START IN DIE SAISON Helmut, Rico, Kevin – die Volkmanns verkörpern Vereinstreue

„Okel muss man erleben“

Arm in Arm im volkmannschen Garten: Vater Helmut (rechts) und Sohn Rico, der in Okel mit Bruder Kevin im Haus hinten links wohnt – direkt nebenan. Foto: rehnert
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Arm in Arm im volkmannschen Garten: Vater Helmut (rechts) und Sohn Rico, der in Okel mit Bruder Kevin im Haus hinten links wohnt – direkt nebenan.

Okel - Er steht in seiner Einfahrt und guckt rüber zum nächsten Anwesen. In seinem Elternhaus wuseln nun täglich kleine Kinder herum. Vor Jahren ist im Untergeschoss die Krippengruppe „Kleine Strolche“ eingezogen. „Und oben“, sagt Helmut Volkmann und grinst breit, „wohnen die großen Strolche“. Der 59-Jährige meint damit seine Söhne Rico (27) und Kevin (24). Beide haben direkt nebenan ihre eigenen vier Wände, jeweils um die 70 Quadratmeter. „Wir sehen uns täglich“, sagt Vater Helmut. „Am Wochenende sitzen wir gerne mal im Garten“, ergänzt Sohn Rico – oder im gemütlichen Gartenhaus mit Sofaecke. Dorthin haben die Zwei zum Gespräch eingeladen. Kevin – arbeitet als Elektriker in Bassum – hat Spätschicht und ist nicht dabei. In dem Holzhäuschen steht auch ein Fernseher, der gewiss ziemlich oft Fußball zeigt. „Wir sind alle fußball-verrückt“, meint Kevin später am Telefon. Und die drei „Volkmänner“ eint auch die Liebe zum TSV Okel, der erstmals de Aufstieg in die Bezirksliga gepackt hat.

Kevin Volkmann hat dazu nichts beitragen können, er war in der Vorsaison lange verletzt (siehe Kasten). Sein Bruder Rico hingegen war als Spielertrainer und 36-facher Torschütze einer der Hauptgaranten dafür, dass Okel Geschichte schrieb und nun vor der Debütsaison auf Bezirksebene steht. „Ich bin sehr stolz auf meine beiden Jungs“, sagt Helmut Volkmann. Das Familienoberhaupt, einst (wie nun Rico) bester Torschütze des Vereins, hat das Ganze stets am Rand verfolgt – wenn er als Coach nicht gerade mit der „Zweiten“ (ebenfalls aufgestiegen) unterwegs war. Er ist mittlerweile – gemeinsam mit Holm Holthusen und Lars Lehmkuhl – auch Spartenleiter bei „seinem“ TSV. Trainer möchte der Maschinenbauer künftig nicht mehr sein, „es sei denn, es ist mal Not am Mann . . .“

In der Jugend und im Herrenbereich hatte Volkmann senior, dessen Frau Jutta ebenfalls sportbegeistert ist (aber eher für Handball schwärmt), lange für Okel gespielt – zwischendurch auch mal beim TuS Syke, MTV Riede und TuS Sudweyhe. „Aber 90 Prozent meiner Karriere war ich in Okel“, schätzt er, „schon seit mehr als 40 Jahren bin ich mittlerweile im Verein“.

Sohn Rico, der als Justizvollzugsbeamter in Bremen arbeitet, war in den Herrenjahren seines Vaters meistens als kleiner Zaungast dabei: „Da war mir schon klar, dass ich da irgendwann auch mal spielen will. Zu Helmuts Blütezeit war ich aber noch zu jung, um mir irgendetwas abzuschauen.“ Das folgte später, als Vater Volkmann die „Erste“ trainierte. „Mein Papa ist auf jeden Fall ein großes Vorbild“, betont der Torjäger und erzählt: „Früher hat sich die Mannschaft vor Spielen immer in der Gaststätte Winkelmann getroffen. Von den Teambesprechungen und Ansprachen habe ich schon einiges mitgenommen.“

Seit etwa zwei Jahren trägt er – nun gemeinsam mit Lutz Schröder – selbst Verantwortung als TSV-Trainer und will im Herbst seine B-Lizenz machen. Rico Volkmann hatte in frühester Jugend in Riede gespielt, danach bei Werder Bremen: „Aber da hieß es, ich sei körperlich nicht stark genug.“ Inzwischen ist er 1,86 Meter groß und eher wuchtig als schmächtig. Es folgten Stationen beim TSV Bassum (Jugend) und TSV Neubruchhausen (Herren-Kreisliga), ehe er sein Versprechen einlöste und nach Okel zurückkehrte. Dort schaffte er den Durchmarsch aus der 2. Kreisklasse in die Kreis- und jetzt eben in die Bezirksliga. Mit guten Kumpeln von damals, etwa Dennis Dahme oder Manic Alms.

Viele von ihnen sind noch immer an Bord. Und genau diese Gemeinschaft mache den Verein aus. „Okel kann man schwer beschreiben, Okel muss man erleben“, empfiehlt Kevin Volkmann. „Viele sind hier sehr stark verwachsen“, betont Bruder Rico. Ihr genauso vereinstreuer Vater nickt und fügt an: „Unser TSV ist ganz schön gewachsen, wir haben hier auch ein tolles Umfeld und Flair, bei Heimspielen oft um die 100 Zuschauer. Das macht Spaß. Und sonntags ist es in Okel eigentlich Pflicht, zum Sportplatz zu kommen.“

Künftig werden die Gegner SV Heiligenfelde oder TuS Sudweyhe heißen. „Sehr schöne Derbys“, findet Rico Volkmann, der die Bezirksliga als „super Chance“ begreift – aber nicht alle Gegner kennt: „Ich habe zum Beispiel keine Ahnung von Drakenburg – und Drakenburg hat keine Ahnung von Okel.“ Vater Helmut freut sich auf „eine spannende Saison“. Sein Schlusswort: „Das ist ein echtes Highlight.“

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