28-Jähriger schiebt nach Verletzung Frust

Fröhlings Leidenszeit nimmt kein Ende

Physiotherapeut Ralf Algner (l.) schaut Patrick Fröhling über die Schulter, wie er  an einem Reha-Gerät die Oberschenkelmuskulatur kräftigt.
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Krankengymnastik in Lemförde: Unter Aufsicht von Physiotherapeut Ralf Algner arbeitet Patrick Fröhling an einem Reha-Gerät zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur.

Über zehn Wochen ist es her, doch Patrick Fröhling, Mittelfeldakteur beim Kreisligisten SV ,,Friesen“ Lembruch, setzt sein Schien- und Wadenbeinbruch immer noch zu. Mittlerweile arbeitet der 28-jährige Industriekaufmann wieder, muss aber zweimal in der Woche zum Physiotherapeuten nach Lemförde fahren, um die Muskulatur des lädierten Beins zu stärken.

  • Übles Foul hat für Lembrucher Fußballer Folgen.
  • 28-Jähriger geht nach Operation sechs Wochen an Krücken.
  • Ziel des Mittelfeldakteurs: Alltag beschwerdefrei bewältigen.

Lembruch – Kreuzbandriss im rechten Knie, Kniescheibenbruch im linken Knie und nun Schien- und Wadenbeinbruch – Mittelfeldakteur Patrick Fröhling vom Fußball-Kreisligisten SV „Friesen“ Lembruch bleibt von schweren Verletzungen wirklich nicht verschont. Im Heimspiel am 13. September gegen den TuS Kirchdorf erwischte es ihn ganz übel. Nach einer Linksvorlage von Marcel Ness startete Fröhling 35 Meter vor dem Tor durch, legte den Ball bereits an Kirchdorfs Schlussmann Dennis Fehner vorbei, der ihn dann seitlich mit offener Sohle voll am rechten Bein traf.

Aufgrund der schweren Verletzung brach Schiedsrichter Sedat Ahmetovic (SV „Jura“ Eydelstedt), der dem Übeltäter die Rote Karte zeigte, die Begegnung nach 18 Minuten ab – Kranken- und Notarztwagen kamen zum Lembrucher Sportplatz.

Noch am selben Tag wurde der 28-Jährige von Ärzten im Krankenhaus in Damme operiert. Durch den rechten Schienbeinknochen führten sie einen 36 Zentimeter langen Marknagel, der mit vier Schrauben fixiert wurde. Nach vier Tagen durfte der gebürtige Diepholzer das Krankenhaus auf Krücken wieder verlassen. „Ich war die ersten zwei Wochen richtig down und frustriert, hatte heftige Schmerzen, nahm Schmerzmittel und habe schlecht geschlafen. Ich kam kaum vom Sofa herunter“, schildert Fröhling die ersten Tage rückblickend. Seine Freundin Lena Kolkhorst (27), die das Malheur in Lembruch live miterlebte, unterstützt ihn: „Das ist alles nicht so toll, ich musste viel für Patrick tun.“

Fehner für acht Spiele gesperrt

Familie, Freundin und seine besten Freunde Till Rüter sowie Yuriy Gavrylyuk kümmerten sich um Fröhling, fuhren ihn zur Krankengymnastik zum Physiotherapeuten nach Lemförde. „Auch meine Trainer Thorsten Dünnemann und Rainer Mannel haben sich immer wieder bei mir gemeldet. Sie sind menschlich und fachlich top“, lobt der Akteur mit der Nummer 6 das Übungsleiter-Gespann.

Dennis Fehner, der für den Platzverweis eine Sperre von acht Spielen aufgebrummt bekam, tauschte sich per WhatsApp mit Fröhling aus. Außerdem schickte der 39-Jährige eine Entschuldigungs-E-Mail an den Verein.

Jubel am zweiten Kreisliga-Spieltag in Eydelstedt: Lembruchs Mittelfeldakteur Patrick Fröhling (r.) freut sich über das Führungstor von Marcel Hohbein.

Acht Wochen war der Industriekaufmann krankgeschrieben und ging sechs Wochen an Krücken. Außerdem fährt er alle zwei Wochen zur Radiologie nach Damme, lässt sein rechtes Bein untersuchen. Ärzte schauen nach, ob der Knochen richtig zusammenwächst. „Es sieht ganz gut aus, seit zwei Wochen bewege ich mich ohne Krücken“, sagt der in Lemförde wohnende Fußballer, der durch die schwere Verletzung acht Kilogramm abgenommen hat. Bei seinem Physiotherapeuten Ralf Algner bekommt er zweimal die Woche Lymphdrainage und Krankengymnastik. Mit Fahrradfahren und Gerätetraining sollen die Muskeln aufgebaut werden.

Diese Prozedur kennt der leidenschaftliche Fan des FC Bayern München bereits, denn im Sommer vergangenen Jahres hatte er sich im linken Knie ein Stück von der Kniescheibe abgebrochen. Im August 2019 unterzog er sich in Hannover einer Operation. Es folgten Rehamaßnahmen. Ende Januar stieg Fröhling beim SV „Friesen“ Lembruch nach der Winterpause in die Vorbereitung ein. „Ich war danach körperlich voll fit“, unterstreicht der Mittelfeldakteur, der auf der Sechs, Acht und Zehn spielen kann.

Dünnemann lobt Leistungsträger

„Friesen“-Coach Thorsten Dünnemann lobt seinen Leistungsträger: „Patrick kann ein Spiel führen und lenken. Er ist auch im Training sehr ehrgeizig. Solch ein Spieler fehlt einem immer.“ Der B-Lizenz-Inhaber hofft auf eine Rückkehr des Mittelfeldstrategen: „Wir geben ihm die Zeit. Er soll locker anfangen und die Angst verlieren.“

Doch so einfach ist das nicht, denn Fröhling hat bereits die nächste OP im Hinterkopf – nach einem Jahr werden Marknagel und Schrauben entfernt.

Corona-Pandemie und lange Verletzungspause: Selber wieder Fußball spielen ist für den 28-Jährigen vorerst weit weg: „Ich will erst einmal wieder laufen können und richtig fit werden. Wichtig ist, dass ich den Alltag beschwerdefrei bewältigen kann.“ Er setzt auch noch andere Prioritäten: Im Frühjahr beginnt Fröhling in Lembruch mit dem Bau eines Einfamilienhauses, da übernimmt er die Organisation. Das Thema Fußball hat er noch nicht abgehakt: „Ich will meine Karriere nicht mit einer Verletzung beenden.“ Da kommt das Kämpferherz bei ihm wieder durch – so wie bei seinem Idol Bastian Schweinsteiger.

Kreuzbandriss: Am 12. April 2014 verletzt sich Fröhling erstmals schwer

Bei den G-Junioren der JSG Lembruch/Brockum/Lemförde erlernte Patrick Fröhling das Fußballspielen. Der Mittelfeldakteur durchlief die weiteren Jugendklassen bei seinem Heimatverein, spielte mit den A-Junioren unter dem früheren Trainer Ralf Algner, der heute sein Physiotherapeut ist, in der Bezirksliga. Danach kam der 28-Jährige in die erste Herrenmannschaft des SV „Friesen“ Lembruch, ehe es ihn zum damaligen Bezirksligisten BSV Rehden II zog. Am 12. April 2014 verletzte er sich in der Heimpartie gegen den TV Stuhr (0:2) kurz vor der Pause schwer, zog sich bei einem Foul einen Riss des vorderen Kreuzbandes sowie einen Innen- und Außen-Meniskusriss im rechten Knie zu. Es folgte eine Operation im Diepholzer Krankenhaus, ehe es zu einer dreiwöchigen Reha nach Rotenburg ging. Nach einer mehrmonatigen Pause stieg der Industriekaufmann wieder beim BSV Rehden II ein. Zur Serie 2015/2016 kehrte Fröhling zum SV „Friesen“ Lembruch (1. Kreisklasse) zurück, entwickelte sich zu einem Führungsspieler. Als Tabellendritter schaffte die Mannschaft in der Spielzeit 2017/2018 den Aufstieg in die Kreisliga.

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