Stuhrs Bülders visiert im Derby den ersten Heimsieg an / Sulingens Koc ist kritisch

„Die perfekte Gelegenheit“

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Die Dauerbrenner: Stuhrs Jenno Bülders (links) und Sulingens Mehmet Koc (rechts) haben die meisten Einsatzminuten ihrer Teams. 

Stuhr - 2 520 Minuten hat Rechtsverteidiger Jenno Bülders (25) in dieser Saison der Fußball-Landesliga für den TV Stuhr bisher auf dem Platz gestanden. Das bedeutet: Alle 28 Spiele über 90 Minuten. Der Dauerbrenner beim TuS Sulingen, der am Sonntag (15.00 Uhr) zum Kreisderby kommt, heißt Mehmet Koc: 2 228 Minuten in 26 Spielen. Weil sich der 37-jährige Stürmer kürzlich am rechten Sprunggelenk verletzte, wird am Wochenende keine Einsatzzeit hinzukommen. Koc ist vor dem Derby dennoch ein guter und kritischer Gesprächspartner, wenn es darum geht, zwei Spieltage vor Schluss die Sulinger Saison einzuordnen. Für Stuhr übernimmt das „Mr. Allzeit-Einsatzbereit“ Bülders, der im Ort wohnt, mit dem Fahrrad zum Training fährt und immer beim TVS gespielt hat – von einem einjährigen Abstecher zu Werder Bremen als E-Jugendlicher mal abgesehen.

Herr Koc, Sie haben sich in Bückeburg einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zugezogen und werden Sulingen am Saisonende in Richtung SW Osterfeine verlassen. Ziehen Sie noch mal das TuS-Trikot über?

Mehmet Koc: Das wünsche ich mir sehr, nach sieben Jahren hier. Ich bin am Mittwoch ein bisschen mit Tape am Fuß gelaufen, das war sehr schmerzhaft. So bringt das am Wochenende nichts. Bei der Arbeit trage ich eine Schiene, dann geht’s. Nächste Woche schaue ich dann von Tag zu Tag und versuche alles.

Herr Bülders, Sie haben keine einzige Spielminute verpasst, waren nie verletzt oder gesperrt und sind laut Trainer Christian Meyer auch noch Trainingsweltmeister in Stuhr. Wie machen Sie das?

Jenno Bülders: Ich ordne dem Fußball viel unter. Verletzungsmäßig bin ich Gott sei Dank noch nie anfällig gewesen. Und dann haben mich die Trainer eben immer aufgestellt. Ganz einfach.

Stuhr ist Letzter, Sulingen Siebter: Wie bewerten Sie die Saison? Gerne anhand einer Schulnote.

Bülders: Das ist schwer zu beurteilen. Viele haben von uns nach dem Aufstieg nicht viel erwartet. Für die meisten von uns ist die Landesliga völliges Neuland. Dass es hart wird, wussten wir. Wir hätten etwas mehr erreichen können. Fakt ist aber auch: Uns fehlen viele Punkte zur Rettung. Deshalb eine 3 -.

Koc: Die Saison ist nicht gut gelaufen, das sagt schon unser Tabellenplatz. Wenn ich sage, sie war besser als eine 4, würde ich lügen. Woran es lag, weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall fehlte uns die Konstanz. Spielerisch sind wir das beste Team der Liga. Leider haben wir unsere Qualität nicht immer abgerufen. Das haben wir uns selbst eingebrockt.

Und wie zufrieden waren Sie 2018/2019 mit Ihren persönlichen Leistungen?

Bülders: Viel zu spielen, gibt einem ein gutes Gefühl. Da hat man das Vertrauen der Trainer und vieles richtig gemacht, wenn auch längst nicht alles. Ich bin insgesamt ganz zufrieden.

Koc: Es hat nichts mit dem Alter zu tun, aber ich muss sagen: Meine Form war nicht gut. Das kreide ich mir an, das wurmt mich sehr. Liebend gerne hätte ich mich mit einer Saison wie der vorherigen verabschiedet (2017/2018 waren es zehn Treffer, aktuell sind es sechs, d. Red.).

Gab es Highlights oder Tiefpunkte?

Bülders: Unsere drei Siege waren sehr schöne, wenn auch seltene Gefühle. Das bleibt hängen. Da sie alle auswärts waren, haben die Rückfahrten im Bus dann immer viel Spaß gemacht. Tiefpunkte sehe ich nicht. Klar gab es teilweise hohe Niederlagen, aber es ist trotzdem toll, in dieser Liga zu spielen.

Koc: Jedes Spiel macht Spaß, das ist klar. Richtige Höhepunkte gab es aber nicht. Dafür einen Tiefschlag: So unterlegen wie beim 0:4 in Ramlingen waren wir noch keiner Mannschaft. Das hat echt wehgetan.

Die Sportanlagen in Stuhr und Sulingen sind 50 Kilometer voneinander entfernt. Warum ist das vorerst letzte Kreisderby in der Landesliga dennoch etwas Besonderes?

Bülders: Man kennt die Spieler etwas besser als die aus den anderen Teams. Wir können ein Ausrufezeichen im Kreis setzen und den ersten Heimsieg holen – das ist die perfekte Gelegenheit!

Koc: Es geht in solchen Spielen immer auch um das Prestige. Wir wollen unbedingt zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Mannschaft?

Bülders: Unser Kader wird sich kaum verändern, unsere Stimmung ist eigentlich immer gut. Wir werden in der Bezirksliga sicher nicht alles wegschießen – aber ich traue uns schon zu, wieder oben mitzuspielen.

Koc: Ich glaube, der große Umbruch in Sulingen ist der richtige Schritt. Nun müssen andere Spieler in die Verantwortung reinwachsen und den nächsten Schritt machen. Dafür wünsche ich dem TuS alles Gute. Ich bin zuversichtlich, dass wieder eine gute Truppe auf die Beine gestellt wird. Ob es für ganz oben reicht, muss man sehen. Die neue Mannschaft muss sich erst finden.

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