Schwarmer Rennen nicht gesichert

MSC-Chef Marc Wessel: „Ohne Zuschauer machen wir es nicht“

Packendes Duell beim Schwarmer Grasbahnrennen im Jahr 2019. Da waren mehr als 1000 Zuschauer an der Strecke.
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Ein Schwarmer Rennen im Juli vor mehr als 1000 Zuschauern? Noch ist längst nicht klar, ob das auch so kommen wird.

Marc Wessel, Vorsitzender des MSC Schwarme, würde Ende Juli gern das Schwarmer Rennen veranstalten. Aber aufgrund der Coronakrise ist das längst nicht gesichert.

  • Angedacht sind Rennen um den DM-Titel der A-Lizenz-Solisten.
  • Noch keinen Antrag bei der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gestellt.
  • Termin-Verschiebung oder Absage stehen im Raum.

Schwarme - Beim Blick nach draußen müsste Marc Wessel eigentlich das Herz aufgehen. Temperaturen klar über null, und die Sonne hat ab und an schon mal mächtig Kraft. Doch gute Laune will beim 1. Vorsitzenden des MSC Schwarme nicht so recht aufkommen. Der Grund: Natürlich ist es die aktuelle Coronakrise.

Im vergangenen Jahr sollte im Schwarmer Bruch das 70. internationale Grasbahnrennen über die Bühne gehen. Die Schwarmer hatten sich im Vorfeld mächtig ins Zeug gelegt und die Deutsche Meisterschaft der A-Lizenz-Solisten an Land gezogen. Doch Wessel und seine Mitstreiter mussten die Sache wegen Corona abblasen.

Jetzt wollen sie eigentlich am 25. Juli einen neuen Anlauf starten. Vom Verband hat Wessel die Zusage in der Tasche, dass er wieder mit den A-Lizenz-Solisten um den DM-Titel fahren darf. Alles schön und gut, aber erlauben es die Pandemie-Vorgaben überhaupt, dass ein Rennen gestartet werden darf?

Bis Ende Juli ist es sicherlich noch etwas Zeit. Doch Wessel ist eher skeptisch, dass das etwas wird. Viele Freiluft-Events, wie zum Beispiel das Hurricane- oder Deichbrand-Festival wurden schon vor Wochen abgesagt. „Und momentan kann ich mir nicht vorstellen, warum das bei unserer Veranstaltung anders sein soll, denn wir fahren auch vor 1 000 Zuschauern oder mehr“, sagt Wessel.

Schnichels: „Habe nur einen Antrag vorliegen“

Eigentlich häufen sich bei Andreas Schnichels gerade im März die Anfragen zur Genehmigung diverser Veranstaltungen. Als Sachgebietsleiter Ordnungswesen in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen entscheidet Schnichels, der auch die Handball-Damen der HSG Bruchhausen-Vilsen/Asendorf trainiert, mit über diese Anträge: „Aber bislang habe ich nur einen Antrag für eine Musikveranstaltung mit 5 000 Besuchern im August vorliegen. Wegen Corona ist nichts mehr, wie es einmal war.“ Langfristige Planungen seien aktuell wegen der sich stetig wechselnden Verfügungslagen der Landesregierung nicht möglich. „Deshalb kann ich verstehen, dass der MSC Schwarme noch wartet.“ töb

Im Umfeld des MSC wurden Stimmen laut, die sagen, dass man das Rennen doch fahren und es im Internet live übertragen könne. Von dieser Idee hält Wessel gar nichts: „Ohne Zuschauer machen wir es nicht. Wir benötigen mindestens 1 000 zahlende Besucher, um unsere Kosten einigermaßen zu decken. Diese Leute verzehren auf dem Rennplatz ja auch was, wovon wir profitieren. Und die Kosten werden ohne Zuschauer nicht weniger. Im Gegenteil: Bei einer DM sind die Platz-Prämien vom Verband vorgegeben. Da kann man mit den Fahrern nicht mal eben verhandeln, dass sie vielleicht nur die Hälfte kriegen.“

Entscheidung soll Mitte Mai fallen

Und deshalb hat Wessel beim Ordnungsamt der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auch noch gar keinen Antrag zur Durchführung des Rennens gestellt. „Bei der aktuellen Infektionslage macht das keinen Sinn“, erklärt der MSC-Chef. Anfang Mai will sich das Orga-Team noch einmal treffen, um die Lage zu beratschlagen, „denn Mitte Mai wollen und müssen wir entscheiden, ob wir es im Juli machen können oder nicht“, unterstreicht Wessel.

Die Schwarmer werden aber keine extrem große Summen in vielleicht erforderliche Hygienekonzepte investieren. Da komme schon eher eine Verschiebung der Veranstaltung in den Herbst infrage. „Aber diese Termine sind momentan sehr begehrt, weil viele Veranstalter denken, dass die Pandemie bis dahin vielleicht unter Kontrolle ist“, meint der 45-Jährige und fügt hinzu: „Wenn das auch nicht geht, dann fahren wir erst im kommenden Jahr. Harakiri machen wir beim MSC nicht.“ Wie gesagt: Wessels Laune ist momentan nicht die beste.

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