beide Finalisten.“

„Unser Stadion platzte aus allen Nähten“

So fiel die dramatische Endspielniederlage gegen den VfL Wolfsburg II (Rehden holte ein 0:3 auf, um doch noch im Elfmeterschießen zu verlieren) nicht sonderlich ins Gewicht. Der BSV durfte erstmals im DFB-Pokal antreten und zog mit 1860 München – im Jahr 2003 noch ein ambitionierter Bundesligist – sogar ein ziemlich attraktives Los. „Da war in Rehden richtig was los“, erinnert sich Pfannenschmidt: „5500 Zuschauer sind gekommen, sodass unser Stadion aus allen Nähten platzte.“

Und die Schlachtenbummler in den eigens dafür errichteten Waldsportstätten sollten ihr Erscheinen nicht bereuen. Rehden wehrte sich tapfer, zog gegen die Münchner Profis erst nach hartem Kampf mit 1:5 den Kürzeren – und dem Gegenspieler von Pfannenschmidt glückte sogar nur ein mickriger Treffer. „Das war ja Benjamin Lauth, immerhin ein deutscher Nationalspieler“, stellt der zweifache Familienvater nicht ohne Stolz fest.

Fast noch süßer schmeckte für den Osnabrück-Fan („Mit Werder sympathisiere ich zwar auch, aber Osnabrück ist einfach ein cooler Verein.“) allerdings der Viertelfinal-Triumph über den VfL im Landespokal: „Kurz vor meinem Wechsel zum BSV Rehden hatte ich ein Probetraining bei Osnabrück II. Dort wurde mir die Qualität für die Niedersachsenliga abgesprochen. Wenig später haben wir dann Osnabrücks Erste aus dem Pokal gekegelt. Das war schon eine Genugtuung.“

Pfannenschmidt zieht mit Mentor Müller weiter

Und zugleich eine schöne Bestätigung für seinen damaligen Coach Stefan Müller: „Es herrschte im Verein durchaus Skepsis, als ich einem erst 18-jährigen Jungspund sofort das Vertrauen geschenkt habe. Aber ,Pfanne’ war ein überragender Innenverteidiger. Pfeilschnell, zweikampfstark und gerade in der Luft kaum zu bezwingen. Seine Gegenspieler hatten in den allermeisten Fällen wenig Spaß.“

Mehr Freude hatte hingegen Müller am „Lembrucher Jung’“ und lotste ihn nach sechs Jahren in Rehden erst zum Landesligisten SG Diepholz und nahm seinen Abwehrchef drei Jahre später auch zum TSV Wetschen in die Bezirksliga mit.

„Stefan und ich hatten ein super Vertrauensverhältnis“, erklärt Pfannenschmidt die lange Zusammenarbeit: „Und die Vereine haben auch immer gut zu mir gepasst. Mit meinen ehemaligen Mitspielern aus Diepholz wie David Schiavone, Nils Unger oder Marcell Katt habe ich mich vor Corona immer noch zu Kohltouren, Großmarkt-Partys und Weihnachtsfeiern getroffen, und auch der Draht nach Rehden ist nie völlig abgerissen. Es waren drei tolle Stationen.“

Ü32-Landesmeisterschaft wegen Corona verschoben

Eine vierte kam im Kreis zwar nicht mehr hinzu, doch ganz ohne Fußball ging es nach einer Pause dann doch nicht. Wenngleich sein heutiges Engagement für die Altherren von BW Langförden schon etwas kurios zustande kam. „Bei zwei kleinen Kindern und einem arbeitsintensiven Job hatte ich mit dem Kicken eigentlich abgeschlossen“, plaudert Pfannenschmidt aus dem Nähkästchen: „Aber dann habe ich letztes Jahr im Langförder Schwimmbad Andreas Wohlers getroffen. Andi trainiert ja dort die Alten Herren und hat mich überredet, auch mal vorbeizuschauen.“

Gesagt, getan: Der 36-Jährige ging zum Training, leckte auf Anhieb wieder Blut und räumte auch bei den reiferen Semestern sofort kräftig ab: Souverän qualifizierte sich die einstige Abwehrkante für die Ü 32-Landesmeisterschaft in Barsinghausen, die aufgrund der Corona-Epidemie jedoch verlegt werden musste.

Aufgeschoben ist für Pfannenschmidt indes nicht aufgehoben: „Völlig vom Fußball kann ich einfach nicht lassen. Nebenbei trainiere ich ja auch noch die G-Jugend meines Sohnes, und wenn Corona überwunden ist, greifen wir mit den Alten Herren auch wieder an. Wir haben hier in Langförden schließlich eine richtig coole Truppe beisammen, mit der es viel Spaß macht.“

Steckbrief

Name: Marcus Pfannenschmidt

Alter: 36

Wohnort: Langförden

Beruf: IT-Teamleiter

Größter sportlicher Erfolg: Qualifikation für den DFB-Pokal 2003 mit dem BSV Rehden

Vereine: SV „Friesen“ Lembruch, TuS Lemförde, BSV Rehden, SG Diepholz, TSV Wetschen, BW Langförden

Privates: Verheiratet; zwei Kinder

Noch immer am Ball: Inzwischen kickt Pfannenschmidt für die Altherren von BW Langförden.
Auch „Gelb“ stand ihm gut: Marcus Pfannenschmidt, hier zu seinen Wetscher Zeiten in der Bezirksliga.

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