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Pasiov lässt Wetschen träumen: TSV in Landesliga-Aufstiegsrunde an der Spitze

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Von: Fabian Terwey

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„Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey, hey“: Ramiz Pasiov (Mi.) bejubelt mit dem TSV Wetschen seinen späten Siegtreffer. Das 2:1 bedeutet die Tabellenführung.
„Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey, hey“: Ramiz Pasiov (Mi.) bejubelt mit dem TSV Wetschen seinen späten Siegtreffer. Das 2:1 bedeutet die Tabellenführung. © terwey

Verärgert über den ausgebliebenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit beschwerte sich der gestürzte Tabellenführer STK Eilvese beim Schiedsrichter. Wenige Meter weiter hüpften und sangen die Spieler des Fußball-Landesligisten TSV Wetschen ausgelassen Arm in Arm: „Spitzenreiter, Spitzenreiter – hey, hey, hey.“ Das Team von Oliver Marcordes feierte vor 100 Zuschauern einen 2:1 (1:0)-Heimsieg in der Aufstiegsrunde, die eroberte Tabellenführung und Matchwinner Ramiz Pasiov.

Wetschen – Der kantige Stürmer hatte in der 90. Minute das Spiel entschieden. Nach Einwurf von Marco Babilon war Pasiov am Fünfmeterraum plötzlich der Ball vor die Füße gefallen. Der 34-Jährige drückte die Kugel ins Eck und rannte mit ausgebreiteten Armen jubelnd Richtung Tribüne. „Bis zu dieser Chance habe ich nicht einmal aufs Tor geschossen. Aber man muss immer dran glauben“, sagte Pasiov mit breitem Grinsen.

„Ramiz ist ein echter Stürmer. Er weiß, wo er stehen muss“, kommentierte Wetschens Trainer Marcordes den Torriecher seines Angreifers, den er nach Abpfiff innig umarmte: „Sein Tor war der Abschluss eines Riesenspiels. Man darf uns eben nie abschreiben.“

Hinnerk Mittendorf besorgte in einer insgesamt chancenarmen Partie die Wetscher Führung (27.). Die einzige Spitze vor dem anfänglich auf der Zehn agierenden Pasiov hämmerte den Ball aus 20 Metern über Eilvese-Schlussmann Kai-Jan Machulla in den Winkel. „Ein Traumtor. Da ziehe ich meinen Hut“, kommentierte Marcordes den Volleyschuss. Und auch Pasiov meinte: „Hinnerks Tor war überragend.“

Lukas Heyer

Der Wetscher Sechser räumte im Zentrum ab, was abzuräumen war und trug damit dazu bei, dass der TSV die enge Partie für sich entschied. 

Kurz nach der Pause glichen die Gäste aus. Cameron James Stokes überwand nach Schnittstellenpass Kai Winkler im Eins-gegen-eins (50.). Der insgesamt stark spielende TSV-Torwart stand für den gerade erst aus der Corona-Isolation zurückgekehrten Stammkeeper Tim Becker zwischen den Pfosten. „Da waren wir hinten zu offen“, sagte Marcordes zum 1:1.

Richtig sauer war der 41-jährige Trainer über „einen Tritt auf den Rücken“ des später angeschlagen ausgewechselten Phil Schwierking direkt vor der Wetscher Bank: „Die Aktion ist schon abgepfiffen, da tritt der Neuner von denen noch mal zu und bekommt nur Gelb.“

Eilveser Protesten sah sich der insgesamt souverän und ruhig agierende Schiedsrichter Yannik Winterberg ausgesetzt, als er den Gästen in der 93. Minute einen Foulelfmeter verwehrte. Mohamad Saade war nach Zweikampf mit Marco Babilon im Wetscher Strafraum zu Boden gegangen. „In der ersten Halbzeit haben sie dreimal versucht, einen Elfer zu schinden. Den hätte man geben können. Marco hat mir gesagt, dass er ihm in die Beine gestolpert ist“, berichtete Marcordes. Der Unparteiische sagte offen und ehrlich: „Eine knifflige Szene. Beide Spieler laufen ineinander. Den Elfmeter kann man geben. In dem Moment habe ich anders entschieden. Den Unmut von Eilvese kann ich verstehen.“

Wetschen feierte dagegen. Ist für den Spitzenreiter nach vier von zehn Spieltagen nun auch der Oberliga-Aufstieg drin? „Ja, klar. Warum nicht? Wir haben keinen Druck. Es wäre eine Sensation“, meinte Pasiov. Marcordes sagte: „Träumen darf man. Heute ist die nächste Party, aber wir bleiben auf dem Boden.“

Landesliga-Aufstiegsrunde

TSV Wetschen - STK Eilvese 2:1 (1:0) - Wetschen: K. Winkler - F. Raskopp, Kruse, Sandmann, Schwierking (87. Diekmann), Reinking, Heyer, Senkler (83. Babilon), Pasiov, Rittmeyer (78. S. Winkler), Mittendorf (60. Hainke). Tore: 1:0 Mittendorf (27.), 1:1 Stokes (50.), 2:1 Pasiov (90.). Schiedsrichter: Yannik Winterberg (Heeßeler SV).

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